Dürfen Katzen Leberwurst essen?

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Katzen dürfen Leberwurst höchstens als seltene Ausnahme essen – ein Klecks von der Größe einer Fingerkuppe schadet einer gesunden Katze nicht. Als regelmäßiger Snack ist Leberwurst aber ungeeignet: Sie ist sehr fett und salzig, mit Nitritpökelsalz hergestellt und enthält oft Zwiebeln, die für Katzen giftig sind.
| Erlaubt? | nur als seltene Ausnahme |
| Menge | höchstens ein fingerkuppengroßer Klecks |
| Zubereitung | nur Sorten ohne Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter |
| Achtung | Zwiebeln, Fett, Salz, Nierenkrankheit, Übergewicht |
Warum Katzen Leberwurst so mögen
Leberwurst riecht intensiv, ist weich, fett und würzig – genau das, was eine Katze anlockt. Genau deshalb wird sie gern als Trick eingesetzt, um Tabletten zu verstecken. Der Geschmack sagt aber nichts über die Bekömmlichkeit. Leberwurst ist ein Lebensmittel für Menschen, zusammengesetzt nach menschlichem Geschmack.
Was in Leberwurst steckt
Leberwurst besteht aus Schweineleber, Schweinefleisch und reichlich Speck, dazu Salz und Gewürze. Je nach Sorte kommen Zwiebeln, Majoran, Pfeffer oder andere Kräuter hinzu. Das Fleisch ist gegart – das Aujeszky-Virus aus rohem Schweinefleisch spielt bei Leberwurst also keine Rolle. Die Probleme liegen woanders:
- Fett: Leberwurst gehört zu den fettreichsten Wurstsorten. Schon ein Esslöffel liefert einen großen Teil der Energie, die eine Katze am Tag braucht, und viel Fett auf einmal kann Durchfall oder Erbrechen auslösen.
- Salz: Wurst enthält ein Vielfaches der Salzmenge von frischem Fleisch. Für Katzen mit Niereninsuffizienz oder Herzerkrankungen ist das besonders ungünstig.
- Zwiebeln: Viele Leberwürste, besonders grobe und hausgemachte Sorten, enthalten Zwiebeln. Zwiebelgewächse schädigen die roten Blutkörperchen der Katze.
- Nitritpökelsalz: Das Nitrit kann in größeren Mengen den roten Blutfarbstoff so verändern, dass er keinen Sauerstoff mehr transportiert. Die Menge in einem Klecks Wurst ist klein, Katzen reagieren auf solche Stoffe aber empfindlicher als viele andere Tiere.
- Vitamin A: Leberwurst enthält weniger Vitamin A als reine Leber, aber mehr als andere Wurst. Regelmäßig gefüttert, summiert sich das, siehe Dürfen Katzen Leber essen?.
Zwiebeln in der Wurst: das eigentliche Risiko
Zwiebeln, Knoblauch, Lauch und Schnittlauch enthalten Schwefelverbindungen, die bei Katzen die roten Blutkörperchen angreifen. Es kommt zu einer Blutarmut (Heinz-Körper-Anämie). Das Tückische: Auch kleine Mengen, die über mehrere Tage gegeben werden, können sich summieren, und die Anzeichen setzen oft erst nach ein bis mehreren Tagen ein. Getrocknete Zwiebel und Zwiebelpulver sind besonders konzentriert. Genaueres steht unter Zwiebeln und Knoblauch: Warum sie für Katzen giftig sind.
Lesen Sie deshalb das Zutatenverzeichnis. Steht dort Zwiebel, Zwiebelpulver, Knoblauch oder Lauch, ist die Leberwurst für die Katze tabu. Bei loser Ware von der Theke oder hausgemachter Wurst wissen Sie es meist nicht – dann lieber weglassen.
Anzeichen einer Unverträglichkeit
Nach zu viel Leberwurst sind Erbrechen, Durchfall und vermehrter Durst die häufigsten Folgen. Hinweise auf eine Zwiebelvergiftung sind Schwäche, Mattigkeit, blasse oder gelbliche Schleimhäute, schnelle Atmung und rötlich-brauner Urin. Rufen Sie in diesem Fall sofort Ihre Tierarztpraxis an und sagen Sie, welche Wurst die Katze gefressen hat – am besten mit Verpackung. Lösen Sie kein Erbrechen aus; das ist für Katzen riskant und gehört in tierärztliche Hände.
Leberwurst für Tabletten: bessere Wege
Viele Halter nutzen Leberwurst, um Tabletten zu verstecken. Für eine einzelne Tablette ist ein winziger Klecks einer zwiebelfreien Sorte vertretbar. Bei längerer Behandlung – und gerade bei Katzen mit Nieren- oder Herzerkrankungen, die oft täglich Medikamente brauchen – sind Pasten und weiche Leckerlis speziell für Katzen die bessere Wahl. Sie sind für Katzen gemacht und enthalten in der Regel weder Zwiebeln noch Knoblauch – ein Blick auf die Zutaten schadet trotzdem nicht. Fragen Sie in der Tierarztpraxis, ob sich eine Tablette teilen oder in anderer Form geben lässt.
Auch „Leberwurst-Snacks“ oder Leberwurstcreme für Katzen aus dem Handel sind ein Ergänzungsfuttermittel für Katzen und keine Wurst für Menschen. Halten Sie sich an die Fütterungsempfehlung auf der Packung und rechnen Sie sie zu den Leckerlis.
Unsere Empfehlung
Leberwurst ist kein Katzenfutter. Ein seltener, winziger Klecks einer Sorte ohne Zwiebeln und Knoblauch ist in Ordnung, mehr nicht. Für Tabletten und Belohnungen gibt es geeignetere Alternativen, als Leckerli aus der Küche passt gegarte, ungewürzte Hähnchenbrust besser, siehe Dürfen Katzen Hähnchen essen?. Wie viele Leckerlis insgesamt in Ordnung sind, erklärt der Beitrag Leckerlis für Katzen.
Häufige Fragen
Meine Katze hat Leberwurst vom Brot geklaut – ist das schlimm?
Meist nicht. Enthielt die Wurst keine Zwiebeln und war es nur ein kleines Stück, reicht Beobachten. Enthielt sie Zwiebeln oder hat die Katze eine größere Menge gefressen, rufen Sie Ihre Tierarztpraxis an. Anzeichen einer Blutarmut können erst Tage später auftreten.
Ist Kalbsleberwurst besser?
Kaum. Kalbsleberwurst besteht meist ebenfalls zum großen Teil aus Schweinefleisch und Speck, ist gesalzen und gepökelt. Sie ist oft fein und ohne sichtbare Zwiebelstücke, das Zutatenverzeichnis bleibt trotzdem entscheidend.
Darf meine Katze Leberkäse essen?
Bayerischer Leberkäse enthält trotz des Namens keine Leber, andere Sorten nur wenig. Er ist aber gepökelt, salzig und fett. Ein kleines Stück ist unbedenklich, als Snack ist er ungeeignet. Mehr unter Dürfen Katzen Wurst und Schinken essen?.
Darf eine Katze mit Nierenerkrankung Leberwurst bekommen?
Besser nicht. Nierenkranke Katzen brauchen eine Diät mit wenig Phosphor und Salz, siehe Nierenfutter für Katzen. Fragen Sie in der Tierarztpraxis nach einer geeigneten Hilfe für die Tablettengabe.
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