Dürfen Katzen Honig essen?

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Katzen dürfen Honig essen, sie sollten es aber nicht. Honig ist für Katzen nicht giftig, und ein abgeleckter Tropfen richtet keinen Schaden an. Er besteht jedoch zum größten Teil aus Zucker, den eine Katze weder braucht noch überhaupt schmeckt. Einen gesundheitlichen Nutzen hat Honig als Futter für Katzen nicht.
| Erlaubt? | nicht giftig, aber nicht empfehlenswert |
| Menge | höchstens ein abgeleckter Tropfen |
| Zubereitung | keine – Honig gehört nicht in den Napf |
| Achtung | Übergewicht, Diabetes, Kitten; Ausnahme Unterzuckerung |
Katzen schmecken nichts Süßes
Wenn eine Katze am Honiglöffel leckt, dann nicht wegen der Süße. Katzen fehlt ein funktionierender Rezeptor für süßen Geschmack: Eine Studie aus dem Jahr 2005, veröffentlicht in PLoS Genetics, fand im Gen für einen der beiden Bausteine des Süß-Rezeptors bei Hauskatzen, Tigern und Geparden dieselben Defekte. Das Gen wird nicht mehr abgelesen. Als reine Fleischfresser brauchten Katzen diesen Sinn nicht.
Was die Katze am Honig interessiert, ist eher der Geruch oder die klebrige Konsistenz – oder schlicht, dass Sie gerade etwas essen. Das Gleiche gilt für Kuchen, Marmelade und andere süße Lebensmittel.
Was in Honig steckt
Honig besteht nach gängigen Nährwerttabellen zu rund 80 % aus Zucker, vor allem Fruchtzucker und Traubenzucker, dazu Wasser und Spuren von Mineralstoffen, Enzymen und Pflanzenstoffen. Er liefert etwa 300 bis 330 kcal je 100 g, ein Teelöffel mit etwa 8 g also rund 25 kcal. Eine kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg braucht nach den Richtwerten der FEDIAF nur etwa 130 bis 190 kcal am Tag. Ein Teelöffel Honig macht damit ein Sechstel ihres Bedarfs aus, ohne Eiweiß, ohne Taurin, ohne irgendetwas, das sie braucht.
Katzen sind auf Eiweiß und Fett eingestellt, nicht auf Zucker. Ihre Leber verarbeitet große Zuckermengen schlechter als die eines Allesfressers. Mehr dazu, was Katzen wirklich brauchen, steht unter Nährstoffbedarf der Katze.
Warum Honig schaden kann
Übergewicht: Zucker liefert leere Kalorien. Übergewicht ist das häufigste Ernährungsproblem bei Katzen und einer der wichtigsten Risikofaktoren für Diabetes. Wie Katzen gesund abnehmen, steht unter Übergewicht bei Katzen.
Diabetes: Für Katzen mit Diabetes ist Honig wie jeder Zucker ungeeignet, weil er den Blutzucker schnell ansteigen lässt. Diabetische Katzen bekommen eine kohlenhydratarme Ernährung, mehr unter Ernährung bei Diabetes der Katze.
Verdauung: Größere Mengen Fruchtzucker können bei Katzen weichen Kot oder Durchfall auslösen.
Botulismus-Sporen: Honig kann Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten; deshalb soll er Säuglingen im ersten Lebensjahr nicht gegeben werden. Katzen gelten nach dem MSD Veterinary Manual als vergleichsweise unempfindlich gegen Botulismus, Erkrankungen sind sehr selten. Für Katzenwelpen gibt es trotzdem keinen Grund, das Risiko einzugehen.
Die Ausnahme: Unterzuckerung bei Diabetes
Bei Katzen, die Insulin bekommen, kann der Blutzucker zu tief fallen, etwa nach zu viel Insulin oder wenn die Katze nicht gefressen hat. Anzeichen sind Schwäche, Taumeln, Zittern, Unruhe, Desorientierung, im schlimmsten Fall Krämpfe oder Bewusstlosigkeit. Für diesen Notfall besprechen Tierärzte mit den Haltern, wie sie vorgehen sollen. Häufig gehört dazu, etwas Honig oder Traubenzuckersirup auf das Zahnfleisch zu streichen, danach Futter anzubieten und sofort die Praxis anzurufen.
Wichtig: Einer Katze, die krampft oder nicht bei Bewusstsein ist, nie etwas in das Maul träufeln oder die Finger hineinstecken – sie kann sich verschlucken oder zubeißen. Fahren Sie dann sofort in die Tierarztpraxis. Mehr zur Krankheit unter Diabetes bei Katzen.
Honig auf Wunden?
In der Tiermedizin wird medizinischer Wundhonig bei bestimmten Wunden eingesetzt. Das ist etwas anderes als Honig aus dem Küchenschrank: Wundhonig ist keimarm aufbereitet, und die Praxis entscheidet, ob er passt, und verbindet die Wunde so, dass die Katze nicht daran leckt. Honig aus dem Glas ist nicht steril, lockt Insekten an und wird von der Katze abgeleckt. Wunden, die tief sind, eitern, stark bluten oder nach einem Biss entstanden sind, gehören in die Tierarztpraxis – Bisswunden bei Katzen entzünden sich häufig und bilden Abszesse.
Honig mit anderen Lebensmitteln
Naturjoghurt mit Honig, Honigbrot, Honigkuchen, Müsli: Der Honig macht keines dieser Lebensmittel katzentauglicher. Ein Teelöffel Naturjoghurt ist ohne Honig die bessere Wahl. Lebkuchen und Gebäck enthalten oft Schokolade, Rosinen oder Gewürze wie Muskat – dann ist Vorsicht geboten.
Die Honigmelone hat mit Honig nur den Namen gemeinsam. Ob und wie viel Melone eine Katze fressen darf, steht unter Welches Obst dürfen Katzen essen?
Die Empfehlung: Lassen Sie Honig weg. Ein abgeleckter Löffel ist kein Grund zur Sorge, ins Futter gehört er nicht. Wer seiner Katze eine Freude machen will, nimmt ein Stück gekochtes Hähnchen oder ein Leckerli für Katzen – siehe Leckerlis für Katzen.
Häufige Fragen
Meine Katze hat Honig geleckt – ist das gefährlich?
Nein. Eine kleine Menge Honig ist für eine gesunde erwachsene Katze harmlos. Hat sie ein ganzes Glas ausgeschleckt, kann Durchfall folgen. Bei einer Katze mit Diabetes informieren Sie die Praxis, weil der Blutzucker ansteigen kann.
Hilft Honig bei Husten oder Halsschmerzen der Katze?
Nein. Husten ist bei Katzen kein Fall für Hausmittel, sondern für den Tierarzt: Dahinter können Asthma, Lungenwürmer, Infekte oder Herzerkrankungen stecken. Atmet die Katze mit offenem Maul oder schwer, ist das ein Notfall.
Ist Manuka-Honig gesund für Katzen?
Als Futter nicht. Manuka-Honig ist genauso zuckerreich wie anderer Honig. Medizinischer Wundhonig, der oft aus Manuka gewonnen wird, gehört nur auf tierärztlichen Rat und keimarm aufbereitet auf eine Wunde.
Dürfen Katzen Zucker oder Sirup essen?
Aus denselben Gründen nicht: leere Kalorien, kein Geschmack, Risiko für Gewicht und Blutzucker. Einzige Ausnahme ist die abgesprochene Erste Hilfe bei Unterzuckerung.
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