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katzenwelt

Spot-on für Katzen: Wirkstoffe, richtige Anwendung, Gefahren

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Katze mit Flöhen bekommt Spot On
Hat die Katze Flöhe, hilft ein Spot On.
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie ein Spot-on wirkt
  2. Welche Wirkstoffe es gibt
  3. Tödliche Verwechslung: Hundemittel und Permethrin
  4. So tragen Sie ein Spot-on richtig auf
  5. Nebenwirkungen und was Sie dann tun
  6. Kitten, Senioren und kranke Katzen
  7. Wie oft und wie lange?
  8. Spot-on, Tablette oder Halsband?
  9. Unsere Empfehlung
  10. Häufige Fragen

Ein Spot-on ist eine kleine Pipette mit einem Tierarzneimittel, das Sie der Katze in den Nacken auf die Haut tropfen. Je nach Wirkstoff schützt es einige Wochen bis etwa drei Monate vor Flöhen, Zecken, Ohrmilben oder Würmern. Entscheidend sind drei Dinge: ein Mittel, das ausdrücklich für Katzen zugelassen ist, die richtige Dosis nach Gewicht und die richtige Stelle. Ein Spot-on für Hunde darf nie an eine Katze.

Wie ein Spot-on wirkt

Die Wirkstoffe gelangen auf zwei Wegen an den Parasiten. Manche verteilen sich über die Fettschicht der Haut im ganzen Fell und töten Flöhe und Zecken bei Kontakt. Andere werden über die Haut ins Blut aufgenommen und wirken, wenn der Parasit saugt, oder erreichen sogar Würmer im Darm. Deshalb steht auf manchen Packungen Schutz vor Würmern, auf anderen nicht.

Ein Spot-on hält Parasiten nicht fern wie ein Zaun. Flöhe und Zecken können noch auf die Katze gelangen, sie sterben dann aber innerhalb von Stunden bis etwa einem Tag. Einzelne Zecken können deshalb trotz Schutz am Fell zu sehen sein, sie saugen aber meist nicht mehr lange.

Welche Wirkstoffe es gibt

In Deutschland sind für Katzen verschiedene Spot-ons zugelassen, rezeptfreie und verschreibungspflichtige. Zu den verbreiteten Wirkstoffen gehören unter anderem Fipronil, Imidacloprid, Selamectin, Moxidectin, Fluralaner und Sarolaner, teils in Kombination mit Wurmmitteln wie Praziquantel oder Emodepsid. Sie unterscheiden sich stark darin, gegen welche Parasiten sie wirken und wie lange.

EinsatzWorauf achten
Nur FlöheReicht für Wohnungskatzen mit gelegentlichem Befall, schützt nicht vor Zecken
Flöhe und ZeckenSinnvoll für Freigänger in Zeckengebieten, Wirkdauer je nach Mittel etwa vier bis zwölf Wochen
Mit WurmwirkungWirkt zusätzlich gegen bestimmte Würmer, ersetzt aber nicht jede Entwurmung, etwa gegen Bandwürmer
Gegen MilbenManche Mittel wirken auch gegen Ohrmilben, Diagnose vorher beim Tierarzt

Welches Mittel passt, hängt vom Risiko Ihrer Katze ab: Freigänger oder Wohnungskatze, Jäger oder nicht, Kontakt zu Hunden, Region, Alter und Gesundheit. Die Tierarztpraxis kann das am besten einschätzen und hat auch die verschreibungspflichtigen Mittel mit langer Wirkdauer. Mehr zur Einordnung finden Sie unter Flohmittel für Katzen und Zeckenschutz für Katzen.

Tödliche Verwechslung: Hundemittel und Permethrin

Viele Spot-ons für Hunde enthalten Permethrin oder verwandte Pyrethroide. Hunde vertragen das gut, Katzen können diese Stoffe kaum abbauen. Schon ein Hunde-Spot-on an einer Katze oder enger Kontakt zu einem frisch behandelten Hund, an dem sich die Katze reibt oder den sie putzt, kann eine schwere Vergiftung auslösen. Typische Anzeichen treten innerhalb von Stunden auf: Zittern, Muskelzucken, Unruhe, starkes Speicheln, Krämpfe, Fieber.

Das ist ein Notfall. Fahren Sie sofort in die nächste Tierarztpraxis oder Tierklinik, rufen Sie unterwegs an und nehmen Sie die Packung mit. Bewahren Sie Hunde- und Katzenmittel getrennt auf, kaufen Sie nie „für Hund und Katze“ nach Augenmaß und halten Sie Katzen nach Vorgabe der Packungsbeilage von frisch behandelten Hunden fern.

Auch natürliches Pyrethrum aus Chrysanthemen gehört zur selben Wirkstoffgruppe. Spot-ons mit Pyrethrum oder mit Neem- bzw. Margosa-Extrakt werden oft als sanfte Alternative verkauft. Meist sind es keine zugelassenen Tierarzneimittel, ihre Wirkung ist schwächer oder nicht belegt, und auch sie können Unverträglichkeiten auslösen. Ätherische Öle wie Teebaumöl sind für Katzen giftig und haben in keinem Mittel für Katzen etwas zu suchen.

Katzen Flohhalsband
Neben Spot-ons gibt es für Katzen auch Halsbänder und Tabletten gegen Flöhe und Zecken

So tragen Sie ein Spot-on richtig auf

  1. Katze wiegen. Die Pipettengröße richtet sich nach dem Gewicht. Eine Katze, die zwischen zwei Gewichtsklassen liegt, bekommt das Mittel nach Packungsbeilage, nicht nach Gefühl.
  2. Packungsbeilage lesen. Mindestalter, Mindestgewicht, trächtige und säugende Katzen, Abstand zum Baden – das steht dort und ist verbindlich.
  3. Die richtige Stelle wählen. Im Nacken zwischen Schädelbasis und Schulterblättern, dort erreicht die Katze die Stelle weder mit der Zunge noch mit den Pfoten. Bei manchen Mitteln wird an zwei, drei Stellen getropft.
  4. Fell scheiteln. Mit zwei Fingern das Fell teilen, bis die Haut sichtbar ist.
  5. Auf die Haut tropfen. Die Pipette aufsetzen und vollständig ausdrücken. Was im Fell landet, wirkt schlechter.
  6. Nicht einmassieren, nicht streicheln. Lassen Sie die Stelle trocknen. Kinder sollten sie bis dahin nicht anfassen, Hände danach waschen.
  7. Mehrkatzenhaushalt beachten. Katzen, die sich gegenseitig putzen, sollten nach der Behandlung getrennt bleiben, bis die Stelle trocken ist.
  8. Datum notieren. Im Kalender oder am Handy, damit der Schutz nicht unbemerkt ausläuft.

Nebenwirkungen und was Sie dann tun

Die meisten Katzen vertragen zugelassene Spot-ons gut. Möglich sind örtliche Reaktionen an der Auftragsstelle: Juckreiz, Rötung, vorübergehender Haarverlust oder ein fettiger Fleck. Hat eine Katze doch an der Stelle geleckt, schäumt sie oft stark oder speichelt, weil die Mittel sehr bitter sind. Das ist meist harmlos und vergeht schnell, rufen Sie aber zur Sicherheit in der Praxis an und nennen Sie den Wirkstoff.

Sofort zum Tierarzt muss Ihre Katze bei Zittern, Krämpfen, Taumeln, Atemnot, anhaltendem Erbrechen oder wenn sie apathisch wird. Nehmen Sie Packung und Beipackzettel mit. Nach einer Unverträglichkeit sollten Sie beim nächsten Mal ein Mittel mit einem anderen Wirkstoff wählen und das in der Praxis besprechen.

Kitten, Senioren und kranke Katzen

Viele Spot-ons sind erst ab einem bestimmten Alter und Gewicht zugelassen, oft ab acht oder zwölf Wochen. Für jüngere Kitten gibt es nur wenige Mittel, hier gehört die Behandlung in die Tierarztpraxis. Stark verflohte Kätzchen können durch Blutarmut in Lebensgefahr geraten. Auch für trächtige und säugende Katzen, sehr alte oder kranke Tiere, etwa mit Nierenerkrankung, sollten Sie das Mittel mit der Praxis abstimmen. Mehr zum Parasitenschutz im Rahmen der Grundversorgung von Kitten finden Sie unter Erstausstattung für Katzenbabys.

Wie oft und wie lange?

Ob eine Katze regelmäßig ein Spot-on braucht, hängt vom Risiko ab. Die Expertengruppe ESCCAP empfiehlt, den Parasitenschutz für jedes Tier einzeln festzulegen. Freigänger, die in Wiesen und Wäldern unterwegs sind, brauchen in der Zeckensaison einen durchgehenden Schutz; weil Zecken auch in milden Wintern aktiv sind, kann das sogar ganzjährig sinnvoll sein. Reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Tieren brauchen oft keinen Dauerschutz. Hier genügt ein regelmäßiger Blick mit dem Flohkamm und eine Behandlung, wenn Flöhe auftauchen. Wie Sie einen Flohbefall erkennen, lesen Sie unter Katzenflöhe.

Die Wirkdauer steht in der Packungsbeilage. Wiederholen Sie die Behandlung nicht früher als angegeben, um den Schutz zu „verstärken“ – das erhöht nur das Risiko einer Überdosierung.

Spot-on, Tablette oder Halsband?

Spot-ons sind nicht die einzige Möglichkeit. Tabletten wirken über das Blut und hinterlassen nichts auf dem Fell, eignen sich aber nur für Katzen, die Tabletten nehmen. Halsbänder mit Wirkstoff schützen über Monate, müssen aber einen Sicherheitsverschluss haben, damit sich eine Freigängerkatze nicht strangulieren kann. Mehr dazu unter Flohhalsband für Katzen. Welche Form am besten passt, entscheiden Sie am besten danach, was Ihre Katze am besten toleriert.

Unsere Empfehlung

Kaufen Sie nur Spot-ons, die als Tierarzneimittel ausdrücklich für Katzen zugelassen sind, und lassen Sie sich beim ersten Mal in der Tierarztpraxis beraten, gegen welche Parasiten Ihre Katze Schutz braucht. Wiegen Sie Ihre Katze, tragen Sie das Mittel direkt auf die Haut im Nacken auf und notieren Sie das Datum. Und bewahren Sie Hundemittel so auf, dass niemand sie versehentlich zur Katze greift.

Häufige Fragen

Darf ich meine Katze nach einem Spot-on baden?

Katzen müssen in der Regel gar nicht gebadet werden. Nach einem Spot-on sollte die Katze in den ersten Tagen nicht nass werden oder gewaschen werden. Den genauen Abstand nennt die Packungsbeilage.

Kann ich ein kleines Hunde-Spot-on für meine Katze nehmen?

Nein, auf keinen Fall. Viele Hunde-Spot-ons enthalten Permethrin, das für Katzen tödlich sein kann. Auch Hundemittel ohne Permethrin sind für Katzen nicht geprüft und nicht dosiert. Nehmen Sie nur Mittel, die für Katzen zugelassen sind.

Warum sehe ich trotz Spot-on noch Flöhe oder Zecken?

Spot-ons töten Parasiten nach dem Kontakt, sie verhindern das Aufsteigen nicht. Frisch geschlüpfte Flöhe aus der Wohnung springen weiter auf die Katze und sterben dann. Bei Zecken sehen Sie gelegentlich ein Tier, das noch nicht abgestorben ist. Lässt die Wirkung deutlich nach, sprechen Sie in der Praxis über ein anderes Mittel.

Meine Katze schäumt nach dem Spot-on – ist das gefährlich?

Meist hat sie an der Stelle geleckt, und das bittere Mittel lässt sie speicheln oder schäumen. Das vergeht in der Regel schnell. Rufen Sie zur Sicherheit in der Praxis an. Kommen Zittern, Taumeln oder Krämpfe dazu, ist es ein Notfall.