Katzentränke und Trinkbrunnen: So trinkt Ihre Katze genug

Inhalt9 Abschnitte
- Wie viel Wasser braucht eine Katze?
- Warum ausreichend Wasser wichtig ist
- Was Katzen zum Trinken bringt
- Trinkbrunnen: was sie leisten und was nicht
- Worauf Sie beim Trinkbrunnen achten sollten
- Reinigung: der unterschätzte Teil
- Gewöhnung an den Brunnen
- Wann das Trinkverhalten zum Tierarzt gehört
- Häufige Fragen
Eine Katzentränke ist jede Wasserstelle für die Katze, vom einfachen Napf bis zum Trinkbrunnen mit Pumpe. Katzen trinken von Natur aus wenig, weil ihre Vorfahren in trockenen Gebieten lebten und den größten Teil ihres Wasserbedarfs über die Beute deckten. Ein Brunnen kann trinkfaule Katzen zum Trinken anregen, ist aber kein Wundermittel. Wirksamer sind oft Nassfutter und mehrere gut platzierte Wasserstellen.
Wie viel Wasser braucht eine Katze?
Als Richtwert gilt in der tiermedizinischen Literatur ein Gesamtbedarf von etwa 40 bis 60 ml Wasser je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Eine 4 kg schwere Katze braucht also rund 160 bis 240 ml. Wichtig: Das ist die Gesamtmenge, einschließlich des Wassers im Futter. Nassfutter besteht zu etwa drei Vierteln aus Wasser. Eine Katze, die überwiegend Nassfutter bekommt, trinkt deshalb oft nur wenig aus dem Napf, und das ist in Ordnung. Eine Katze, die nur Trockenfutter frisst, muss dagegen fast ihren gesamten Bedarf trinken und schafft das oft nicht.
Milch ist kein Wasserersatz. Viele erwachsene Katzen vertragen Laktose schlecht und bekommen Durchfall. Laktosereduzierte Katzenmilch ist ein Leckerli, kein Getränk. Das einzige Getränk, das eine Katze braucht, ist Wasser.
Warum ausreichend Wasser wichtig ist
Eine gute Wasserversorgung verdünnt den Harn. Das senkt das Risiko für Harnsteine und Harnkristalle und wird bei Blasenentzündungen und Nierenerkrankungen ausdrücklich empfohlen. Die chronische Niereninsuffizienz ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Katzen. Viel Trinken allein verhindert sie nicht, aber eine gut mit Wasser versorgte Katze kommt mit beginnenden Nierenproblemen besser zurecht.
Was Katzen zum Trinken bringt
Katzen haben klare Vorlieben, die man nutzen kann:
- Abstand zum Futter: Viele Katzen trinken ungern direkt neben dem Futternapf. In der Natur liegt Wasser selten neben der Beute; Beutereste könnten es verunreinigen.
- Abstand zum Katzenklo: Wasser neben der Toilette wird oft gemieden.
- Mehrere Wasserstellen: In jedem Raum, den die Katze häufig nutzt, eine Schale. In Mehrkatzenhaushalten verhindert das, dass eine Katze die andere vom Wasser fernhält.
- Breite, flache Schalen: Viele Katzen mögen es nicht, wenn die Tasthaare beim Trinken an den Rand stoßen.
- Randvoll füllen: So muss die Katze den Kopf nicht tief in den Napf stecken.
- Material: Keramik, Glas oder Edelstahl. Kunststoff zerkratzt, nimmt Geruch an und wird mit Kinnakne in Verbindung gebracht.
- Frisches Wasser: Mindestens einmal täglich wechseln, Schale dabei ausspülen.
Einige Katzen trinken am liebsten aus dem Wasserhahn, dem Duschboden oder der Gießkanne. Wasser aus Gießkannen und Blumenuntersetzern ist ungeeignet, wenn Dünger darin war oder giftige Pflanzen darin stehen. Auch Regentonnen sind wegen Keimen und der Gefahr, hineinzufallen, keine gute Tränke.

Trinkbrunnen: was sie leisten und was nicht
Ein Trinkbrunnen pumpt Wasser im Kreislauf und lässt es über eine Schale, einen Sprudelstein oder einen kleinen Wasserfall zurückfließen. Bewegtes Wasser weckt bei manchen Katzen Neugier, und einige trinken daraus nachweislich mehr als aus dem Napf. Studien zu dieser Frage kommen aber zu uneinheitlichen Ergebnissen: Im Mittel ist der Unterschied bei vielen Katzen gering, und manche Katzen trinken aus einer einfachen Schale genauso viel oder bevorzugen sie sogar. Die Behauptung, ein Brunnen beuge Nierenerkrankungen sicher vor, ist nicht belegt.
Auch „gekühltes“ oder „mit Sauerstoff angereichertes“ Wasser ist Werbesprache. Das Wasser im Brunnen hat Raumtemperatur. Der Filter hält vor allem Haare, Futterreste und Staub zurück; weiches Wasser ist für Katzen nicht gesünder als hartes Leitungswasser. Leitungswasser in Deutschland ist für Katzen gut geeignet.
Ein Brunnen lohnt sich also, wenn Ihre Katze bewegtes Wasser mag – etwa weil sie ständig am Wasserhahn sitzt. Probieren Sie es aus, und behalten Sie zusätzlich normale Schalen bei.
Worauf Sie beim Trinkbrunnen achten sollten
| Material | Vorteile | Nachteile |
| Kunststoff | leicht, günstig, große Auswahl | zerkratzt, nimmt Geruch an, Biofilm setzt sich in Kratzern fest |
| Keramik | schwer und standfest, glatte Glasur, gut zu reinigen | zerbrechlich, teurer |
| Edelstahl | hygienisch, unzerbrechlich, spülmaschinengeeignet (Schale) | manche Katzen mögen Spiegelungen oder Geräusche nicht |
Weitere Kriterien:
- Leise Pumpe: Ein Summen, das nachts im Schlafzimmer stört, stört auch empfindliche Katzen.
- Einfach zerlegbar: Alle Teile, auch die Pumpe, müssen sich ohne Werkzeug öffnen lassen. Was man nicht reinigen kann, verkeimt.
- Filter günstig nachkaufbar: Die Folgekosten liegen oft höher als der Kaufpreis.
- Füllmenge: 1,5 bis 3 Liter reichen für ein bis zwei Katzen. Größere Tanks verführen dazu, das Wasser zu selten zu wechseln.
- Niedrige Spannung und sicheres Kabel: Viele Pumpen laufen über ein Netzteil mit Kleinspannung. Das Kabel sollte kurz geführt oder mit einem Kabelschutz gegen Anknabbern gesichert sein.
- Trockenlaufschutz: Schaltet die Pumpe ab, wenn der Wasserstand zu niedrig ist.
Trinkbrunnen kosten meist zwischen 20 und 60 Euro, Keramikmodelle auch mehr. Eine Übersicht speziell zu Keramik steht im Beitrag über den Katzenbrunnen aus Keramik.
Reinigung: der unterschätzte Teil
Ein Trinkbrunnen ist nur so gut wie seine Pflege. In warmem, bewegtem Wasser bildet sich innerhalb weniger Tage ein schleimiger Belag (Biofilm), in dem sich Bakterien vermehren. So bleibt der Brunnen sauber:
- Täglich Wasser nachfüllen, bei sichtbaren Haaren oder Futterresten ganz wechseln.
- Mindestens einmal pro Woche alles zerlegen, Schale und Einsätze mit heißem Wasser und Spülmittel reinigen, gründlich nachspülen.
- Die Pumpe alle ein bis zwei Wochen öffnen und das Laufrad mit einer kleinen Bürste säubern. Haare wickeln sich dort gern auf.
- Filter nach Herstellerangabe wechseln, meist alle zwei bis vier Wochen.
- Kalk mit Zitronensäure entfernen und danach sehr gründlich ausspülen.
Duftende Reiniger und Essigreste lassen viele Katzen den Brunnen meiden.
Gewöhnung an den Brunnen
Manche Katzen erschrecken sich vor dem Geräusch. Stellen Sie den Brunnen zunächst ausgeschaltet auf, gefüllt wie eine normale Schale, und lassen Sie die alte Schale daneben stehen. Nimmt die Katze ihn an, schalten Sie die Pumpe ein, am besten auf der niedrigsten Stufe. Nach einigen Tagen können Sie die alte Schale an einen anderen Ort stellen – aber nicht ganz entfernen, falls die Katze den Brunnen doch meidet.
Wann das Trinkverhalten zum Tierarzt gehört
Trinkt eine Katze plötzlich deutlich mehr als sonst, sind die Urinklumpen im Klo auffällig groß oder zahlreich, kann das auf eine Nierenerkrankung, Diabetes oder eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen – mehr dazu unter Die Katze trinkt viel. Trinkt sie gar nicht mehr und frisst zugleich schlecht, droht Austrocknung. Bei Erbrechen, Durchfall, Fieber oder Teilnahmslosigkeit muss sie noch am selben Tag untersucht werden. Tipps für wenig trinkende, aber gesunde Katzen stehen unter Die Katze trinkt nicht.
Die Empfehlung: Setzen Sie zuerst auf Nassfutter, mehrere breite Schalen an ruhigen Orten und täglich frisches Wasser. Einen Brunnen probieren Sie zusätzlich aus, wenn Ihre Katze bewegtes Wasser mag – und nur, wenn Sie bereit sind, ihn jede Woche zu reinigen.
Häufige Fragen
Kann ich einen Trinkbrunnen nachts laufen lassen?
Ja, wenn er leise ist und einen Trockenlaufschutz hat. Viele Katzen trinken gerade nachts. Wer das Summen nicht hören will, stellt ihn in einen anderen Raum.
Wie oft muss das Wasser im Napf gewechselt werden?
Mindestens einmal täglich, bei Wärme oder Staub öfter. Stehendes Wasser nimmt Staub, Haare und Gerüche auf, und viele Katzen trinken frisches Wasser lieber.
Ist Mineralwasser besser als Leitungswasser?
Nein. Deutsches Leitungswasser ist für Katzen gut geeignet. Kohlensäurehaltiges Wasser mögen Katzen nicht, und stark mineralhaltiges Wasser bringt keinen Vorteil.
Trinkt meine Katze genug?
Das lässt sich schwer messen. Hinweise geben das Katzenklo (regelmäßige, normal große Urinklumpen), die Futterart und das Verhalten. Im Zweifel kann der Tierarzt über Blut- und Urinwerte beurteilen, ob die Katze ausreichend versorgt ist.



