Korat-Katze: Wesen, Haltung und Gesundheit der Glückskatze

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Die Korat ist eine seltene, silberblaue Kurzhaarkatze aus Thailand mit herzförmigem Kopf und leuchtend grünen Augen. Sie ist kompakt und muskulös, wiegt meist nur 2,5 bis 4,5 kg und gilt als anhänglich, klug und verspielt, aber empfindlich gegenüber Lärm und Hektik. In Thailand gilt sie seit Jahrhunderten als Glücksbringerin. Wer eine Korat kaufen möchte, muss vor allem auf eines achten: den Gentest der Eltern auf Gangliosidose.
Steckbrief der Korat
| Herkunft | Thailand, benannt nach der Provinz Nakhon Ratchasima („Korat“); in den USA ab 1959 gezüchtet |
| Größe und Gewicht | klein bis mittelgroß, kompakt und schwer für ihre Größe; meist 2,5–4,5 kg |
| Fell | kurz, fein, einlagig ohne Unterwolle, immer Blau mit silbernen Spitzen |
| Augen | grün, endgültige Farbe oft erst mit zwei bis vier Jahren |
| Lebenserwartung | häufig 12–15 Jahre und mehr |
| Wesen | anhänglich, verspielt, intelligent, geräuschempfindlich |
| Pflegeaufwand | gering; wöchentlich mit der Hand oder einem Tuch über das Fell |
Herkunft: die Glückskatze aus Thailand
Silberblaue Katzen mit grünen Augen sind in den alten thailändischen „Katzenbuch-Gedichten“ (Tamra Maew) beschrieben, einer Sammlung aus der Ayutthaya-Zeit, in der eine Reihe von Glückskatzen dargestellt ist. In Thailand heißt die Korat „Si-Sawat“; der Name verbindet die Farbe mit Glück und Wohlstand. Ihr heutiger Name geht auf die Provinz Nakhon Ratchasima zurück, die umgangssprachlich Korat heißt.
In Thailand galt die Katze als Glücksbringerin. Überliefert ist der Brauch, einem Brautpaar ein Korat-Paar zu schenken; gekauft wurde sie traditionell nicht. Solche Geschichten sind Volksglaube, aber sie erklären, warum die Rasse lange kaum außer Landes kam.
1959 erhielt die Amerikanerin Jean Johnson, die zuvor mit ihrem Mann in Thailand gelebt hatte, ein Korat-Paar aus Bangkok. Mit diesen Tieren und weiteren Importen begann die Zucht in den USA. Die amerikanische Cat Fanciers’ Association erkannte die Rasse in den 1960er-Jahren an, später folgten die europäischen Verbände. In Deutschland ist die Korat bis heute selten.
Aussehen: Herzform und Silberglanz
Die Korat ist kompakt, muskulös und für ihre Größe erstaunlich schwer. Typisch ist der herzförmige Kopf: Von vorn betrachtet bilden die Augenbrauenbögen die beiden oberen Rundungen, das Kinn die Spitze. Die Ohren sind groß und hoch angesetzt, die Augen groß und rund.
Das Fell ist kurz, fein und einlagig, also ohne nennenswerte Unterwolle. Jedes Haar ist am Ansatz hellblau, darüber kräftiger blau und an der Spitze silbern. Dadurch schimmert das Fell besonders dort, wo die Haare kurz sind, etwa an Nase und Ohren. Andere Farben lässt der Standard nicht zu.
Die Augen der Kätzchen sind zunächst blau, dann bernsteinfarben bis grünlich-gelb. Das endgültige, leuchtende Grün entwickelt sich oft erst im Alter von zwei bis vier Jahren.

Wesen: anhänglich, aber empfindlich
Korats gelten als sehr menschenbezogen und verspielt. Viele binden sich besonders eng an eine Person, liegen gern auf dem Schoß und fordern Aufmerksamkeit ein. Sie sind intelligent, lernen schnell und lassen sich gut mit Spielen und Clickertraining beschäftigen.
Gleichzeitig haben sie ein feines Gehör und reagieren empfindlich auf Lärm, plötzliche Geräusche und Hektik. Ein ruhiger Haushalt mit festen Abläufen passt besser als eine Wohnung mit ständigem Trubel. Mit rücksichtsvollen Kindern kommen Korats gut aus, laute Kleinkinder können sie verschrecken. Rückzugsorte wie eine Katzenhöhle oder erhöhte Liegeplätze sind wichtig.
Unter Artgenossen beanspruchen Korats gern die erste Rolle. Eine zweite Katze ist sinnvoll, sollte aber vom Temperament her passen und behutsam eingeführt werden.
Haltung und Beschäftigung
Die Korat lebt gut als Wohnungskatze. Sie braucht einen stabilen Kratzbaum mit Aussichtsplätzen, tägliche Spielzeiten mit Angel und Bällen und geistige Aufgaben wie Futterspiele. Ein mit einem Katzennetz gesicherter Balkon ist eine gute Ergänzung. Freigang ist möglich; dann gelten die örtlichen Pflichten zu Kastration und Kennzeichnung.
Pflege
Das einlagige Fell ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit der Hand, einem weichen Handschuh oder einem leicht feuchten Tuch darüberstreichen genügt. Die Korat haart vergleichsweise wenig. Für Allergiker geeignet ist sie trotzdem nicht verlässlich, denn das Hauptallergen stammt aus Speichel und Hautdrüsen. Achten Sie auf die Zähne: Zahnstein und Zahnfleischentzündungen kommen wie bei allen Katzen vor und gehören beim jährlichen Gesundheitscheck angeschaut. Trockenfutter reinigt die Zähne nicht zuverlässig.
Gesundheit: Gangliosidose GM1 und GM2
Die wichtigsten rassetypischen Erkrankungen der Korat sind zwei erbliche Speicherkrankheiten, die Gangliosidosen GM1 und GM2. Durch einen Enzymdefekt reichern sich Fettstoffe in den Nervenzellen an. Beide werden rezessiv vererbt: Erkranken kann ein Kätzchen nur, wenn es die Anlage von beiden Eltern erhalten hat.
Bei GM1 zeigen sich die ersten Zeichen meist mit etwa drei Monaten – Zittern, besonders am Kopf, unsicherer Gang, Koordinationsstörungen. Die Krankheit schreitet fort, später kommen Blindheit und Krampfanfälle hinzu, das Endstadium ist oft mit neun bis zehn Monaten erreicht. GM2 verläuft noch schneller. Eine Behandlung gibt es nicht.
Für beide Formen gibt es Gentests. Werden alle Zuchttiere getestet und nie zwei Anlageträger miteinander verpaart, entstehen keine erkrankten Kätzchen. Abgesehen davon gilt die Korat als robuste, langlebige Rasse.
Sofort zum Tierarzt muss Ihre Katze bei Atemnot, Krampfanfällen, wenn sie keinen Urin absetzt oder länger als 24 Stunden nichts frisst.
Worauf Sie beim Züchter achten sollten
- Gentests auf GM1 und GM2. Beide Elterntiere müssen getestet sein; es darf nie ein Anlageträger mit einem Anlageträger verpaart werden.
- Stammbaum eines anerkannten Vereins. Ein Verein unter einem Dachverband wie FIFe, WCF, TICA oder CFA.
- Abgabe nicht vor der 12. Woche. Geimpft, entwurmt, gechippt, mit Heimtierausweis.
- Ruhige Aufzucht mit viel Menschenkontakt. Gerade bei einer geräuschempfindlichen Rasse zählt die Prägung auf Alltagsgeräusche.
- Geduld. Korats sind selten, Wartelisten sind normal. Ein „sofort verfügbares“ Kätzchen ohne Papiere ist ein Warnsignal.
Eine ähnlich gefärbte, aber schlankere Rasse ist die Russisch Blau; die Korat ist kompakter und hat einen herzförmigen Kopf. Eine weitere alte Rasse aus Thailand ist die Siamkatze.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Korat von der Russisch Blau?
Die Korat ist kleiner, kompakter und hat einen herzförmigen Kopf sowie ein einlagiges, anliegendes Fell. Die Russisch Blau ist schlanker, hat einen keilförmigen Kopf und ein dichtes, plüschig abstehendes Doppelfell.
Ist die Korat für Allergiker geeignet?
Nicht verlässlich. Sie haart wenig, das Hauptallergen Fel d 1 bildet aber jede Katze. Allergiker sollten vorher längeren Kontakt zum Tier testen.
Warum hat mein Korat-Kätzchen noch keine grünen Augen?
Das ist normal. Die Augenfarbe entwickelt sich über Jahre und ist oft erst mit zwei bis vier Jahren endgültig grün.
Wie schwer wird eine Korat?
Meist zwischen 2,5 und 4,5 kg, Kater schwerer als Kätzinnen. Angaben von 6 kg und mehr, die man mitunter liest, wären für eine Korat Übergewicht.



