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katzenwelt

Insektenstich bei der Katze: Erste Hilfe und Warnzeichen

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Kleines Kätzchen spielt mit Schmetterling
Kleines Kätzchen spielt mit Schmetterling
Inhalt9 Abschnitte
  1. Warum Katzen oft gestochen werden
  2. Woran Sie einen Stich erkennen
  3. Erste Hilfe bei einem Stich an Pfote oder Körper
  4. Stich ins Maul oder in den Hals: sofort in die Praxis
  5. Allergische Reaktionen erkennen
  6. Wann Ihre Katze sonst zum Tierarzt muss
  7. Andere Insekten und Raupen
  8. So beugen Sie vor
  9. Häufige Fragen

Ein Insektenstich an Pfote oder Körper ist für Katzen meist schmerzhaft, aber harmlos: Stachel entfernen, die Stelle kühlen und die Katze einige Stunden beobachten. Gefährlich wird es bei Stichen ins Maul, in den Rachen oder am Hals, bei vielen Stichen gleichzeitig und bei allergischen Reaktionen. Dann muss die Katze sofort in die Tierarztpraxis.

Warum Katzen oft gestochen werden

Katzen jagen alles, was brummt und sich bewegt. Deshalb trifft es sie meist an den Pfoten, im Gesicht oder im Maul, wenn sie eine Wespe oder Biene fangen oder fressen wollen. Freigänger sind häufiger betroffen, Wohnungskatzen am offenen Fenster oder auf dem Balkon aber ebenso. Die meisten Stiche stammen von Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen. Mückenstiche jucken, sind aber meist harmlos; manche Katzen reagieren allerdings allergisch darauf, oft mit krustigen Stellen an Nase und Ohren.

Woran Sie einen Stich erkennen

Oft haben Sie den Stich nicht gesehen. Hinweise sind:

  • die Katze schreckt plötzlich auf, schüttelt die Pfote, leckt heftig an einer Stelle
  • Humpeln oder Hochhalten einer Pfote
  • eine warme, gerötete Schwellung, im Gesicht oft an Lippe, Nase oder Augenlid
  • bei Bienen ein kleiner schwarzer Stachel mit Giftbläschen in der Haut

Humpeln und Schwellung können auch andere Ursachen haben, etwa einen Biss mit beginnendem Abszess, einen Fremdkörper im Ballen oder eine Verletzung. Wenn die Schwellung nach einem Tag nicht kleiner wird, lassen Sie nachsehen.

Erste Hilfe bei einem Stich an Pfote oder Körper

  1. Stachel schnell entfernen. Bei Bienenstichen steckt der Stachel mit Giftbläschen in der Haut und pumpt weiter Gift. Schieben Sie ihn mit dem Fingernagel oder einer Karte seitlich heraus. Mit einer Pinzette fassen Sie ihn nur ganz unten an der Haut, ohne auf das Bläschen zu drücken. Schnelligkeit ist wichtiger als die Methode. Wespen, Hummeln und Hornissen hinterlassen keinen Stachel.
  2. Kühlen. Ein feuchtes, kaltes Tuch oder ein in ein Handtuch gewickeltes Kühlpad für einige Minuten auflegen, mehrmals wiederholen. Nie Eis direkt auf die Haut legen.
  3. Beobachten. Behalten Sie die Katze in den nächsten Stunden im Haus und schauen Sie regelmäßig nach Atmung, Zahnfleischfarbe und Verhalten.
  4. Nichts auftragen. Keine Salben, Gels, Essig, Zwiebeln oder ätherischen Öle. Katzen lecken alles ab, und manche Mittel für Menschen sind für sie giftig.
  5. Keine Medikamente für Menschen. Paracetamol ist für Katzen hochgiftig, auch Ibuprofen und ASS sind gefährlich. Antihistaminika gibt es für Katzen nur nach tierärztlicher Anweisung.

Die Katze wird die Stelle vermutlich ablecken. Das ist ein normales Verhalten, das Sie nicht verhindern müssen, solange die Haut nicht verletzt wird. Leckt sie die Stelle wund, hilft ein Verband oder eine Halskrause nach Rücksprache mit der Praxis.

Katze wird am Fuss verbunden beim Tierarzt
Eine Katze bekommt in der Tierarztpraxis einen Pfotenverband

Stich ins Maul oder in den Hals: sofort in die Praxis

Schnappt die Katze nach einer Wespe, sticht diese häufig in Lippe, Zunge oder Rachen. Die Schleimhäute dort schwellen schnell an. Im schlimmsten Fall verengt sich der Rachen so sehr, dass die Katze keine Luft mehr bekommt.

Fahren Sie sofort in die Praxis, wenn:

  • die Katze nach einem Insekt geschnappt hat und danach speichelt, würgt, mit der Pfote am Maul scharrt oder schlecht schluckt
  • Zunge, Lippen oder Hals sichtbar anschwellen
  • die Atmung geräuschvoll wird oder die Katze mit offenem Maul atmet
  • Zunge oder Zahnfleisch bläulich werden

Kühlen Sie auf dem Weg von außen den Hals mit einem feuchten Tuch, sofern die Katze es zulässt. Was eine blaue Zunge bedeutet, lesen Sie unter Blaue Zunge bei Katzen.

Allergische Reaktionen erkennen

Manche Katzen reagieren auf Insektengift allergisch. Eine schwere allergische Reaktion, der anaphylaktische Schock, beginnt meist innerhalb von Minuten bis etwa einer halben Stunde nach dem Stich. Bei Katzen betrifft sie besonders häufig Atemwege und Magen-Darm-Trakt.

Warnzeichen sind:

  • Erbrechen, Durchfall, starkes Speicheln
  • Atemnot, Husten, schnelles Atmen
  • blasses Zahnfleisch, kalte Pfoten, Schwäche, Taumeln bis zum Zusammenbruch
  • Schwellungen im Gesicht oder an anderen Körperstellen, Quaddeln, starker Juckreiz am ganzen Körper
  • Unruhe oder auffällige Teilnahmslosigkeit

Treten eines oder mehrere dieser Zeichen auf, fahren Sie ohne Umweg in die nächste Praxis oder Tierklinik. Eine anaphylaktische Reaktion wird mit Notfallmedikamenten, Infusionen und gegebenenfalls Sauerstoff behandelt. Hat Ihre Katze einmal allergisch reagiert, besprechen Sie mit der Tierärztin, wie Sie beim nächsten Stich vorgehen.

Wann Ihre Katze sonst zum Tierarzt muss

Auch ohne Allergie sollte die Katze untersucht werden, wenn:

  • sie mehrfach gestochen wurde, etwa nach Kontakt mit einem Wespen- oder Hornissennest – viele Stiche können auch ohne Allergie zu einer Vergiftung führen
  • der Stich nahe am Auge sitzt
  • die Schwellung nach 24 Stunden größer statt kleiner wird, heiß ist oder eitert
  • die Katze nach einem Tag noch immer deutlich humpelt oder nicht frisst
  • es sich um ein Kitten oder eine alte, herzkranke Katze handelt

In der Praxis entfernt die Tierärztin verbliebene Stachelreste, behandelt bei Bedarf mit abschwellenden Mitteln und überwacht die Katze. Bei entzündeten Stellen kann ein Verband nötig sein.

Andere Insekten und Raupen

Zecken stechen nicht, sondern saugen sich fest. Entfernen Sie sie mit einer Zeckenzange oder einer spitzen Pinzette nahe an der Haut, ohne zu quetschen. Wie Sie vorbeugen, lesen Sie unter Zeckenschutz für Katzen. Und ganz wichtig: Zecken- und Flohmittel für Hunde mit Permethrin sind für Katzen tödlich.

Flöhe verursachen Juckreiz und kleine Krusten, besonders am Rücken vor dem Schwanz. Mehr dazu unter Katzenflöhe.

Raupen des Eichenprozessionsspinners tragen Brennhaare, die bei Katzen, die mit einem Nest oder den Raupen in Kontakt kommen, starke Entzündungen an Maul, Zunge und Augen auslösen können. Auch das gehört umgehend in die Praxis.

So beugen Sie vor

  1. Nicht draußen füttern und Futterreste im Sommer zügig wegräumen, weil sie Wespen anlocken.
  2. Fenster mit Fliegengitter sichern, besonders wenn die Katze gern nach Insekten jagt.
  3. Nester melden. Wespen- und Hornissennester in Katzennähe lassen Sie von Fachleuten umsiedeln oder sichern; Hornissen stehen unter Naturschutz.
  4. Balkon und Garten im Blick behalten, besonders blühende Pflanzen und Fallobst.

Die Empfehlung: Die meisten Stiche verheilen mit Kühlen und Geduld. Beobachten Sie Ihre Katze nach einem Stich aber einige Stunden aufmerksam und zögern Sie bei Schwellungen im Maul oder am Hals und bei Allgemeinsymptomen keine Minute.

Häufige Fragen

Wie lange bleibt die Schwellung nach einem Wespenstich?

Eine normale Schwellung ist nach wenigen Stunden bis etwa zwei Tagen verschwunden. Wird sie größer, heiß oder eitrig, sollte die Tierärztin nachsehen.

Darf ich meiner Katze ein Antihistaminikum aus der Hausapotheke geben?

Nur, wenn Ihre Tierärztin das ausdrücklich so empfohlen und die Dosis festgelegt hat. Manche Präparate für Menschen enthalten zusätzlich Stoffe, die für Katzen gefährlich sind, und bei einer schweren Reaktion reichen Tabletten ohnehin nicht aus.

Ist es schlimm, wenn meine Katze eine Wespe gefressen hat?

Oft passiert nichts. Wurde die Katze dabei gestochen, kann der Rachen anschwellen. Beobachten Sie in der nächsten Stunde genau Atmung, Speicheln und Schlucken und fahren Sie beim geringsten Anzeichen von Atemproblemen sofort los.

Helfen homöopathische Mittel bei Insektenstichen?

Eine Wirkung homöopathischer Mittel über den Placeboeffekt hinaus ist nicht belegt. Kühlen hilft zuverlässiger. Bei ernsten Anzeichen zählt allein der schnelle Weg in die Praxis.