Bandwurm bei Katzen

Katzen werden relativ häufig von Bandwürmern befallen. Meist verläuft die Infektion unauffällig und bringt keine größeren gesundheitlichen Probleme für das Tier mit sich. In Ausnahmefällen kann ein Verlauf jedoch massive Schäden verursachen oder gar tödlich enden. Der Bandwurm bei der Katze sollte deshalb grundsätzlich bekämpft werden.

Dickhalsiger Bandwurm, der Katzenbandwurm schlechthin

Von den mehr als 3 500 Bandwurmarten, die es weltweit gibt, spielen eigentlich nur drei bei Katzen eine Rolle. Am häufigsten ist der Befall mit dem sogenannten „Dickhalsigen Bandwurm“ (Hydatigera bzw. Taenia taeniaeformisdwurm“). Er wird nicht umsonst auch explizit Katzenbandwurm genannt. Der Parasit nistet sich im Dünndarm der Katze ein und kann dort eine Länge von 15 bis 60 cm erreichen. Im Schnitt weist er dabei einen Durchmesser von 5 mm auf.

Im Darm eines Tieres finden sich zwei bis zehn Katzenbandwürmer. Sie saugen sich an den Darmwänden fest und ernähren sich vom Darminhalt. Typisch für sie ist, dass sie täglich vier bis fünf Glieder ihres Körpers abstoßen und über den Anus der Katze ausscheiden. Die länglichen, weiß bis gelblich gefärbten Glieder können im Afterbereich der Katze meist mit bloßem Auge erkannt werden. Die Infektion mit dem dickhalsigen Bandwurm erfolgt meist durch für Katzen typische Beutetiere wie etwa Mäuse oder Ratten. Diese dienen den Larven des Wurms als Zwischenwirte.

Gurkenkernbandwurm und Fuchsbandwurm

Auch der Gurkenkernbandwurm kommt relativ häufig bei Katzen vor. Untersuchungen zufolge werden etwa ein Drittel der Tiere mindestens einmal in ihrem Leben von dem Parasiten befallen. Seinen Namen hat er übrigens von Gliedern seines Körpers, die entfernt an Gurkenkerne erinnern. Der Gurkenkernbandwurm nistet im vorderen Dünndarm und kann bis zu 80 cm lang werden. Er stößt ebenfalls Körperglieder ab, die dann ausgeschieden werden. Die Infektion erfolgt in der Regel über den Katzenfloh, der als Zwischenwirt dient.

Ausgesprochen selten sind hingegen Infektionen mit dem Fuchsbandwurm. Nur 0,4 Prozent aller Katzen werden von ihm befallen. Die Aufnahme erfolgt meist über infizierte Beutetiere oder über Aas, das von einem infizierten Fuchs zurückgelassen wurde. Der Fuchsbandwurm wird im Dünndarm nur etwa 3 mm groß.

Symptome und mögliche Gefahren

Ob ein Bandwurm eine Katze befallen hat, lässt sich häufig daran erkennen, dass das Tier abgestoßene Glieder des Wurms mit dem Kot ausscheidet. Zum Teil kann es auch vorkommen, dass die Wurmglieder ohne Kot im After auftreten. Ist die Katze nur von sehr wenigen Bandwürmern befallen, zeigt sie meist keine konkreten Symptome, die auf ein Infektion mit einem Parasiten hinweisen. Legt jedoch ein stärkerer Befall vor können meist folgende Symptome einzeln oder gemeinsam beobachtet werden:

  • stumpfes, struppiges Fell
  • wiederkehrender Durchfall
  • sehr weicher Kot
  • ständige Appetitlosigkeit
  • Juckreiz im Analbereich

Auf den Juckreiz, der durch austretende Wurmglieder verursacht wird, reagiert die Katze häufig mit dem sogenannten „Schlittenfahren“. Dabei fährt die Katze mehrfach mit ihrem Hinterteil über einen Teppich. Es handelt sich also um eine etwas eigenwillige Form des Kratzens.

Normalerweise verläuft eine Bandwurminfektion bei Katzen problemlos. Für junge und geschwächte Tiere kann sie jedoch gravierende Folgen haben. So kommt es beispielsweise vor, dass infizierte Katzen stark abmagern. Möglich ist außerdem ein lebensgefährlicher Darmverschluss, der dann chirurgisch behandelt werden muss.

Bekämpfung der Bandwürmer mit einer Wurmkur

Auch wenn eine Infektion in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle harmlos verläuft, sollte schon aus hygienischen Gründen eine Bekämpfung des Bandwurms erfolgen. Dazu ist es unumgänglich, einen Tierarzt aufzusuchen. Nur der Arzt kann feststellen, ob tatsächlich eine Infektion vorliegt und um welche Art von Wurmbefall es sich handelt. Dafür ist allerdings eine Kotuntersuchung notwendig. Weil dies aber sehr aufwendig ist, erfolgt bei Katzen meist eine allgemeine Wurmkur.

Eine Wurmkur dient dazu, eine Katze das ganze Jahr hinweg einigermaßen wurmfrei zu halten. Meist wird dazu in gewissen Abständen eine Tablette verabreicht. Die Wirkstoffe in dem Medikament töten dabei sowohl den Wurm als auch seine Eier bzw. Larven ab. Da die Wirkung aber nur sehr kurz anhält, muss die Medikamentengabe regelmäßig wiederholt werden. Im Prinzip schützt eine verabreichte Tablette nur für 24 Stunden. Anschließend kann sich die Katze jederzeit neu infizieren.

Bei einer Infizierung werden zunächst nur Eier oder Larven eines Bandwurms aufgenommen. Es dauert mehrere Wochen, bis sich daraus ein erwachsener Wurm entwickelt. Das ist auch der Grund, warum die Medikamentengabe in größeren Zeitabständen erfolgen kann. Wem die Verabreichung einer Tablette zu aufwändig ist, kann auch auf sogenannte Spot-on-Präparate zurückgreifen. Sie werden in den Nacken der Katze geträufelt und gelangen über die Haut in den Organismus des Tieres.

Darüber hinaus gibt es auch noch Pasten, die dem Futter beigemischt werden können. Schlussendlich kann der Tierarzt das Medikament auch spritzen. Das Ziel einer Wurmkur ist im Übrigen nicht unbedingt für eine völlige Wurmfreiheit zu sorgen. Sie dient vielmehr häufig dazu, die Ausbreitung des Wurms im Darm zu minimieren.

Vorbeugende Maßnahmen

Wurminfektionen lassen sich bei Katzen, die ins Freie dürfen, kaum verhindern. Für alle Freigänger ist deshalb eine prophylaktische Wurmkur obligatorisch. Das gilt ausdrücklich auch für Katzenbabys, die durch den natürlichen Kontakt zur Mutter mit Wurmeiern infiziert sein können. Als vorbeugende Maßnahme empfiehlt sich vor allem das regelmäßige Kämmen der Katze mit einem Flohkamms. Zumindest die Gefahr einer Übertragung durch den Katzenfloh kann damit minimiert werden. Das ausgekämmt Fell sollte auf jeden Fall entsorgt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Bandwürmer von der Katze auf den Menschen übertragen werden?

Ja und nein. Es kommt darauf an, um welche Bandwurmart es sich handelt. Zu einer Übertragung kann es bei einer Infektion der Katze mit dem Gurkenkernbandwurm kommen. Allerdings ist auch hier die Gefahr eines Befalls sehr gering. Geschieht er dennoch, verläuft er beim Menschen meistens unauffällig und führt zu keinen gravierenden gesundheitlichen Problemen. Auch eine Übertragung des Fuchsbandwurms ist theoretisch möglich, kommt aber noch seltener vor. Der Fuchsbandwurm stellt für den Menschen eine große Gefahr dar.

Können Bandwürmer von der Katze auf andere Haustiere übertragen werden?

In sehr seltenen Fällen kann das vorkommen. Betroffen sind davon aber meistens nur Hunde, bei denen sich dann ähnliche Symptome ausbilden wie bei der Katze. Eine Übertragung auf Hasen oder Meerschweinchen kommt hingegen so gut wie überhaupt nicht vor.

Gibt es Hausmittel, um den Bandwurm einer Katze zu bekämpfen?

Nein. Bandwürmer lassen sich bei Katzen nur mit einer Wurmkur bekämpfen, die meist vom Tierarzt verordnet werden muss. Man sollte sich im Zusammenhang mit einem Wurmbefall bei Katze grundsätzlich nicht auf Alternativen oder auf homöopathische Mittel einlassen.

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