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katzenwelt

Bandwurm bei Katzen: Erkennen, behandeln, vorbeugen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Bandwurm bei Katzen
Der Bandwurm bei Katzen ist lästig, aber gut behandelbar
Inhalt8 Abschnitte
  1. Welche Bandwürmer bei Katzen vorkommen
  2. Woran Sie einen Bandwurmbefall erkennen
  3. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  4. Wie Bandwürmer behandelt werden
  5. Flöhe mitbehandeln – sonst kommt der Wurm zurück
  6. Wie oft entwurmt werden sollte
  7. Ansteckung für Menschen und Vorbeugung im Alltag
  8. Häufige Fragen

Einen Bandwurmbefall erkennen Sie bei Katzen meist an kleinen, weißen Wurmgliedern, die wie Reis- oder Gurkenkerne aussehen und am After, im Fell darunter oder im Kot kleben. Die Katze steckt sich über verschluckte Flöhe oder über erbeutete Mäuse an. Ein Wurmmittel gegen Bandwürmer vom Tierarzt beseitigt den Befall zuverlässig, verhindert aber keine neue Ansteckung.

Welche Bandwürmer bei Katzen vorkommen

Bei Katzen in Mitteleuropa spielen vor allem drei Arten eine Rolle. Sie unterscheiden sich darin, wie sich die Katze ansteckt – und damit auch darin, wie man vorbeugt.

ArtAnsteckungBedeutung
Gurkenkernbandwurm (Dipylidium caninum)Katze verschluckt beim Putzen einen Floh, der die Larve trägt; auch über Haarlingehäufig, besonders bei Flohbefall; auch Wohnungskatzen
Katzenbandwurm (Hydatigera taeniaeformis)Katze frisst eine infizierte Maus oder Rattehäufig bei jagenden Freigängern
Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis)Katze frisst infizierte Mäusebei Katzen selten, für Menschen aber gefährlich

Der Katzenbandwurm kann im Dünndarm mehrere Dutzend Zentimeter lang werden, der Gurkenkernbandwurm ebenfalls. Der Fuchsbandwurm dagegen misst nur wenige Millimeter. Katzen scheiden ihn deutlich seltener und in geringerer Menge aus als Füchse und Hunde. Weil er beim Menschen die gefährliche alveoläre Echinokokkose auslösen kann, wird er trotzdem ernst genommen.

Woran Sie einen Bandwurmbefall erkennen

Die meisten Katzen zeigen lange gar keine Beschwerden. Hinweise sind:

  • weiße bis gelbliche, bewegliche Glieder am After oder im Kot, die eingetrocknet wie Reiskörner aussehen
  • solche Körnchen auf der Decke oder dem Lieblingsplatz
  • Juckreiz am After, häufiges Lecken dort oder „Schlittenfahren“ mit dem Hinterteil über den Boden
  • bei starkem Befall stumpfes Fell, weicher Kot, Gewichtsverlust trotz Appetit

Jungtiere und geschwächte Katzen können stärker betroffen sein. Ein so massiver Befall, dass der Darm verstopft, ist bei Katzen eine Seltenheit. Starkes Erbrechen, ein aufgeblähter Bauch und fehlender Kotabsatz sind aber immer ein Notfall – mehr dazu unter Darmverschluss bei Katzen.

Wichtig zu wissen: Eine Kotprobe weist Bandwürmer schlecht nach, weil die Eier in den Gliedern stecken und nicht gleichmäßig im Kot verteilt sind. Ein unauffälliger Befund schließt einen Befall also nicht aus. Sichtbare Glieder sind der verlässlichere Hinweis.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Entdecken Sie Wurmglieder, vereinbaren Sie in den nächsten Tagen einen Termin – ein Notfall ist das nicht. Nehmen Sie ein Glied in einem verschlossenen Döschen mit, das erleichtert die Einordnung.

Sofort in die Praxis gehört eine Katze, wenn sie wiederholt erbricht, schlapp ist, einen harten oder schmerzhaften Bauch hat, keinen Kot mehr absetzt oder wenn ein Katzenwelpe mit Würmern Durchfall hat und nicht frisst. Kitten trocknen schnell aus.

Wie Bandwürmer behandelt werden

Gegen Bandwürmer wirkt in Katzenpräparaten vor allem der Wirkstoff Praziquantel. Es gibt ihn als Tablette, Paste oder als Spot-on zum Auftragen in den Nacken. Viele Kombinationspräparate wirken zugleich gegen Spul- und Hakenwürmer. Welches Mittel passt, richtet sich nach Gewicht, Alter und danach, wie gut sich die Katze Tabletten geben lässt. Die Dosis bestimmt das Körpergewicht, deshalb vor der Gabe wiegen.

Wurmmittel haben keine Depotwirkung. Sie töten die Würmer, die zum Zeitpunkt der Gabe im Darm sitzen, und schützen nicht vor der nächsten Maus oder dem nächsten Floh. Deshalb sprechen Tierärzte von Behandlung, nicht von Impfung. Mehr zu Mitteln und Abständen lesen Sie unter Katze entwurmen.

Metallkamm und zwei Fellscheren liegen auf einem Holztisch neben ausgekämmtem weißem Fell
Bei der Fellpflege fallen Flöhe und Wurmglieder am ehesten auf

Flöhe mitbehandeln – sonst kommt der Wurm zurück

Beim Gurkenkernbandwurm ist der Floh der Überträger. Wer nur entwurmt und die Flöhe nicht bekämpft, hat den Wurm nach wenigen Wochen wieder. Behandeln Sie deshalb bei Flohbefall alle Katzen und Hunde im Haushalt mit einem tierärztlich empfohlenen Flohmittel und saugen Sie Liegeplätze, Teppiche und Polster gründlich ab, denn die Flohlarven entwickeln sich in der Umgebung. Hinweise zum Erkennen finden Sie unter Katzenflöhe.

Achtung: Flohmittel für Hunde mit dem Wirkstoff Permethrin sind für Katzen tödlich. Schon ein Spot-on für Hunde oder enger Kontakt mit einem frisch behandelten Hund kann bei einer Katze schwere Krämpfe auslösen. Verwenden Sie nur Mittel, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind.

Wie oft entwurmt werden sollte

Einen festen Einheitsrhythmus gibt es nicht. Die Expertengruppe ESCCAP rät, die Häufigkeit am Risiko der einzelnen Katze auszurichten:

  • Reine Wohnungskatzen ohne Jagd und ohne rohes Fleisch: mindestens ein- bis zweimal im Jahr entwurmen oder den Kot untersuchen lassen.
  • Freigänger: mindestens viermal im Jahr.
  • Freigänger, die Mäuse jagen, oder Katzen, die rohes Fleisch bekommen: bis zu monatlich gegen Bandwürmer behandeln. Kotuntersuchungen sind hier ungeeignet, weil sie Bandwürmer zu oft übersehen.

Die aktuelle Empfehlung und einen Test für das Risiko Ihrer Katze bietet ESCCAP Deutschland. Besprechen Sie den Plan am besten bei der jährlichen Untersuchung. Allgemeines zu Spul-, Haken- und Bandwürmern finden Sie unter Katzenwürmer.

Ansteckung für Menschen und Vorbeugung im Alltag

Den Gurkenkernbandwurm kann sich ein Mensch nur holen, indem er einen infizierten Floh verschluckt. Das passiert vor allem Kleinkindern, die mit Tieren kuscheln, und verläuft meist harmlos. Der Katzenbandwurm spielt für Menschen praktisch keine Rolle. Der Fuchsbandwurm dagegen kann beim Menschen über Jahre die Leber schädigen. Katzen sind dafür nur eine seltene Quelle, doch bei jagenden Freigängern in Gegenden mit Fuchsbandwurm ist die regelmäßige Bandwurmbehandlung auch Schutz für die Familie.

Im Alltag helfen einfache Regeln:

  1. Hände waschen nach dem Säubern des Katzenklos und vor dem Essen, besonders bei Kindern.
  2. Katzenklo täglich reinigen, Kot im Restmüll entsorgen.
  3. Flöhe konsequent bekämpfen, bei Freigängern vorbeugend nach tierärztlicher Empfehlung.
  4. Kein rohes Fleisch von unbekannter Herkunft füttern.
  5. Regelmäßig kämmen. Dabei fallen Flöhe, Flohkot und Wurmglieder früh auf.

Die Empfehlung: Wurmglieder sind unangenehm, aber gut behandelbar. Entwurmen Sie Ihre Katze nach ihrem tatsächlichen Risiko, bekämpfen Sie Flöhe gleich mit, und lassen Sie sich von einer unauffälligen Kotprobe bei einem Mäusejäger nicht in falscher Sicherheit wiegen.

Häufige Fragen

Helfen Hausmittel wie Kürbiskerne oder Möhren gegen Bandwürmer?

Nein. Für Kürbiskerne, geriebene Möhren, Knoblauch oder Kokosöl gibt es keinen Nachweis einer Wirkung gegen Bandwürmer bei Katzen. Knoblauch ist für Katzen sogar giftig, weil er die roten Blutkörperchen schädigt.

Wie schnell wirkt die Wurmkur?

Die Würmer sterben meist innerhalb eines Tages ab und werden verdaut. Oft sehen Sie deshalb danach gar nichts im Kot. Tauchen nach einigen Wochen erneut Glieder auf, hat sich die Katze wieder angesteckt, meist über Flöhe oder Mäuse.

Muss ich die ganze Wohnung desinfizieren?

Nein, beim Bandwurm ist das nicht nötig. Waschen Sie Decken vom Schlafplatz, saugen Sie gründlich, und bekämpfen Sie Flöhe in der Umgebung. Das ist wirksamer als jedes Desinfektionsmittel.

Müssen andere Tiere im Haushalt mitbehandelt werden?

Beim Gurkenkernbandwurm ja, zumindest gegen Flöhe, denn Hunde und Katzen teilen sich die Flöhe. Ob auch die anderen Tiere entwurmt werden sollten, entscheidet der Tierarzt nach ihrem eigenen Risiko.