Katzenklo-Training: So wird Ihr Kätzchen stubenrein

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Die meisten Kätzchen werden fast von allein stubenrein: Der Instinkt, in lockerem Material zu scharren und die Hinterlassenschaften zu verscharren, ist angeboren, und die Mutter hat den Rest gezeigt. Ihre Aufgabe ist, ein passendes Katzenklo mit geeigneter Streu an einen ruhigen Ort zu stellen, es sauber zu halten und das Kätzchen in den ersten Tagen zu den richtigen Zeiten hineinzusetzen. Strafen sind dabei tabu – und wer trotz allem danebenmacht, hat fast immer einen Grund.
Warum Katzen von sich aus aufs Klo gehen
In den ersten Lebenswochen können Kätzchen ihren Darm und ihre Blase nicht selbst entleeren. Die Mutter leckt ihnen Bauch und Po und regt damit die Ausscheidung an. Ab etwa der dritten bis vierten Woche beginnen die Kleinen, selbst zu scharren und lockeres Material aufzusuchen, und ahmen dabei die Mutter nach. Ein Kätzchen, das mit zwölf Wochen ins neue Zuhause kommt, kennt das Katzenklo in aller Regel bereits.
Der oft gelesene Tipp, den Bauch mit einem feuchten Tuch zu massieren, gilt nur für mutterlos aufgezogene Neugeborene, die mit der Flasche gefüttert werden. Bei einem abgabereifen Kätzchen ist das nicht nötig.
Das richtige Katzenklo
Viele Probleme beginnen mit einem Klo, das der Katze nicht gefällt. Die Verhaltensleitlinien der amerikanischen und internationalen Katzenmedizin-Fachgesellschaften (AAFP und ISFM) empfehlen eine Toilette, die etwa anderthalbmal so lang ist wie die Katze von der Nase bis zum Schwanzansatz. Viele handelsübliche Modelle sind dafür zu klein. Für Kätzchen ist ein niedriger Einstieg wichtig, damit sie ohne Mühe hineinkommen.
| Größe | etwa 1,5-mal so lang wie die Katze (Nase bis Schwanzansatz), für Kätzchen mit niedrigem Rand |
| Anzahl | ein Klo mehr als Katzen im Haushalt, in verschiedenen Räumen |
| Form | offen oder mit Haube – viele Katzen bevorzugen offene Toiletten, manche fühlen sich unter einer Haube sicherer |
| Streu | feinkörnig, unparfümiert, einige Zentimeter hoch |
| Reinigung | Klumpen mindestens einmal täglich entfernen, die Wanne regelmäßig ganz leeren und mit heißem Wasser auswaschen |
Welche Modelle es gibt, lesen Sie unter Katzentoilette. Duftende Einsätze, Deos und parfümierte Streu stören die empfindliche Katzennase und können dazu führen, dass die Katze das Klo meidet.
Die passende Streu
Die meisten Katzen mögen feine, weiche, unparfümierte Streu, wie sie auch Sand oder lockere Erde bieten. Übernehmen Sie für den Anfang die Streu, die das Kätzchen vom Züchter, aus der Pflegestelle oder dem Tierheim kennt. Wollen Sie später wechseln, mischen Sie die neue Sorte über einige Tage schrittweise unter.
Manche Kätzchen probieren anfangs von der Streu. Ist das mehr als ein neugieriges Kosten, lohnt der Blick in Katze frisst Katzenstreu und eine Rücksprache mit der Tierarztpraxis. Einen Überblick über die Sorten gibt Katzenstreu. Klumpstreu und Silikat gehören übrigens in den Restmüll, nicht in die Toilette.
Der richtige Ort
- Ruhig: nicht im Durchgangsflur, nicht neben der lauten Waschmaschine.
- Getrennt vom Futter: Katzen fressen nicht gern neben ihrer Toilette. Wasser und Napf stehen in einem anderen Raum oder zumindest einige Meter entfernt.
- Erreichbar: Das Klo darf nicht hinter einer Tür verschwinden, die manchmal zu ist. In mehrstöckigen Wohnungen gehört auf jede Etage eines.
- Mit Überblick: Katzen mögen es, beim Geschäft den Raum sehen zu können und nicht in eine Ecke gedrängt zu werden.
Schritt für Schritt: So wird Ihr Kätzchen stubenrein
- Klein anfangen. In den ersten Tagen lebt das Kätzchen in einem Raum mit Klo. In einer großen fremden Wohnung findet es den Weg zur Toilette nicht immer rechtzeitig.
- Zu den richtigen Zeiten hinsetzen. Nach jeder Mahlzeit, nach dem Aufwachen und nach dem Spielen setzen Sie das Kätzchen behutsam in die Streu. Manche scharren mit den Fingern ein wenig darin, das weckt die Neugier.
- Anzeichen erkennen. Schnüffeln am Boden, Scharren, Kreisen oder Hinhocken bedeuten: jetzt. Tragen Sie das Kätzchen ruhig zum Klo.
- Ruhig loben. Hat es geklappt, gibt es ein freundliches Wort oder einen kleinen Happen. Stören Sie aber nicht während des Geschäfts.
- Geruchsspur legen. Ein wenig benutzte Streu darf im Klo bleiben, das hilft bei der Orientierung. Ist etwas danebengegangen, legen Sie es mit einem Tuch ins Klo.
- Revier langsam erweitern. Klappt es zuverlässig, darf das Kätzchen weitere Räume erkunden. Anfangs kann ein zweites Klo in der Nähe der Lieblingsplätze helfen.
- Nachts erreichbar. Das Klo ist nachts genauso zugänglich wie tagsüber.
Die meisten Kätzchen sind nach wenigen Tagen zuverlässig sauber, bei manchen dauert es zwei bis drei Wochen.

Wasser bleibt immer stehen
In älteren Ratgebern steht, man solle Katzen einige Stunden vor der Nachtruhe das Wasser wegnehmen. Tun Sie das nicht. Katzen trinken ohnehin wenig, und zu wenig Flüssigkeit belastet Nieren und Harnwege und begünstigt Harnkristalle und Blasenentzündungen. Frisches Wasser muss rund um die Uhr erreichbar sein. Ein Kätzchen, das nachts muss, braucht ein erreichbares Klo, keinen leeren Wassernapf.
Wenn ein Malheur passiert
Kleine Unfälle gehören dazu. Schimpfen, ein erhobener Zeigefinger, lautes Klatschen oder gar die Nase in die Pfütze zu drücken bringen nichts. Die Katze verknüpft die Strafe nicht mit ihrem Geschäft, sondern lernt nur, dass sie sich vor Ihnen verstecken sollte – und macht womöglich künftig heimlich hinter das Sofa.
Erwischen Sie das Kätzchen gerade beim Hinhocken, tragen Sie es ohne Aufregung zum Klo. Ist es schon passiert, reinigen Sie die Stelle gründlich, und zwar mit einem enzymatischen Reiniger, der die Geruchsstoffe abbaut. Ammoniakhaltige Putzmittel riechen für Katzen ähnlich wie Urin und laden zum Wiederholen ein. Essig und Zitrusreiniger überdecken den Geruch nur. Wie Sie Flecken und Geruch aus Teppich und Polster bekommen, steht unter Katzenurin entfernen.

Wenn es trotz allem nicht klappt
Macht ein Kätzchen oder eine erwachsene Katze immer wieder daneben, suchen Sie die Ursache, statt das Training zu verschärfen. Häufige Gründe sind:
- Klo: zu klein, zu selten gereinigt, mit Haube oder Duft, am falschen Ort.
- Streu: plötzlich gewechselt, zu grob, parfümiert.
- Stress: Umzug, neue Mitbewohner, Streit mit einer anderen Katze, die den Weg zum Klo blockiert.
- Markieren: Urin an senkrechten Flächen ist oft Markierverhalten, vor allem bei unkastrierten Katern.
- Krankheit: Blasenentzündung, Harnkristalle, Durchfall durch Parasiten wie Giardien oder Schmerzen beim Hocken.
Mehr zu den Ursachen lesen Sie unter Warum pinkelt die Katze überall hin?.
Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Sofort, auch nachts: Die Katze – vor allem ein Kater – geht immer wieder aufs Klo, presst und setzt keinen oder kaum Urin ab. Ein Harnröhrenverschluss ist innerhalb kurzer Zeit lebensgefährlich. Ebenso dringend ist es, wenn ein Kätzchen stark erbricht, Durchfall hat und dabei matt wird oder nichts mehr frisst.
In den nächsten Tagen: häufiger Harndrang mit kleinen Mengen, Blut im Urin, Urin außerhalb des Klos bei einer bisher sauberen Katze, anhaltend weicher oder schleimiger Kot. Hinter solchen Zeichen steckt oft eine Blasenentzündung oder eine Darminfektion. In der Praxis wird die Katze abgetastet, Urin und gegebenenfalls Kot werden untersucht, bei Bedarf folgen Ultraschall oder Blutwerte.
Die beste Vorbeugung ist unspektakulär: ein großes, sauberes Klo an einem ruhigen Ort, eine Streu, die die Katze mag, und eine Wohnung ohne Dauerstress.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Kätzchen stubenrein ist?
Die meisten Kätzchen, die mit zwölf Wochen einziehen, benutzen das Klo schon nach wenigen Tagen zuverlässig. Einzelne Malheure in den ersten zwei bis drei Wochen sind normal, vor allem wenn das Kätzchen im Spiel die Zeit vergisst.
Wie viele Katzenklos brauche ich?
Die Faustregel lautet: ein Klo mehr als Katzen im Haushalt. Für eine Katze also zwei, für zwei Katzen drei. Die Toiletten sollten nicht nebeneinander stehen, sondern an verschiedenen Orten.
Darf ich das Katzenklo später umstellen?
Ja, aber schrittweise und nicht an einen lauten oder abgelegenen Ort. Manche Katzen gewöhnen sich leichter um, wenn eine Zeit lang am alten und am neuen Platz je ein Klo steht.
Meine erwachsene Katze ist plötzlich unsauber – liegt es an der Erziehung?
Fast nie. Plötzliche Unsauberkeit bei einer bisher sauberen Katze hat meist eine körperliche Ursache oder einen Auslöser im Umfeld. Lassen Sie zuerst tierärztlich abklären, ob die Katze gesund ist, und prüfen Sie dann Klo, Streu und Standort.



