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katzenwelt

Ernährung von Wohnungskatze und Freigänger

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Getigerte Katze frisst im Gras aus einem weißen Napf mit orangefarbenen Pfotenabdrücken
Freigänger verbrauchen mehr Energie als Wohnungskatzen – das Futter bleibt trotzdem dasselbe
Inhalt8 Abschnitte
  1. Was beide brauchen: dasselbe Fundament
  2. Der eigentliche Unterschied: die Energie
  3. Wohnungskatzen: das Risiko heißt Übergewicht
  4. Wohnungskatzen: Wasser, Gras und Pflanzen
  5. Freigänger: Jagdbeute, Nachbarn und Parasiten
  6. Freigänger: Fütterung im Jahreslauf
  7. Was im Futter beider Gruppen nichts zu suchen hat
  8. Häufige Fragen

Wohnungskatzen und Freigänger brauchen im Prinzip dasselbe Futter, aber nicht dieselbe Menge. Eine Katze, die draußen streift, klettert und jagt, verbraucht deutlich mehr Energie als eine Katze, die überwiegend auf der Fensterbank liegt. Nach den Leitlinien der FEDIAF benötigt eine kastrierte Wohnungskatze je Kilogramm oft nur zwei Drittel der Energie einer aktiven Katze. Wer beide gleich füttert, hat bald eine dicke Wohnungskatze.

Was beide brauchen: dasselbe Fundament

Ob drinnen oder draußen – jede Katze ist ein obligater Fleischfresser. Sie braucht tierisches Eiweiß, Taurin, Arachidonsäure und vorgebildetes Vitamin A aus der Nahrung. Diese Grundlagen erklärt der Beitrag Nährstoffbedarf der Katze. Ein Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen deckt sie ab, egal wo die Katze lebt. „Indoor“ oder „Outdoor“ auf der Packung sind Herstellerangaben ohne eigenes Nährstoffprofil. Indoor-Sorten haben meist etwas weniger Kalorien und mehr Ballaststoffe; das kann helfen, ersetzt aber nicht die richtige Menge.

Der eigentliche Unterschied: die Energie

Die FEDIAF unterscheidet in ihren Nährstoffleitlinien ausdrücklich zwischen aktiven Katzen und kastrierten oder in der Wohnung gehaltenen Katzen:

Katze mit 4 kgEnergiebedarf je kg Körpergewichtungefähr pro Tag
aktiv, etwa unkastrierter Freigänger60–65 kcal240–260 kcal
kastriert und/oder Wohnungskatze33–47 kcal130–190 kcal

Die meisten Freigänger in Deutschland sind kastriert – in vielen Gemeinden ist das für Freigänger sogar vorgeschrieben. Ein kastrierter Freigänger liegt deshalb oft irgendwo dazwischen, abhängig davon, wie viel er tatsächlich draußen unterwegs ist. Das ist sehr unterschiedlich: Manche Freigänger drehen eine kurze Runde im Garten und schlafen den Rest des Tages. Nehmen Sie die Tabelle als Orientierung und die Waage als Maßstab. Einen persönlichen Startwert liefert der Futterrechner.

Wohnungskatzen: das Risiko heißt Übergewicht

Studien zu Risikofaktoren für Übergewicht bei Katzen kommen immer wieder zum selben Ergebnis: Reine Wohnungskatzen sind deutlich häufiger zu dick als Katzen mit Auslauf. Eine Untersuchung aus dem Jahr 2026 fand bei Katzen, die von klein auf kaum nach draußen kamen, ein etwa doppelt so hohes Risiko. Die Gründe liegen nahe: weniger Bewegung, mehr Langeweile, und Fressen wird zur Beschäftigung – für die Katze wie für den Menschen, der sie füttert.

Was hilft:

  1. Abwiegen. Die Tagesration morgens abwiegen und über den Tag verteilen.
  2. Kein Trockenfutter zur freien Verfügung. Feste Mahlzeiten, lieber mehrere kleine als zwei große.
  3. Futter erarbeiten lassen. Fummelbretter, Futterbälle, Portionen an verschiedenen Orten verstecken. Das ersetzt ein wenig die Jagd. Ideen finden Sie unter Katzen beschäftigen.
  4. Täglich spielen. Zwei bis drei kurze Jagdspiele mit der Federangel verbrauchen Energie und bauen Frust ab.
  5. Leckerlis mitrechnen. Höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie, und die werden vom Hauptfutter abgezogen.

Wie eine Wohnung insgesamt katzengerecht wird, zeigt der Beitrag Wohnungskatze artgerecht halten.

Wohnungskatzen: Wasser, Gras und Pflanzen

Viele Wohnungskatzen trinken wenig. Nassfutter bringt einen großen Teil der nötigen Flüssigkeit mit; zusätzlich helfen mehrere Wasserschalen an verschiedenen Stellen, fern von Napf und Katzenklo, oder ein Trinkbrunnen.

Katzen knabbern gern Gras. Draußen finden sie es selbst, drinnen sollten Sie es anbieten, etwa eine Schale Katzengras aus Hafer oder Weizen. Es hilft manchen Katzen, verschluckte Haare wieder hochzuwürgen, ist aber kein Nährstofflieferant. Wichtig ist, dass sonst nur ungiftige Pflanzen in der Wohnung stehen. Lilien sind schon in kleinsten Mengen, selbst über Pollen oder Vasenwasser, lebensgefährlich für die Nieren. Eine Übersicht finden Sie unter Ungiftige Pflanzen für Katzen.

Freigänger: Jagdbeute, Nachbarn und Parasiten

Freigänger ernähren sich selten nur aus dem eigenen Napf. Manche jagen erfolgreich und fressen Mäuse, manche lassen sich bei zwei, drei Nachbarn mitfüttern. Beides verfälscht die Rechnung: Die Katze frisst zu Hause weniger oder wird trotz kleiner Portionen dick. Das Gewicht zeigt, was wirklich passiert. Sprechen Sie im Zweifel mit den Nachbarn; eine freundliche Bitte, nicht mitzufüttern, ist keine Unhöflichkeit – vor allem, wenn die Katze eine Diät braucht.

Mit der Beute kommen Parasiten. Freigänger, die jagen, nehmen über Mäuse Bandwürmer und Spulwürmer auf, dazu Toxoplasmen. Die Fachgesellschaft ESCCAP empfiehlt für jagende Freigänger deshalb eine häufigere Entwurmung oder regelmäßige Kotuntersuchungen als für reine Wohnungskatzen; den passenden Rhythmus legt die Tierarztpraxis nach Risiko fest. Mehr dazu unter Würmer bei Katzen.

Freigänger: Fütterung im Jahreslauf

Freigänger sind im Frühling und Sommer oft länger unterwegs als im Winter, manche fressen im Herbst mehr. Regelmäßiges Wiegen – etwa einmal im Monat – zeigt, ob die Menge noch passt. Füttern Sie am besten im Haus und zu festen Zeiten, etwa morgens und abends. Das hat einen Nebeneffekt: Eine Katze, die weiß, dass es abends Futter gibt, kommt zuverlässiger nach Hause. Futter draußen stehen zu lassen, lockt fremde Katzen, Igel, Füchse und Ratten an und verdirbt im Sommer schnell.

Was im Futter beider Gruppen nichts zu suchen hat

Weder Wohnungskatze noch Freigänger brauchen Milch – viele erwachsene Katzen vertragen Milchzucker schlecht. Rohes Schweinefleisch und Wildschwein sind für Katzen wegen des Aujeszky-Virus immer tabu. Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade und Trauben gehören ebenfalls nicht in den Napf.

Die Empfehlung lautet: Füttern Sie beide Katzen mit einem vollwertigen Alleinfutter, aber richten Sie die Menge nach Lebensweise und Waage aus. Für Wohnungskatzen gehört Beschäftigung zur Ernährung dazu, für Freigänger ein Blick auf Beute, Nachbarn und Parasitenschutz.

Häufige Fragen

Braucht eine Wohnungskatze ein spezielles Indoor-Futter?

Nein. Jedes Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen ist geeignet. Entscheidend ist, dass die Menge zur geringeren Bewegung passt. Indoor-Sorten mit etwas weniger Kalorien können das erleichtern.

Frisst ein Freigänger im Winter mehr?

Häufig ja, vor allem wenn er viel draußen ist. Andere Freigänger bleiben im Winter lieber drinnen und brauchen dann weniger. Das Gewicht zeigt, in welche Richtung Ihre Katze tendiert.

Muss ich einen Freigänger, der Mäuse frisst, weniger füttern?

Wenn er regelmäßig Beute frisst und dabei zunimmt, ja. Die meisten Hauskatzen decken ihren Bedarf aber nicht über die Jagd. Beobachten Sie das Gewicht und passen Sie die Menge in kleinen Schritten an.

Ist Katzengras für Wohnungskatzen notwendig?

Es ist keine Pflicht, aber sinnvoll, weil viele Katzen gern an Gras knabbern und sich sonst Zimmerpflanzen suchen. Wichtiger ist, dass keine giftigen Pflanzen erreichbar sind.