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katzenwelt

Dürfen Katzen Quark essen?

Christoph · 4 Min. Lesezeit

Schale mit körnigem Frischkäse neben einer Milchflasche auf einem Tisch
Quark und Frischkäse natur – für Katzen höchstens teelöffelweise
Inhalt6 Abschnitte
  1. Was in Quark steckt
  2. Laktose: der Grund für Vorsicht
  3. Welcher Quark geht und welcher nicht
  4. Wie viel Quark ist in Ordnung?
  5. Wann Sie auf Quark verzichten sollten
  6. Häufige Fragen

Ja, Katzen dürfen Quark essen – aber nur als kleine Ausnahme. Ein Teelöffel Magerquark natur ein- bis zweimal pro Woche ist für die meisten gesunden erwachsenen Katzen unbedenklich. Quark enthält allerdings reichlich Milchzucker, und Varianten mit Zucker, Vanille, Früchten oder Kräutern sind tabu.

Erlaubt?ja, in kleinen Mengen und nur natur
Mengeein Teelöffel, ein- bis zweimal pro Woche
Zubereitungpur, am besten Magerquark, gern laktosefrei
AchtungLaktose, Zucker, Kräuter und Knoblauch, nierenkranke Katzen

Was in Quark steckt

Quark besteht aus dem Eiweiß der Milch, das mit Milchsäurebakterien und Lab dickgelegt und von einem Teil der Molke getrennt wird. Magerquark enthält nach gängigen Nährwerttabellen rund 12 bis 13 g Eiweiß, kaum Fett und etwa 70 kcal je 100 g. Speisequark mit 40 % Fett i. Tr. liefert gut doppelt so viel Energie.

Das Milcheiweiß ist hochwertig, für Katzen aber kein Ersatz für Fleisch. Als obligate Fleischfresser brauchen sie Taurin, Arachidonsäure und vorgebildetes Vitamin A aus tierischem Gewebe, und diese Stoffe liefert Quark nicht in nennenswerter Menge. Ein Alleinfuttermittel deckt den Bedarf bereits vollständig. Warum das so ist, lesen Sie unter Nährstoffbedarf der Katze.

Laktose: der Grund für Vorsicht

Quark ist ein junges Milchprodukt und enthält je nach Fettstufe etwa 2 bis 4 g Milchzucker je 100 g, Magerquark eher am oberen Ende. Das ist etwa so viel wie in Joghurt und nicht weit von Milch entfernt. Viele erwachsene Katzen bilden kaum noch Laktase, das Enzym, das Milchzucker spaltet. Bei ihnen landet die Laktose im Dickdarm und wird dort vergoren: Blähungen und weicher Kot oder Durchfall können folgen. Wie empfindlich Ihre Katze ist, zeigt nur der Versuch mit einer kleinen Menge.

Laktosefreier Quark ist deshalb die verträglichere Wahl. Dort wurde der Milchzucker durch zugesetztes Enzym bereits gespalten. Energie und Eiweiß bleiben gleich. Im Vergleich mit anderen Milchprodukten steht Quark ähnlich da wie Joghurt: verträglicher als Milch für manche Katzen, aber nicht laktosearm.

Welcher Quark geht und welcher nicht

Geeignet ist nur Quark natur, ohne jeden Zusatz. Magerquark ist wegen der geringeren Energie für die meisten Katzen die bessere Wahl, laktosefreier Magerquark noch besser. Körniger Frischkäse (Hüttenkäse) natur ist ähnlich einzuschätzen, er ist aber leicht gesalzen.

Nicht in den Napf gehören:

  • Vanillequark und Fruchtquark: Zucker liefert nur leere Kalorien; Katzen schmecken Süßes nicht einmal. Fruchtquark mit Trauben oder Rosinen sollte eine Katze gar nicht fressen.
  • Kräuterquark, Tzatziki, Dips: Schnittlauch, Zwiebeln und Knoblauch schädigen die roten Blutkörperchen. Mehr unter Zwiebeln und Knoblauch.
  • Quarkbällchen, Quarkkuchen, Käsekuchen: Zucker, Fett, Mehl, oft Rosinen. Ein abgeleckter Krümel ist kein Notfall, eine Portion ist ungeeignet.
  • Schokoladen- und Kakaoquark: Theobromin ist für Katzen giftig.

Wie viel Quark ist in Ordnung?

Eine kastrierte Wohnungskatze mit 4 kg braucht nach den Richtwerten der FEDIAF etwa 130 bis 190 kcal am Tag. Ein Teelöffel Magerquark (etwa 7 g) liefert rund 5 kcal – das fällt kaum ins Gewicht. Ein großer Esslöffel Sahnequark hat dagegen schnell 30 kcal. Eine verbreitete tierärztliche Faustregel lautet, dass Leckerlis zusammen höchstens etwa zehn Prozent der Tagesenergie liefern sollten.

So geben Sie Quark:

  1. Klein anfangen. Beim ersten Mal einen halben Teelöffel geben und einen Tag lang beobachten.
  2. Pur bleiben. Zutatenliste lesen: Milch, Kulturen, Lab – sonst nichts.
  3. Selten geben. Ein- bis zweimal pro Woche einen Teelöffel, nicht täglich.
  4. Frisch servieren. Reste nach einer Viertelstunde wegnehmen.

Quark eignet sich auch, um eine Tablette zu verstecken. Fragen Sie vorher in der Praxis nach: Manche Antibiotika werden durch das Kalzium aus Milchprodukten schlechter aufgenommen.

Wann Sie auf Quark verzichten sollten

Keinen Quark ohne Rücksprache mit dem Tierarzt bekommen Katzen mit Niereninsuffizienz, weil Quark eiweiß- und phosphorreich ist. Dasselbe gilt für Katzen mit Harnsteindiät, Diabetes, Übergewicht, chronischem Durchfall oder einer Futtermittelallergie. Katzenwelpen brauchen ein vollwertiges Kittenfutter und keinen Quark.

Zeigt Ihre Katze nach Quark weichen Kot oder Blähungen, lassen Sie ihn künftig weg. Zum Tierarzt sollte sie, wenn der Durchfall länger als ein bis zwei Tage anhält, Blut im Kot ist, sie mehrmals erbricht oder matt wirkt. Hat sie Kräuterquark mit Knoblauch oder Schnittlauch gefressen, rufen Sie die Praxis sofort an; die Schäden am Blut zeigen sich oft erst nach Tagen.

Die Empfehlung: Ein Teelöffel Magerquark natur, gern laktosefrei, ist ein harmloser Genuss für zwischendurch. Einen Überblick über alle Milchprodukte finden Sie unter Milch und Milchprodukte für Katzen.

Häufige Fragen

Ist Quark oder Joghurt besser für Katzen?

Beide enthalten ähnlich viel Laktose. Magerquark hat mehr Eiweiß und weniger Fett als Vollmilchjoghurt. Entscheidend ist ohnehin die Menge: ein Teelöffel, selten, pur.

Hilft Quark gegen Durchfall?

Nein. Quark ist kein Schonkost-Bestandteil für Katzen und kann Durchfall durch die Laktose sogar verstärken. Was bei Durchfall hilft, steht unter Schonkost für Katzen bei Durchfall.

Meine Katze hat Quarkbällchen gefressen – was nun?

Ein Stück ohne Rosinen ist meist harmlos, es kann aber Durchfall oder Erbrechen auslösen. Beobachten Sie die Katze und bieten Sie Wasser an. Enthielt das Gebäck Rosinen oder Schokolade, rufen Sie die Tierarztpraxis an.