Dürfen Katzen Käse essen?

Inhalt8 Abschnitte
- Warum Katzen so versessen auf Käse sind
- Laktose: Warum viele Katzen Milchprodukte schlecht vertragen
- Welcher Käse geht und welcher nicht
- Das eigentliche Problem: Kalorien und Salz
- Anzeichen, dass Ihre Katze Käse nicht verträgt
- Käse als Hilfe bei der Tabletteneingabe
- So füttern Sie Käse richtig
- Häufige Fragen
Ja, Katzen dürfen Käse essen – aber nur als seltenes, kleines Häppchen und nicht jede Sorte. Ein Würfel lang gereifter Hartkäse in Erbsengröße ist für eine gesunde erwachsene Katze unproblematisch. Als Leckerli für jeden Tag oder als Futterersatz taugt Käse nicht, weil er zu viel Energie, Fett und Salz mitbringt und für Katzen nichts enthält, was gutes Katzenfutter nicht besser liefert.
Warum Katzen so versessen auf Käse sind
Viele Katzen betteln am Frühstückstisch ausgerechnet um Käse. Das liegt am Geruch und an Fett und Eiweiß: Katzen sind obligate Fleischfresser und reagieren stark auf eiweiß- und fettreiche Lebensmittel. Süßes schmecken sie übrigens gar nicht – ihnen fehlt der Rezeptor dafür. Käse riecht für sie also schlicht nach „nahrhaft“. Das heißt aber nicht, dass er ihnen guttut. Was Ihre Katze täglich braucht, erklärt der Beitrag Die richtige Ernährung für die Katze.
Laktose: Warum viele Katzen Milchprodukte schlecht vertragen
Katzenwelpen verdauen Milchzucker (Laktose) mit dem Enzym Laktase. Nach dem Absetzen lässt die Laktase-Aktivität bei vielen Katzen deutlich nach. Kommt dann mehr Laktose im Darm an, als abgebaut werden kann, vergären Darmbakterien den Zucker: Blähungen und Durchfall sind die Folge. Wie stark das ausfällt, ist von Katze zu Katze verschieden. Dass eine Katze Milch „verträgt, weil sie sie von klein auf bekommen hat“, ist eine verbreitete Annahme, verlässlich ist sie nicht.
Für Käse ist entscheidend, wie lange er gereift ist. Bei der Herstellung wandert der größte Teil der Laktose in die Molke, den Rest bauen Milchsäurebakterien während der Reifung ab. Lang gereifter Hartkäse wie Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan ist deshalb praktisch laktosefrei. Junger Käse, Frischkäse, Hüttenkäse, Quark und Schmelzkäse enthalten dagegen noch nennenswerte Mengen.
Welcher Käse geht und welcher nicht
Die folgende Übersicht fasst zusammen, worauf es ankommt. Sie gilt für gesunde erwachsene Katzen und für sehr kleine Mengen.
| Käse | Laktose | Einschätzung |
| Emmentaler, Bergkäse, alter Gouda (ohne Rinde) | praktisch keine | als seltenes Häppchen in Ordnung, aber salzig und kalorienreich |
| Parmesan, Pecorino | praktisch keine | sehr salzig, besser nicht |
| Junger Gouda, Butterkäse, Mozzarella | wenig bis mäßig | winzige Mengen möglich, Verträglichkeit beobachten |
| Hüttenkäse, Quark, Frischkäse (natur) | deutlich | nur teelöffelweise, bei empfindlichen Katzen weglassen |
| Feta, Schafskäse in Lake, Schmelzkäse | unterschiedlich | zu salzig bzw. mit Zusätzen, nicht geeignet |
| Käse mit Kräutern, Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch, Pfeffer | egal | nicht füttern – Lauchgewächse sind giftig für Katzen |
| Weichkäse mit Rinde (Camembert, Brie), Blauschimmelkäse | wenig | fett und würzig, Rinde und Schimmelkäse nicht füttern |
Laktosefreier Käse aus dem Kühlregal löst nur das Laktoseproblem. Fett, Salz und Kalorien bleiben dieselben, und auch hier gilt: Zutatenliste lesen, Kräuter- und Gewürzvarianten meiden. Wachs- und Kunststoffrinden gehören ohnehin nie in den Napf.
Das eigentliche Problem: Kalorien und Salz
Käse ist konzentrierte Energie. Gouda liefert etwa 350 kcal je 100 g. Eine kastrierte Wohnungskatze von 4 kg braucht nach den Richtwerten der europäischen Heimtierfutterindustrie (FEDIAF) nur rund 130 bis 190 kcal am Tag. Schon 10 g Gouda machen damit ein Fünftel ihres Tagesbedarfs aus – umgerechnet auf einen Menschen wäre das eine ganze zusätzliche Mahlzeit. Wer regelmäßig abgibt, füttert die Katze langsam, aber sicher dick. Übergewicht ist das häufigste Ernährungsproblem bei Katzen und begünstigt unter anderem Diabetes und Gelenkprobleme. Besonders gefährdet sind Wohnungskatzen, die sich weniger bewegen als Freigänger.
Dazu kommt Salz: Hartkäse enthält oft 1,5 bis 2 g Salz je 100 g, Parmesan und Feta noch mehr. Eine gesunde Katze scheidet ein Häppchen problemlos aus. Bei Katzen mit Niereninsuffizienz oder Bluthochdruck sieht das anders aus, ebenso beim Phosphat, das in Käse reichlich steckt. Nierenkranke Katzen bekommen eine phosphatreduzierte Diät, und jedes Extra sollten Sie vorher mit dem Tierarzt absprechen.

Anzeichen, dass Ihre Katze Käse nicht verträgt
Eine Unverträglichkeit zeigt sich meist innerhalb von 8 bis 24 Stunden:
- weicher Kot oder Durchfall
- Blähungen, gluckernder Bauch
- Erbrechen
- auffällig viel Trinken nach salzigem Käse
Klingen die Beschwerden innerhalb eines Tages ab und ist die Katze sonst munter, genügt es, künftig auf Käse zu verzichten. Zum Tierarzt sollte Ihre Katze, wenn der Durchfall länger als einen bis zwei Tage anhält, Blut im Kot oder Erbrochenen ist, sie mehrmals am Tag erbricht (siehe Die Katze kotzt), matt wirkt oder länger als 24 Stunden nichts frisst. Bei Katzenwelpen, alten und vorerkrankten Tieren gilt das früher, weil sie schneller austrocknen. Nach Käse mit Knoblauch, Zwiebeln oder Schnittlauch rufen Sie den Tierarzt sofort an, auch wenn die Katze noch unauffällig ist: Die Schäden an den roten Blutkörperchen zeigen sich oft erst nach Tagen.
Käse als Hilfe bei der Tabletteneingabe
Ein kleines Stück Käse kann helfen, eine Tablette unterzubringen. Fragen Sie aber vorher in der Praxis nach: Manche Antibiotika werden durch Kalzium aus Milchprodukten schlechter aufgenommen und sollten nicht zusammen mit Käse gegeben werden. Oft sind eine Leckerpaste, ein Stückchen Nassfutter oder spezielle Tablettentaschen ohnehin die bessere Wahl. Zum Appetitanregen nach einer Krankheit taugt Käse nur begrenzt – wenn Ihre Katze nicht frisst, gehört das in tierärztliche Hände, nicht in die Käsetheke.
So füttern Sie Käse richtig
- Klein bleiben. Ein Würfel in Erbsengröße oder ein paar Raspel reichen. Mehr bringt keinen Vorteil.
- Selten geben. Ein- bis zweimal pro Woche ist für eine gesunde Katze genug. Eine verbreitete tierärztliche Faustregel: Leckerlis insgesamt höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie.
- Gereift und pur. Alter Gouda oder Emmentaler ohne Rinde, ohne Kräuter, ohne Gewürze.
- Erst testen. Beim ersten Mal ein winziges Stück geben und einen Tag beobachten.
- Anrechnen. Wer öfter Käse gibt, zieht die Energie von der Futterration ab, damit das Gewicht stabil bleibt.
- Ausnahmen beachten. Keine Käsehappen für nierenkranke, übergewichtige oder zu Durchfall neigende Katzen und für Katzen mit Diätfutter.
Die ehrliche Empfehlung lautet: Käse ist für Katzen verzichtbar. Wer seiner Katze etwas Gutes tun will, nimmt ein Stück gekochtes, ungewürztes Hähnchen oder ein Leckerli, das für Katzen gemacht ist. Und wenn Käse, dann so selten und so klein, dass er ein Ereignis bleibt. Mehr zu anderen Milchprodukten lesen Sie im Beitrag Joghurt für Katzen.
Häufige Fragen
Dürfen Katzen Frischkäse oder Hüttenkäse essen?
In sehr kleinen Mengen und nur in der Sorte natur. Frischkäse und Hüttenkäse sind jung und enthalten deshalb mehr Laktose als Hartkäse. Katzen mit empfindlichem Darm reagieren darauf eher mit Durchfall. Varianten mit Kräutern, Schnittlauch oder Knoblauch sind wegen der Lauchgewächse tabu.
Dürfen Katzenwelpen Käse bekommen?
Besser nicht. Kitten brauchen ein vollwertiges Futter für Wachstum, und jeder zusätzliche Happen verdrängt einen Teil davon. Ihr Verdauungssystem reagiert zudem empfindlicher auf Umstellungen. Warten Sie, bis die Katze ausgewachsen ist, und bleiben Sie auch dann bei kleinen Mengen.
Ist Katzenmilch eine bessere Alternative?
Katzenmilch ist laktosereduziert und wird deshalb meist besser vertragen als Kuhmilch. Sie ist aber ein Leckerli mit Kalorien, kein Getränk. Das einzige Getränk, das eine Katze braucht, ist frisches Wasser.
Meine Katze hat ein großes Stück Käse gestohlen – was nun?
Bei einem gesunden Tier und einem Käse ohne Kräuter, Zwiebeln oder Knoblauch reicht meist Beobachten: Wasser bereitstellen, die nächste Mahlzeit etwas kleiner halten. Durchfall oder einmaliges Erbrechen sind möglich. Hält das an oder wirkt die Katze krank, rufen Sie die Tierarztpraxis an – bei Käse mit Lauchgewächsen sofort.
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