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katzenwelt

Klumpstreu für Katzen: Vorteile, Nachteile und richtige Pflege

Christoph · 5 Min. Lesezeit

klumpendes Katzenstreu zum Sieben
Katzenstreu klumpend lässt sich gut mit einem Sieb aussieben
Inhalt8 Abschnitte
  1. Wie Klumpstreu funktioniert
  2. Vor- und Nachteile auf einen Blick
  3. Woran Sie gute Klumpstreu erkennen
  4. So pflegen Sie das Klo mit Klumpstreu
  5. Klumpstreu bei Kitten und Katzen, die Streu fressen
  6. Entsorgung: Restmüll, nicht Toilette
  7. Pflanzliche Klumpstreu als Alternative
  8. Häufige Fragen

Klumpende Katzenstreu verbindet Urin und Kot zu festen Klumpen, die Sie mit einer Schaufel herausheben, während die saubere Streu in der Schale bleibt. Die meisten Klumpstreus bestehen aus Bentonit, einem stark quellfähigen Tonmineral. Sie sind sparsam, halten das Klo trockener als nicht klumpende Streu und werden von vielen Katzen gern angenommen. Nachteile sind das Gewicht, etwas Staub und die Entsorgung im Restmüll.

Wie Klumpstreu funktioniert

Bentonit ist ein natürlich vorkommender Ton, der vor allem aus dem Mineral Montmorillonit besteht. Kommt er mit Flüssigkeit in Kontakt, lagert er Wasser zwischen seine Schichten ein, quillt auf und verklebt die Körner in der Umgebung. So entsteht ein fester Klumpen, der den Urin einschließt. Der Name stammt übrigens nicht von „Beton“, sondern von einem Fundort in den USA, dem Fort Benton in Montana.

Nicht klumpende Streu saugt Urin zwar auch auf, er verteilt sich aber in der ganzen Schale. Deshalb riecht sie schneller und muss häufiger komplett gewechselt werden. Genau hier liegt der größte Vorteil der Klumpstreu: Sie entfernen täglich gezielt das Verschmutzte und füllen nach, der Rest bleibt über Wochen sauber.

Katzenstreu klumpend in Form einer Katze
Helle Klumpstreu, zu einer Katzenform aufgeschüttet

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Dafür
  • feine Körnung, die viele Katzen bevorzugen
  • feste Klumpen, einfaches Entfernen
  • sparsam, weil nur Verschmutztes entsorgt wird
  • gute Geruchskontrolle bei täglicher Reinigung
  • in fast jedem Supermarkt erhältlich
Dagegen
  • schwer zu tragen
  • kann stauben, je nach Sorte deutlich
  • feine Körner werden aus dem Klo getragen
  • nicht kompostierbar, Abbau im Tagebau
  • darf nicht in die Toilette

Woran Sie gute Klumpstreu erkennen

Die Unterschiede zwischen den Sorten sind größer, als die Packungen vermuten lassen. Achten Sie auf diese Punkte:

  • Klumpfestigkeit: Ein guter Klumpen bleibt beim Herausheben ganz und klebt nicht am Boden der Schale fest. Zerbröselt er, bleibt Urin in der Streu zurück.
  • Kleine Klumpen: Eine gute Streu bindet Urin schnell an der Oberfläche. Das ergibt flache, kompakte Klumpen statt großer, die bis auf den Boden reichen.
  • Wenig Staub: Schütten Sie eine Handvoll aus etwas Höhe in die Schale. Steigt eine sichtbare Wolke auf, ist die Sorte für Katzen mit Atemwegsproblemen und für Allergiker ungünstig.
  • Ohne Duftstoffe: Parfüm soll den Menschen beruhigen, stört aber viele Katzen. Geruch verhindert man durch Reinigen, nicht durch Duft.
  • Körnung: Fein genug, dass die Katze gern scharrt, grob genug, dass nicht jede Pfote eine Spur durch die Wohnung zieht.

Markenware und Eigenmarken des Handels bestehen aus demselben Grundmaterial und unterscheiden sich vor allem in diesen Punkten. Eine teure Klumpstreu, die sparsam klumpt, kann im Monat günstiger sein als eine billige, von der Sie ständig nachfüllen.

So pflegen Sie das Klo mit Klumpstreu

  1. Richtig einfüllen. Etwa 5 cm hoch. Bei zu wenig Streu klebt der Klumpen am Boden, bei zu viel wird es verschwenderisch.
  2. Mindestens einmal täglich ausschaufeln. Klumpen und Kot mit einer Schaufel mit Schlitzen oder Löchern herausheben. Je frischer, desto leichter lösen sie sich.
  3. Nachfüllen. Die entnommene Menge durch frische Streu ersetzen, damit die Höhe gleich bleibt.
  4. Alle zwei bis vier Wochen komplett tauschen. Auch saubere Streu nimmt mit der Zeit Geruch und kleine Urinreste auf. Die Schale dabei mit heißem Wasser und mildem Spülmittel auswaschen.
  5. Unterlage verwenden. Eine Matte mit Rillen vor dem Klo fängt einen großen Teil der Körner ab, die an den Pfoten hängen bleiben.

Ein Katzenklo mit Sieb trennt Klumpen und saubere Streu beim Anheben der Siebschale. Das spart die Schaufel, funktioniert aber nur mit festen Klumpen. Automatische Klos sind fast immer für Klumpstreu gebaut; mehr dazu unter selbstreinigendes Katzenklo.

Klumpstreu bei Kitten und Katzen, die Streu fressen

Junge Kätzchen untersuchen alles mit dem Maul. Häufig wird geraten, bis zu einem Alter von etwa drei bis vier Monaten auf nicht klumpende oder pflanzliche Streu zu setzen, damit verschluckte Klumpstreu nicht im Magen-Darm-Trakt aufquillt. Wissenschaftlich gut belegte Fälle sind selten, die Vorsicht ist aber vernünftig. Wenn Ihr Kitten nur schnuppert und scharrt, spricht nichts gegen Klumpstreu.

Anders ist es bei erwachsenen Katzen, die regelmäßig Streu fressen. Das ist kein Tick, sondern ein Grund für einen Tierarztbesuch: Blutarmut, Nierenerkrankungen und Mangelzustände kommen als Ursache in Frage. Siehe Katze frisst Katzenstreu.

Entsorgung: Restmüll, nicht Toilette

Mineralische Klumpstreu gehört in den Restmüll. In der Toilette quillt Bentonit auf und kann Leitungen verstopfen. Außerdem können mit dem Katzenkot Erreger wie Toxoplasma gondii in Gewässer gelangen, weil Kläranlagen sie nicht vollständig zurückhalten. Auch in den Biomüll gehört Bentonit nicht, denn es ist ein Mineral und verrottet nicht. Praktische Tipps, wie man die Menge klein und den Mülleimer geruchsarm hält, stehen unter Katzenstreu entsorgen.

Pflanzliche Klumpstreu als Alternative

Wer den schweren Sack und den Tagebau vermeiden will, findet Klumpstreu aus Holz-, Mais-, Weizen-, Soja- oder Erbsenfasern. Sie ist deutlich leichter und oft staubärmer. Nachteile: Die Klumpen sind meist weicher, einzelne Sorten riechen stärker nach dem Rohstoff oder werden bei Nässe schnell muffig, und feine Fasern bleiben leicht im Fell langhaariger Katzen hängen. Ob sie in den Biomüll oder in kleinen Mengen in die Toilette darf, hängt von Herstellerangabe und örtlicher Regel ab. Einen Überblick über alle Streuarten bietet der Beitrag Katzenstreu.

Die Empfehlung: Beginnen Sie mit einer feinen, parfümfreien Bentonit-Klumpstreu, reinigen Sie täglich und wechseln Sie die Sorte nur schrittweise, wenn Sie oder Ihre Katze einen guten Grund dafür haben.

Häufige Fragen

Wie lange hält eine Füllung Klumpstreu?

Bei täglichem Ausschaufeln und Nachfüllen reicht eine Grundfüllung etwa zwei bis vier Wochen, dann wird sie komplett erneuert. In Mehrkatzenhaushalten und bei Katzen, die viel trinken, kann es kürzer sein. Trinkt Ihre Katze plötzlich deutlich mehr und werden die Klumpen größer, kann das auf Nierenerkrankung oder Diabetes hindeuten – ein Fall für den Tierarzt.

Warum zerfallen die Klumpen?

Entweder ist die Streu zu flach eingefüllt, die Sorte klumpt schwach, oder die Streu ist schon zu lange in Gebrauch und mit Urinresten gesättigt. Füllen Sie höher ein, tauschen Sie die Füllung komplett oder probieren Sie eine andere Sorte.

Ist der Staub von Klumpstreu gefährlich?

Für gesunde Katzen und Menschen ist gelegentlicher Staub kein großes Problem. Katzen mit Asthma oder chronischem Husten sowie Menschen mit Atemwegserkrankungen sollten aber eine besonders staubarme Sorte oder pflanzliche Streu wählen.

Darf ich Klumpstreu mit anderer Streu mischen?

Zum schrittweisen Umgewöhnen ja. Auf Dauer lohnt es sich nicht, weil die Klumpeigenschaft leidet und das Aussieben schwieriger wird.