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katzenwelt

Katze trinkt nicht: Ursachen und wie Sie sie zum Trinken bringen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze trinkt an einem Trinkbrunnen
Bewegtes Wasser aus einem Trinkbrunnen regt viele Katzen zum Trinken an
Inhalt7 Abschnitte
  1. Wie viel Wasser braucht eine Katze?
  2. Warum manche Katzen so wenig trinken
  3. So bringen Sie Ihre Katze zum Trinken
  4. Milch ist kein Ersatz für Wasser
  5. Warum zu wenig Flüssigkeit schadet
  6. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  7. Häufige Fragen

Dass eine Katze kaum aus dem Napf trinkt, ist oft kein Problem: Katzen stammen von Wüstentieren ab, haben ein schwaches Durstgefühl und nehmen mit Nassfutter schon viel Wasser auf. Eine Katze, die überwiegend Trockenfutter frisst, muss dagegen aktiv trinken. Gefährlich wird es, wenn eine Katze plötzlich gar nicht mehr trinkt oder zusätzlich nicht frisst – dann gehört sie zum Tierarzt.

Wie viel Wasser braucht eine Katze?

Als grobe Orientierung wird für eine erwachsene Katze eine Gesamtwassermenge von rund 40 bis 60 ml je Kilogramm Körpergewicht am Tag genannt, also bei einer 4 kg schweren Katze etwa 160 bis 240 ml. Diese Menge setzt sich aus dem Wasser im Futter und dem aus dem Napf zusammen. Nassfutter besteht meist zu etwa 75 bis 80 Prozent aus Wasser, Trockenfutter nur zu etwa 10 Prozent.

Das bedeutet: Eine Katze, die ausschließlich Nassfutter frisst, trinkt manchmal nur wenige Schlucke am Tag – und ist trotzdem gut versorgt. Wie viel genau Ihre Katze braucht, hängt von Futter, Temperatur, Aktivität und Gesundheit ab. Entscheidend ist weniger die Zahl als eine Veränderung: Trinkt Ihre Katze plötzlich viel weniger oder viel mehr als sonst, sollten Sie aufmerksam werden.

Warum manche Katzen so wenig trinken

  • Herkunft: Die Falbkatze, die Stammform unserer Hauskatzen, lebt in trockenen Gebieten und deckt ihren Bedarf weitgehend über die Beute. Das Durstgefühl ist entsprechend schwach.
  • Napf neben dem Futter: Viele Katzen trinken ungern direkt neben ihrem Futter. Eine mögliche Erklärung ist, dass sie Wasser in der Nähe von Beuteresten meiden.
  • Unpassende Schale: Schmale, tiefe Näpfe, an denen die Schnurrhaare anstoßen, mögen viele Katzen nicht. Manche lehnen auch Plastik ab, das Gerüche annimmt.
  • Abgestandenes Wasser: Staub, Haare und Futterreste machen das Wasser unattraktiv.
  • Ungünstiger Ort: neben der Toilette, an einer lauten oder unruhigen Stelle oder dort, wo eine andere Katze den Zugang blockiert.

Leitungswasser ist in Deutschland für Katzen grundsätzlich geeignet. Die Annahme, Katzen würden es wegen Chlor verschmähen, trifft auf das meist ungechlorte deutsche Trinkwasser selten zu. Manche Katzen bevorzugen trotzdem Wasser, das eine Weile gestanden hat, oder sogar Regenwasser aus der Gießkanne – daran ist nichts auszusetzen, solange es sauber ist.

Katze trinkt Wasser aus einem Eimer
Eine Katze trinkt Wasser aus einem Eimer

So bringen Sie Ihre Katze zum Trinken

  1. Mehrere Wasserstellen. Verteilen Sie zwei bis drei Schalen in der Wohnung, abseits von Futter und Toilette. Bei mehreren Katzen eine Stelle mehr als Katzen.
  2. Breite, flache Schalen. Keramik, Glas oder Edelstahl, randvoll gefüllt, damit die Schnurrhaare nicht anstoßen.
  3. Täglich frisch. Wasser mindestens einmal täglich wechseln und die Schale ausspülen.
  4. Bewegtes Wasser. Viele Katzen trinken lieber aus dem Wasserhahn oder einem Trinkbrunnen. Brunnen regelmäßig reinigen und Filter nach Herstellerangabe wechseln. Eine Variante aus Keramik lässt sich besonders gut säubern.
  5. Nassfutter geben. Die wirksamste Maßnahme: Wer überwiegend Nassfutter füttert, erhöht die Wasseraufnahme deutlich. Unter Nassfutter lässt sich zusätzlich etwas lauwarmes Wasser mischen.
  6. Aromatisieren – aber richtig. Ein Schuss ungesalzene, ungewürzte Brühe von gekochtem Hühnerfleisch ohne Zwiebeln, Knoblauch oder Brühwürfel kann Trinkmuffel locken. Thunfischsaft aus der Dose ist meist gesalzen und daher ungeeignet. Aromatisiertes Wasser nach einigen Stunden wegschütten, es verdirbt schnell.
  7. Auch Trockenfutter einweichen ist bei Katzen möglich, die es annehmen. Eingeweichtes Futter nicht lange stehen lassen.

Mehr zur passenden Fütterung lesen Sie unter Die richtige Ernährung für die Katze.

Milch ist kein Ersatz für Wasser

Katze trinkt Milch aus Schüssel
Eine Katze trinkt Milch aus einer Schüssel – Milch ist ein Leckerli, kein Getränk

Viele erwachsene Katzen vertragen Milchzucker schlecht und bekommen davon Durchfall – das kostet mehr Flüssigkeit, als es bringt. Laktosefreie Milch und Katzenmilch werden besser vertragen, sind aber Nahrung mit Fett und Kalorien, kein Getränk. Als Leckerli in kleiner Menge sind sie in Ordnung, den Wasserbedarf decken sie nicht. Das einzige Getränk, das eine Katze braucht, ist Wasser.

Warum zu wenig Flüssigkeit schadet

Trinkt eine Katze dauerhaft zu wenig, wird ihr Urin stark konzentriert. Das begünstigt Harnkristalle und Harnsteine sowie Blasenentzündungen – besonders bei Katern kann das zu einem lebensgefährlichen Harnröhrenverschluss führen. Die weit verbreitete Aussage, zu wenig Trinken verursache eine Niereninsuffizienz, ist so nicht belegt; bei einer bereits bestehenden Nierenerkrankung ist ausreichend Flüssigkeit aber besonders wichtig. Mehr dazu unter Niereninsuffizienz bei Katzen.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Plötzliches Nichttrinken ist ein Warnzeichen, besonders wenn weitere Beschwerden hinzukommen. Anzeichen von Flüssigkeitsmangel sind:

  • trockene, klebrige Schleimhäute im Maul
  • eine Hautfalte im Nacken, die sich nur langsam zurückbildet
  • eingesunkene Augen, Mattigkeit, wenig oder kein Urin

Sofort oder noch am selben Tag in die Praxis gehört eine Katze, die weder frisst noch trinkt, erbricht oder Durchfall hat, Fieber hat, keinen Urin absetzt oder deutlich geschwächt wirkt. Katzen, die länger als 24 Stunden nichts fressen, können eine lebensgefährliche Leberverfettung entwickeln, besonders wenn sie übergewichtig sind. Bei Kitten und alten Katzen geht Austrocknung besonders schnell. Schmerzen im Maul, etwa durch eine Zahnfleischentzündung, sind ein häufiger, oft übersehener Grund, warum Katzen weder fressen noch trinken wollen.

Der Tierarzt beurteilt den Flüssigkeitshaushalt, untersucht Maul, Nieren und Blutwerte und gibt bei Bedarf Infusionen.

Die Empfehlung lautet also: Füttern Sie trinkfaulen Katzen überwiegend Nassfutter, stellen Sie mehrere breite Wasserschalen abseits vom Futter auf und probieren Sie einen Brunnen. Eine Katze, die plötzlich nicht mehr trinkt und dazu schlapp wirkt, gehört dagegen nicht in die Trickkiste, sondern zum Tierarzt.

Häufige Fragen

Meine Katze trinkt fast nie – ist sie krank?

Nicht unbedingt. Frisst sie überwiegend Nassfutter, deckt sie ihren Bedarf größtenteils darüber. Solange sie normal frisst, regelmäßig Urin absetzt und munter ist, ist das kein Grund zur Sorge. Beunruhigend ist eine plötzliche Veränderung.

Darf ich Eiswürfel ins Wasser geben?

Ein Eiswürfel im Sommer schadet einer gesunden Katze nicht, manche spielen sogar gern damit. Die meisten Katzen trinken aber lieber zimmerwarmes Wasser, sehr kaltes Wasser nehmen sie oft schlechter an.

Sind Trinkbrunnen wirklich besser als ein Napf?

Viele Katzen trinken daraus mehr, aber nicht alle. Ein Brunnen ist einen Versuch wert, ersetzt aber nicht die Grundregeln: sauberes Wasser, mehrere Stellen, Abstand zum Futter. Wichtig ist die regelmäßige Reinigung, weil sich in Pumpe und Filter sonst Beläge bilden.

Kann ich Wasser mit einer Spritze eingeben?

Das sollte nur nach Absprache mit dem Tierarzt geschehen. Eine Katze, die freiwillig nichts trinkt, ist womöglich krank, und beim Eingeben kann Flüssigkeit in die Luftröhre geraten. Ist sie ausgetrocknet, braucht sie ohnehin eine Infusion.