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katzenwelt

Trächtige Katze: Dauer, Anzeichen, Geburt und Pflege

Christoph · 8 Min. Lesezeit

Säugende Katzen Mutter mit Kitten
Säugende Katzen Mutter mit Kitten
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie lange ist eine Katze trächtig?
  2. Woran Sie eine trächtige Katze erkennen
  3. Gewissheit beim Tierarzt
  4. Was die trächtige Katze braucht
  5. Die Wurfkiste vorbereiten
  6. So läuft die Geburt ab
  7. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  8. Die ersten Wochen mit den Kätzchen
  9. Nach dem Wurf: an die Kastration denken
  10. Häufige Fragen

Katzen tragen im Durchschnitt etwa 65 Tage, meist zwischen 63 und 67 Tagen; das MSD Veterinary Manual nennt 64 bis 66 Tage nach der Deckung als typischen Geburtszeitpunkt. Sichtbar wird eine Trächtigkeit erst nach einigen Wochen, zuerst an den Zitzen. Die meisten Katzen bringen ihre Jungen ohne Hilfe zur Welt – Sie sollten aber wissen, wann eine Geburt nicht mehr normal verläuft.

Wie lange ist eine Katze trächtig?

Die Tragzeit liegt im Mittel bei rund 65 Tagen, also gut neun Wochen. Weil man den Deckzeitpunkt bei Freigängerinnen selten kennt und die Katze während der Rolligkeit mehrfach gedeckt werden kann, ist ein exakter Geburtstermin kaum zu berechnen. In der Literatur werden Tragzeiten von etwa 58 bis über 70 Tagen noch als normal beschrieben. Große Würfe kommen tendenziell etwas früher, sehr kleine Würfe etwas später.

Überschreitet eine Katze ab dem bekannten Decktermin deutlich 70 Tage, ohne dass sich die Geburt ankündigt, oder sind seit dem Sichtbarwerden des Bauches auffällig viele Wochen vergangen, sollte der Tierarzt nachsehen.

Nebenbei: Katzen können schon mit vier bis sechs Monaten geschlechtsreif sein und in der ersten Rolligkeit trächtig werden – lange bevor sie selbst ausgewachsen sind. Wie das aussieht, lesen Sie unter Katze rollig.

Woran Sie eine trächtige Katze erkennen

In den ersten zwei bis drei Wochen sieht man meist nichts. Danach tauchen typische Anzeichen auf:

  • Zitzen: Etwa ab dem 15. bis 21. Tag werden die Zitzen größer und rosiger. Bei Katzen, die schon einmal Junge hatten, fällt das weniger auf. Milch tritt meist erst kurz vor der Geburt aus.
  • Rolligkeit bleibt aus: Eine Katze, die sonst regelmäßig rollig wird, bleibt ruhig. Allein ist das kein Beweis, weil es auch Scheinträchtigkeiten gibt.
  • Bauch: Ab etwa der fünften Woche rundet sich der Bauch sichtbar. Anders als bei Übergewicht bleiben Hals, Rücken und Beine schlank, die Rundung sitzt seitlich und unten am Bauch.
  • Appetit und Gewicht: Die Katze frisst mehr und nimmt über die Wochen stetig zu, je nach Wurfgröße deutlich.
  • Verhalten: Manche Katzen werden anhänglicher, andere ruhiger oder empfindlicher am Bauch. Gegen Ende sucht die Katze nach einem geschützten Nistplatz.

Tasten Sie den Bauch nicht selbst ab, um Junge zu zählen. Ungeübte Hände können der Katze Schmerzen bereiten, und Aussagekraft hat das ohnehin nicht.

Gewissheit beim Tierarzt

Sicher feststellen kann die Trächtigkeit nur der Tierarzt. Mit Ultraschall sind Fruchtanlagen etwa ab der dritten Woche sichtbar, schlagende Herzen wenig später. Geübte Tierärzte können die Früchte zwischen etwa dem 17. und 25. Tag auch vorsichtig ertasten. Die Zahl der Jungen lässt sich am zuverlässigsten mit einem Röntgenbild zählen, sobald die Skelette verknöchert sind – das ist etwa ab dem 40. bis 45. Tag der Fall. Im Ultraschall überlagern sich die Jungen oft, deshalb liegt eine Zählung dort häufig daneben.

Ein Besuch in der Praxis lohnt sich auch aus anderen Gründen: Der Tierarzt kann den Gesundheitszustand der Mutter einschätzen und besprechen, ob und wie Entwurmung und Flohbehandlung in der Trächtigkeit möglich sind. Viele Mittel sind für trächtige Katzen nicht zugelassen – geben Sie deshalb nichts ohne Rücksprache. Mehr zur Entwurmung lesen Sie unter Katze entwurmen.

Was die trächtige Katze braucht

Futter: Eine trächtige Katze nimmt ab der Deckung stetig zu und braucht in der zweiten Hälfte der Trächtigkeit deutlich mehr Energie und Eiweiß als sonst. In der Säugezeit steigt der Bedarf noch einmal stark, bei großen Würfen auf ein Vielfaches des Erhaltungsbedarfs. Einfachster Weg ist ein vollwertiges Kittenfutter (Alleinfuttermittel für Wachstum und Trächtigkeit), das Sie über die Wochen schrittweise einführen und in mehreren kleinen Portionen oder zur freien Verfügung anbieten. Gegen Ende drücken die Jungen auf den Magen; dann frisst die Katze kleinere Mengen, aber häufiger. Nahrungsergänzungen wie Kalzium bitte nicht auf eigene Faust geben, zu viel Kalzium in der Trächtigkeit kann sogar schaden. Grundlagen zur Fütterung finden Sie unter Artgerechte Katzennahrung.

Wasser: Frisches Wasser ist das einzige Getränk, das die Katze braucht. Milch gehört nicht in den Wassernapf – viele erwachsene Katzen vertragen Laktose schlecht und bekommen davon Durchfall. Nassfutter erhöht die Flüssigkeitsaufnahme zusätzlich.

Ruhe und Bewegung: Die Katze darf sich normal bewegen und spielen. Hektik, Umzüge, neue Tiere und häufiges Hochheben vermeiden Sie besser. Wenn Sie die Katze tragen müssen, stützen Sie Brust und Hinterteil mit beiden Händen und drücken Sie nicht auf den Bauch. Kinder sollten wissen, dass die Katze jetzt ihre Ruhe braucht.

Kein Freigang am Ende: In den letzten ein bis zwei Wochen sollte eine Freigängerin im Haus bleiben, damit sie ihre Jungen nicht in einem Schuppen oder unter einer Hecke bekommt.

Süßes Kitten baby Kätzchen gähnt
Ein gähnendes Kätzchen mit rosa Zunge

Die Wurfkiste vorbereiten

Etwa zwei Wochen vor dem erwarteten Termin sollte eine Wurfkiste bereitstehen, damit sich die Katze daran gewöhnt. Ein großer Karton oder eine Kunststoffkiste mit etwa 50 × 40 cm Grundfläche reicht, mit einem Einstieg, der für die Katze leicht, für die Jungen aber nicht überwindbar ist. Auslegen können Sie sie mit saugfähigen Unterlagen und alten Handtüchern, die sich leicht wechseln lassen.

Die Kiste gehört an einen ruhigen, warmen, zugfreien Ort, an dem nicht ständig jemand vorbeiläuft. Neugeborene Kätzchen können ihre Körpertemperatur in den ersten Wochen nicht selbst halten. Eine Wärmequelle – etwa eine Wärmflasche unter einem Teil der Unterlage oder eine Wärmeplatte für Tiere – hilft, sollte aber nur einen Teil der Kiste wärmen, damit Mutter und Junge ausweichen können. Wärmelampen sind wegen Überhitzung und Brandgefahr nur mit großem Abstand und unter Aufsicht geeignet.

Manche Katzen verschmähen die Kiste und wählen den Kleiderschrank. Zwingen Sie sie nicht; ein ruhiger, sauberer Platz ist wichtiger als die perfekte Kiste.

So läuft die Geburt ab

Kurz vor der Geburt wird die Katze unruhig, sucht ihr Nest auf, putzt sich intensiv im Genitalbereich, hechelt manchmal oder schnurrt stark. Viele fressen in den letzten 12 bis 24 Stunden nichts mehr. Diese Vorbereitungsphase kann bis zu einem Tag dauern.

Dann folgen die Presswehen. Ein Kätzchen kommt in der Regel innerhalb von 15 bis 30 Minuten nach Beginn starker Wehen, in Kopf- oder Steißlage – beides ist normal. Die Mutter öffnet die Fruchthülle, leckt das Junge trocken, beißt die Nabelschnur durch und frisst die Nachgeburt meist auf. Zwischen den einzelnen Kätzchen vergehen oft zehn Minuten bis eine Stunde. Eine Besonderheit von Katzen: Manche legen nach einem Teil des Wurfs eine lange Pause ein, säugen und ruhen, bevor die restlichen Jungen kommen. Solange die Katze entspannt ist, keine Wehen hat und die Jungen trinken, ist das kein Grund zur Sorge.

Halten Sie sich im Hintergrund, beobachten Sie und notieren Sie Zeiten, Zahl der Jungen und Nachgeburten. Die Nummer der Tierarztpraxis und des nächsten Notdienstes sollten griffbereit sein.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Rufen Sie sofort die Tierarztpraxis oder den Notdienst an, wenn:

  • die Katze länger als 20 bis 30 Minuten stark presst, ohne dass ein Kätzchen kommt,
  • ein Kätzchen im Geburtsweg stecken bleibt,
  • vor dem ersten Kätzchen grünlich-schwarzer oder stark blutiger Ausfluss austritt,
  • zwischen zwei Kätzchen mehr als zwei Stunden vergehen, während die Katze weiter Wehen zeigt oder unruhig ist,
  • die Katze sehr schwach wird, zittert, krampft, hohes Fieber hat oder stark blutet,
  • die Tragzeit ab bekanntem Decktermin deutlich über 70 Tage hinausgeht,
  • die Mutter nach der Geburt länger als einen Tag nicht frisst, übel riechenden Ausfluss hat, harte, heiße oder gerötete Zitzen bekommt oder ihre Jungen nicht versorgt.

Krämpfe, Zittern und Unruhe in den Wochen nach der Geburt können auf eine Milchfieber genannte Kalziumkrise hinweisen – auch das ist ein Notfall.

Die ersten Wochen mit den Kätzchen

Neugeborene Kätzchen wiegen meist etwa 90 bis 110 Gramm; ein Wurf umfasst im Durchschnitt etwa vier Junge, Erstgebärende und sehr junge Katzen haben oft weniger. Die Kleinen finden die Zitzen über Tast- und Geruchssinn und sollten in den ersten Stunden trinken. Wiegen Sie sie täglich mit einer Küchenwaage: Gesunde Kätzchen nehmen stetig zu. Ein Kätzchen, das an Gewicht verliert, kalt ist oder dauernd schreit, braucht tierärztliche Hilfe.

Kitten wird mit Flasche gefüttert
Ein Kätzchen trinkt aus der Aufzuchtflasche

Trinkt ein Kätzchen nicht oder versorgt die Mutter ihre Jungen nicht, muss es mit der Flasche aufgezogen werden: mit spezieller Aufzuchtmilch für Katzen, niemals mit Kuhmilch, in der ersten Woche etwa alle zwei bis drei Stunden, auch nachts. Nach jeder Mahlzeit wird der Bauch sanft mit einem feuchten Tuch massiert, damit das Junge Urin und Kot absetzt – das übernimmt sonst die Mutter. Lassen Sie sich das in der Praxis zeigen.

Kätzchen bleiben mindestens bis zur 12. Woche bei der Mutter und den Geschwistern; warum, lesen Sie unter Katzenbabys: das richtige Alter für die Abgabe. In dieser Zeit stehen die ersten Entwurmungen und die Grundimpfung nach der Leitlinie der StIKo Vet an, siehe Katzen impfen.

Nach dem Wurf: an die Kastration denken

Eine Katze kann schon wenige Wochen nach der Geburt wieder rollig werden, manchmal noch während der Säugezeit. Wer keinen weiteren Wurf möchte, hält sie bis zur Kastration im Haus und bespricht den Zeitpunkt mit dem Tierarzt. Viele Städte und Gemeinden schreiben für Freigängerkatzen ohnehin eine Kastration und Kennzeichnung vor. Tierheime nehmen jedes Jahr unzählige ungeplante Kätzchen auf – ein geplanter Wurf sollte deshalb die Ausnahme sein, und die Plätze für die Jungen sollten vorher feststehen. Alles Weitere lesen Sie unter Kastration bei Katzen.

Häufige Fragen

Ab wann sieht man, dass eine Katze trächtig ist?

Die Zitzen werden meist ab der dritten Woche rosiger und größer. Der Bauch rundet sich sichtbar etwa ab der fünften Woche. Wer früher Gewissheit möchte, lässt einen Ultraschall machen, der eine Trächtigkeit ab etwa der dritten Woche zeigt.

Wie viele Junge bekommt eine Katze?

Im Durchschnitt etwa vier, die Spanne reicht von einem bis zu acht oder mehr. Junge Katzen und Erstgebärende haben oft kleinere Würfe. Die genaue Zahl zeigt am zuverlässigsten ein Röntgenbild in den letzten drei Wochen.

Darf eine trächtige Katze Milch trinken?

Besser nicht. Viele erwachsene Katzen vertragen den Milchzucker schlecht und bekommen Durchfall, was in der Trächtigkeit zusätzlich schwächt. Wasser und ein gutes Kittenfutter decken den Bedarf. Katzenmilch ist ein Leckerli, kein Getränk.

Muss ich bei der Geburt helfen?

In der Regel nicht. Die meisten Katzen gebären am liebsten ungestört. Bleiben Sie in der Nähe, beobachten Sie und rufen Sie den Tierarzt, wenn die Katze lange erfolglos presst, stark blutet, dunkler Ausfluss vor dem ersten Kätzchen austritt oder sie sichtbar schwach wird. Ziehen Sie nie selbst an einem feststeckenden Kätzchen.