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katzenwelt

Katze entwurmen: Wie oft, womit und warum

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Toxocara Wurm Katze
Wurminfektionen sind bei Katzen recht häufig
Inhalt9 Abschnitte
  1. Welche Würmer Katzen befallen
  2. Wie Katzen sich anstecken
  3. Woran Sie einen Wurmbefall erkennen
  4. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  5. Wie oft entwurmen? Die Empfehlungen von ESCCAP
  6. Entwurmen oder Kotprobe?
  7. Welche Mittel es gibt und wie Sie sie geben
  8. Hygiene und Schutz für die Familie
  9. Häufige Fragen

Wie oft Sie Ihre Katze entwurmen sollten, hängt davon ab, wie sie lebt. Nach den Empfehlungen der Parasitenexperten von ESCCAP genügen bei reinen Wohnungskatzen ein bis zwei Behandlungen im Jahr, Freigänger sollten mindestens viermal im Jahr entwurmt oder auf Würmer untersucht werden, und Katzen, die Mäuse fressen, brauchen monatlich ein Mittel gegen Bandwürmer. Kitten werden ab der dritten Lebenswoche regelmäßig entwurmt. Eine Einheitsregel für alle Katzen gibt es nicht.

Welche Würmer Katzen befallen

In Deutschland sind vor allem diese Würmer bei Katzen von Bedeutung:

  • Spulwürmer (Toxocara cati): die häufigsten Würmer der Katze. Die Eier werden mit dem Kot ausgeschieden, reifen in der Umwelt und bleiben dort lange ansteckend. Kitten stecken sich über die Muttermilch an. Für Menschen, vor allem Kinder, sind die Larven gefährlich: Sie können durch den Körper wandern und Augen oder Organe schädigen.
  • Bandwürmer: Der Gurkenkernbandwurm wird durch Flöhe übertragen, die die Katze beim Putzen verschluckt. Andere Bandwürmer nimmt die Katze mit Mäusen auf, darunter selten auch der Fuchsbandwurm, der beim Menschen eine schwere Lebererkrankung verursachen kann. Mehr unter Bandwurm bei Katzen.
  • Hakenwürmer: seltener, saugen Blut und können bei starkem Befall zu Blutarmut führen.
  • Lungenwürmer: Die Katze steckt sich über Beutetiere an, die zuvor Schnecken gefressen haben. Typisch ist Husten.

Einen Überblick über alle Wurmarten finden Sie unter Katzenwürmer. Giardien sind übrigens keine Würmer, sondern Einzeller; normale Wurmkuren wirken gegen sie nur zum Teil, siehe Giardien bei der Katze.

Wie Katzen sich anstecken

Freigänger stecken sich vor allem über Beutetiere und über Wurmeier aus Erde, Sandkästen und Beeten an. Aber auch reine Wohnungskatzen sind nicht sicher: Wurmeier gelangen an Schuhen, auf Kleidung oder mit rohem Fleisch in die Wohnung, Flöhe reisen mit anderen Haustieren ein. Untersuchungen zeigen, dass auch ein Teil der Wohnungskatzen Spulwürmer hat. Mitbewohner mit Freigang, Hunde im Haushalt und Rohfütterung erhöhen das Risiko.

Woran Sie einen Wurmbefall erkennen

Viele Katzen zeigen lange keine Anzeichen. Deshalb setzt man auf regelmäßige Vorbeugung oder Kotuntersuchungen, statt auf Symptome zu warten. Bei stärkerem Befall können auftreten:

  • Durchfall, manchmal mit Schleim oder Blut, oder wechselnd weicher Kot
  • Erbrechen, gelegentlich mit Würmern darin
  • ein aufgeblähter, fester Bauch, vor allem bei Kitten
  • Gewichtsverlust oder schlechtes Wachstum trotz guten Appetits
  • stumpfes, struppiges Fell
  • reiskornartige, weiße Bandwurmglieder am After, im Fell oder auf dem Schlafplatz
  • Husten bei Lungenwürmern
  • Rutschen auf dem Hinterteil – das kann auch an verstopften Analdrüsen liegen
Katze erbricht gelben Schleim
Katze erbricht – neben vielen anderen Ursachen kann auch ein starker Wurmbefall dahinterstecken

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Zeitnah zum Tierarzt sollte Ihre Katze bei anhaltendem Durchfall, Gewichtsverlust, Würmern im Kot oder Erbrochenen oder anhaltendem Husten – dann wird nicht nur entwurmt, sondern auch nach anderen Ursachen gesucht.

Sofort oder im Notdienst, wenn:

  • ein Kitten Durchfall hat und schlapp wird, nicht trinkt oder blasse Schleimhäute zeigt,
  • die Katze mehrmals am Tag oder mit Blut erbricht,
  • sie schwer atmet oder mit offenem Maul atmet,
  • sie länger als 24 Stunden nichts frisst,
  • sie nach einem Flohmittel zittert, sabbert oder krampft – Verdacht auf Vergiftung, etwa durch ein Hundepräparat mit Permethrin.

Wie oft entwurmen? Die Empfehlungen von ESCCAP

Die Empfehlungen der Expertengruppe ESCCAP Deutschland richten sich nach dem Risiko:

KatzeEmpfehlung
Kittenab der 3. Lebenswoche alle 2 Wochen bis 2 Wochen nach dem Absetzen, danach monatlich bis zum Alter von 6 Monaten
Säugende Katzenmutterzusammen mit der ersten Behandlung der Kitten gegen Spulwürmer
Reine Wohnungskatze1- bis 2-mal im Jahr entwurmen oder Kot untersuchen lassen
Freigängermindestens 4-mal im Jahr entwurmen oder Kot untersuchen lassen
Freigänger, der Mäuse oder Aas frisstzusätzlich monatlich gegen Bandwürmer
FlohbefallFlöhe behandeln und zusätzlich gegen Bandwürmer entwurmen

Ihr Tierarzt hilft Ihnen, das Risiko Ihrer Katze einzuschätzen. Wer mit kleinen Kindern, Schwangeren oder immungeschwächten Menschen zusammenlebt, entscheidet sich oft für die häufigere Variante.

Entwurmen oder Kotprobe?

Eine Wurmkur wirkt nicht vorbeugend: Sie tötet die Würmer, die zum Zeitpunkt der Behandlung im Darm sind. Schon am nächsten Tag kann sich die Katze neu anstecken. Regelmäßiges Entwurmen soll deshalb verhindern, dass Würmer lange genug im Darm leben, um Eier auszuscheiden.

Die Alternative ist eine regelmäßige Kotuntersuchung im gleichen Takt. Entwurmt wird dann nur, wenn Wurmeier gefunden werden. Das spart unnötige Behandlungen, hat aber einen Haken: Würmer scheiden ihre Eier nicht ständig aus, und manche Bandwürmer sind im Kot schwer nachweisbar. Sammeln Sie deshalb Kot von drei aufeinanderfolgenden Tagen und geben Sie ihn gemeinsam ab. Ein negativer Befund heißt „zum Zeitpunkt der Untersuchung nichts gefunden“, nicht „dauerhaft wurmfrei“.

Welche Mittel es gibt und wie Sie sie geben

Wurmmittel gibt es als Tabletten, Pasten und Spot-on-Präparate, die in den Nacken getropft werden. Nicht jedes Mittel wirkt gegen alle Würmer: Manche wirken nur gegen Rundwürmer wie Spul- und Hakenwürmer, andere auch gegen Bandwürmer. Welches passt, hängt von den Würmern ab, gegen die Sie behandeln möchten. Viele wirksame Mittel gibt es nur beim Tierarzt, manche in der Apotheke. Breit wirksame Kombinationspräparate, etwa mit Milbemycinoxim und Praziquantel (so auch das bekannte Milpro), sind in Deutschland verschreibungspflichtig: Die Praxis wählt Mittel und Dosis nach Gewicht, Alter und Risiko Ihrer Katze.

  1. Katze wiegen. Wurmmittel werden nach Körpergewicht dosiert. Schätzen Sie nicht, sondern wiegen Sie sich mit und ohne Katze auf dem Arm.
  2. Packungsbeilage lesen. Dosierung nach Gewicht, Mindestalter und Mindestgewicht beachten, ob Tabletten geteilt werden dürfen und ob das Mittel mit oder ohne Futter gegeben wird.
  3. Tabletten geben. In einem kleinen Leckerbissen verstecken oder direkt hinten auf die Zunge legen, Maul kurz schließen, Kehle streicheln. Spezielle Tablettentaschen helfen.
  4. Spot-on richtig auftragen. Fell im Nacken scheiteln und direkt auf die Haut tropfen, an einer Stelle, die die Katze nicht ablecken kann. Andere Katzen dürfen die Stelle nicht belecken, bis sie getrocknet ist.
  5. Kontrollieren. Hat die Katze die Tablette wirklich geschluckt oder in einer Ecke wieder ausgespuckt?

Verwenden Sie nie ein Mittel für Hunde. Hunde-Spot-ons gegen Flöhe und Zecken enthalten oft Permethrin, und das ist für Katzen tödlich. Schon der enge Kontakt zu einem frisch behandelten Hund kann gefährlich werden.

Nebenwirkungen sind selten. Möglich sind kurzes Speicheln durch bitteren Geschmack, Erbrechen oder weicher Kot, bei Spot-ons Haarausfall oder Rötung an der Auftragsstelle. Bei Zittern, Taumeln oder Krämpfen rufen Sie sofort die Praxis an. Trächtige Katzen und sehr kleine Kitten nur mit Mitteln behandeln, die dafür zugelassen sind, und nach Rücksprache mit dem Tierarzt, siehe auch Trächtigkeit bei der Katze.

Hygiene und Schutz für die Familie

Entwurmen ist nur ein Teil des Schutzes. Genauso wichtig:

  • Katzenklo täglich reinigen, denn Spulwurmeier werden erst nach einigen Tagen in der Umwelt ansteckend.
  • Kot im Restmüll entsorgen, nicht in der Toilette oder im Kompost.
  • Nach Gartenarbeit und Kontakt mit dem Katzenklo Hände waschen.
  • Sandkästen abdecken, damit sie nicht zur Katzentoilette werden.
  • Flöhe konsequent bekämpfen, weil sie Bandwürmer übertragen.
  • Kein rohes Fleisch ohne Wissen um die Risiken füttern; rohes Schweinefleisch nie.

Die Empfehlung lautet: Klären Sie mit Ihrem Tierarzt einmal, zu welcher Risikogruppe Ihre Katze gehört, und legen Sie danach einen festen Plan fest – mit Entwurmungen oder Kotproben im Kalender. Das schützt Katze und Familie besser als gelegentliche Wurmkuren nach Gefühl.

Häufige Fragen

Muss ich eine reine Wohnungskatze überhaupt entwurmen?

Ja, aber seltener. ESCCAP empfiehlt ein- bis zweimal im Jahr eine Entwurmung oder eine Kotuntersuchung, weil Wurmeier auch über Schuhe, Kleidung oder andere Haustiere in die Wohnung gelangen und Wohnungskatzen nachweislich Spulwürmer haben können.

Wie lange nach der Entwurmung ist meine Katze wurmfrei?

Die meisten Mittel wirken innerhalb von ein bis zwei Tagen gegen die vorhandenen Würmer. Einen Schutz für die folgenden Wochen bieten sie nicht, die Katze kann sich jederzeit neu anstecken. Deshalb richtet sich der Abstand nach dem Risiko.

Brauche ich für Reisen eine Entwurmung?

Innerhalb der EU ist für Katzen keine Wurmbehandlung bei der Einreise vorgeschrieben; Pflicht sind Mikrochip, EU-Heimtierausweis und gültige Tollwutimpfung. Außerhalb der EU können andere Regeln gelten. Informieren Sie sich rechtzeitig bei der Botschaft des Ziellandes, mehr dazu unter Einreisebestimmungen für Katzen.

Können sich Menschen bei der Katze mit Würmern anstecken?

Ja, vor allem mit Spulwürmern über Eier aus Katzenkot, etwa in Sandkästen oder Gartenerde, und seltener mit Bandwürmern. Kinder sind besonders gefährdet, weil sie Erde und Hände in den Mund nehmen. Regelmäßige Entwurmung oder Kotkontrolle und Händewaschen senken das Risiko deutlich.