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katzenwelt

Futter für ältere Katzen: Was sich im Alter ändert

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Ältere grau getigerte Katze liegt auf einem Tuch im Garten
Mit dem Alter ändern sich Appetit, Verdauung und Gewicht – das Futter sollte mitgehen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Ab wann ist eine Katze alt?
  2. Was sich im Alter bei der Verdauung ändert
  3. Eiweiß: nicht sparen, sondern gut auswählen
  4. Was ein „Seniorfutter“ ist – und was nicht
  5. Krankheiten, die das Futter verändern
  6. So fressen alte Katzen besser
  7. Wann Ihre ältere Katze zum Tierarzt muss
  8. Häufige Fragen

Ältere Katzen brauchen ein vollwertiges, gut verdauliches Futter mit ausreichend Eiweiß – ein spezielles „Seniorfutter“ ist dafür nicht zwingend nötig. Entscheidend ist, was die einzelne Katze braucht: Die Achtjährige, die zu Übergewicht neigt, profitiert von weniger Kalorien, die Fünfzehnjährige, die immer dünner wird, braucht dagegen eher mehr. Wer die Ernährung umstellt, sollte zuvor Krankheiten ausschließen lassen, die sich im Alter häufen.

Ab wann ist eine Katze alt?

Die gemeinsamen Leitlinien der amerikanischen Tierärzteverbände AAHA und AAFP zu den Lebensphasen der Katze bezeichnen Katzen ab etwa zehn Jahren als Senioren. Manche Katzen altern früher, manche wirken mit 14 noch jugendlich. Für die Ernährung sind zwei Phasen wichtig: das mittlere Alter bis etwa elf Jahre, in dem viele Katzen zu dick werden, und das hohe Alter ab etwa zwölf Jahren, in dem Untergewicht häufiger wird. Wie Katzenjahre sich zu Menschenjahren verhalten und was sich im Alter sonst verändert, lesen Sie unter Wie alt werden Katzen.

Was sich im Alter bei der Verdauung ändert

Bei vielen Menschen und Hunden sinkt der Energiebedarf im Alter. Bei Katzen ist es oft umgekehrt. Untersuchungen, die unter anderem die Ernährungswissenschaftlerin Dorothy Laflamme zusammengefasst hat, zeigen: Ab etwa zwölf Jahren steigt der Energiebedarf vieler Katzen wieder an, und bei einem Teil der alten Katzen – Schätzungen reichen bis zu einem Drittel – sinkt die Fähigkeit, Fett und Eiweiß aus dem Futter zu verwerten. Die Katze frisst scheinbar genug und nimmt trotzdem ab.

Hinzu kommen nachlassender Geruchs- und Geschmackssinn, Zahnprobleme und Gelenkschmerzen, die das Fressen mühsam machen. Deshalb ist Untergewicht bei sehr alten Katzen häufiger als Übergewicht.

Eiweiß: nicht sparen, sondern gut auswählen

Lange hieß es, alte Katzen bräuchten weniger Eiweiß, um die Nieren zu schonen. Für gesunde Katzen gilt das nicht. Mit dem Alter baut der Körper Muskeln leichter ab und schlechter auf; die Katze braucht deshalb eine reichliche Versorgung mit hochwertigem, gut verdaulichem Eiweiß aus Fleisch. Weniger Eiweiß beschleunigt den Muskelschwund, der bei alten Katzen ohnehin ein Problem ist.

Anders ist es bei einer diagnostizierten chronischen Nierenerkrankung. Dann ist ein Nierendiätfutter mit wenig Phosphor und angepasstem Eiweiß eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt – aber eben nach Diagnose und Stadium, nicht vorsorglich. Einzelheiten stehen unter Nierenfutter für Katzen.

Was ein „Seniorfutter“ ist – und was nicht

Für Katzen gibt es weder in den FEDIAF-Leitlinien noch im Futtermittelrecht ein eigenes Nährstoffprofil für Senioren. „Senior“ auf der Dose ist deshalb eine Herstellerangabe, keine geschützte Bezeichnung. Manche Seniorsorten haben weniger Kalorien, etwas weniger Phosphor oder zugesetzte Omega-3-Fettsäuren. Für eine rundliche Neunjährige kann das passen, für eine abgemagerte Siebzehnjährige ist ein kalorienarmes Futter dagegen genau falsch.

Worauf es ankommt:

  • Alleinfuttermittel für erwachsene Katzen, das die Katze gern frisst.
  • Energiegehalt passend zum Gewicht: eher reichhaltig, wenn die Katze abnimmt, eher sparsam, wenn sie zunimmt.
  • Viel Feuchtigkeit: Nassfutter unterstützt Nieren und Harnwege, weil ältere Katzen oft zu wenig trinken.
  • Weiche Konsistenz bei Zahnproblemen: Pastete statt Stückchen, eingeweichtes statt hartes Trockenfutter.

Krankheiten, die das Futter verändern

Viele Alterskrankheiten zeigen sich zuerst über Fressen, Trinken und Gewicht. Die AAFP empfiehlt in ihren Leitlinien für ältere Katzen deshalb Untersuchungen zweimal im Jahr ab etwa zehn Jahren und bei gesunden Katzen über 15 Jahren sogar alle vier Monate.

Anzeichenmögliche UrsacheFolge für das Futter
viel Durst, viel Urin, Abnehmenchronische Nierenerkrankung, DiabetesDiätfutter nach Diagnose
Heißhunger und trotzdem Abnehmen, UnruheSchilddrüsenüberfunktionBehandlung, evtl. jodarme Diät
frisst zögerlich, lässt Brocken fallen, MundgeruchZahnerkrankung, ZahnfleischentzündungZahnbehandlung, vorübergehend weiches Futter
springt nicht mehr hoch, steife BewegungenArthroseGewicht halten, Napf gut erreichbar aufstellen

Trinkt Ihre Katze plötzlich auffällig viel, lesen Sie auch Katze trinkt viel.

So fressen alte Katzen besser

  1. Klein und oft. Drei bis vier kleinere Mahlzeiten statt zwei großer werden besser verwertet.
  2. Leicht angewärmt. Nassfutter auf etwa Körpertemperatur duftet stärker und regt den Appetit an – nie heiß aus der Mikrowelle servieren.
  3. Gut erreichbar. Napf auf Bodenhöhe oder leicht erhöht, ohne Sprung auf die Fensterbank. Für Katzen mit Arthrose zählt jede Stufe.
  4. Wasser an mehreren Stellen. Mehrere Schalen oder ein Trinkbrunnen, fern vom Futter und vom Katzenklo.
  5. Umstellen nur langsam. Alte Katzen sind oft wählerischer. Mischen Sie neues Futter über ein bis zwei Wochen unter.
  6. Monatlich wiegen. Eine Küchen- oder Babywaage zeigt Veränderungen, lange bevor man sie sieht.

Wann Ihre ältere Katze zum Tierarzt muss

Ungewollter Gewichtsverlust ist bei alten Katzen nie normal. Hat Ihre Katze innerhalb weniger Monate sichtbar abgenommen, lassen Sie sie untersuchen. Frisst sie länger als 24 Stunden nichts, ist das ein Notfall: Katzen können dann eine lebensgefährliche Leberverfettung entwickeln. Sofort in die Praxis gehört sie außerdem bei wiederholtem Erbrechen, wenn sie keinen Urin mehr absetzt oder wenn sie plötzlich stark trinkt und gleichzeitig matt wirkt. Was Sie tun können, damit eine abgemagerte Katze wieder zulegt, steht unter Zu dünne Katze.

Die Empfehlung lautet: Füttern Sie die ältere Katze nach ihrem Gewicht und ihrem Gesundheitszustand, nicht nach dem Etikett. Reichlich gutes Eiweiß, viel Feuchtigkeit, kleine Mahlzeiten und regelmäßiges Wiegen bringen mehr als jede Seniorsorte.

Häufige Fragen

Ab welchem Alter sollte ich auf Seniorfutter umstellen?

Es gibt keinen festen Stichtag. Solange Ihre Katze mit ihrem bisherigen Alleinfutter ihr Gewicht hält und gesund ist, muss nichts geändert werden. Eine Umstellung ist sinnvoll, wenn sich Gewicht, Zähne oder Verdauung ändern – und dann gezielt, nicht nach dem Geburtsdatum.

Meine alte Katze wird immer dünner, frisst aber gut. Was steckt dahinter?

Häufig sind es eine Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes, eine Nierenerkrankung oder eine nachlassende Verdauung. Lassen Sie zuerst Blut und Urin untersuchen. Ist die Katze gesund, helfen ein energiereicheres, gut verdauliches Futter und mehr kleine Mahlzeiten.

Ist Trockenfutter für alte Katzen schlecht?

Nicht grundsätzlich, aber Nassfutter hat im Alter Vorteile: Es liefert Wasser und ist bei Zahnproblemen leichter zu fressen. Frisst Ihre Katze nur Trockenfutter, stellen Sie genug Wasser an mehreren Stellen auf und bieten Sie Nassfutter zumindest ergänzend an.

Braucht eine alte Katze Nahrungsergänzungsmittel?

Mit einem Alleinfuttermittel in der Regel nicht. Mittel für Gelenke oder Omega-3-Fettsäuren können bei bestimmten Erkrankungen sinnvoll sein, sollten aber mit der Tierarztpraxis abgesprochen werden, damit sie nicht mit einer Diät oder Medikamenten kollidieren.