Katzenstreu: Welche Sorte zu Katze und Haushalt passt

Inhalt9 Abschnitte
Die beste Katzenstreu ist die, die Ihre Katze zuverlässig benutzt. Viele Katzen bevorzugen feine, weiche, klumpende Streu ohne Duftstoffe, weil sie sich wie Sand anfühlt und sich gut scharren lässt. Für den Menschen zählen dazu Geruchsbindung, wenig Staub, geringes Gewicht und die Entsorgung. Einen perfekten Kompromiss gibt es nicht, aber für fast jeden Haushalt eine gute Wahl.
Warum die Streu so wichtig ist
Katzen vergraben Urin und Kot. Das ist angeborenes Verhalten, das die Katze in der Natur vor Feinden und Konkurrenten verbirgt. Im Haus übernimmt die Streu die Rolle von Sand und lockerer Erde. Passt sie der Katze nicht – zu grob, zu stark parfümiert, zu nass, zu schmutzig – sucht sie sich einen anderen Platz: den Teppich, die Dusche, das Bett. Unsauberkeit ist einer der häufigsten Gründe, warum Katzen im Tierheim landen, und die Streu ist dabei einer der am leichtesten zu behebenden Auslöser.
In Deutschland leben nach dem Heimtiermarkt-Bericht von IVH und ZZF rund 15,7 Millionen Katzen in Privathaushalten, viele davon als reine Wohnungskatzen. Für sie ist das Katzenklo der einzige Toilettenplatz, und auch Freigänger brauchen eines für die Nacht, für Krankheitstage und die Zeit nach einer Operation.

Die Streuarten im Vergleich
| Art | Material | Stärken | Schwächen | Entsorgung |
| Klumpstreu mineralisch | Bentonit (Tonmineral) | feine Körnung, feste Klumpen, von vielen Katzen bevorzugt, sparsam | schwer, kann stauben, Abbau im Tagebau | Restmüll |
| Nicht klumpende Tonstreu | gebrannter Ton, Attapulgit | günstig, grob, wenig Tracking | Urin versickert, ganze Füllung muss häufig raus, riecht schneller | Restmüll |
| Silikatstreu | Kieselgel | saugt viel, bindet Geruch gut, leicht | knistert, scharfkantig, manche Katzen lehnen sie ab | Restmüll |
| Pflanzliche Klumpstreu | Holz-, Mais-, Weizen-, Soja- oder Erbsenfasern | leicht, meist staubarm, teils kompostierbar | bleibt im Fell hängen, einzelne Sorten schimmeln bei Nässe | Bio- oder Restmüll nach Herstellerangabe und örtlicher Regel |
| Holzpellets | gepresstes Holz | günstig, geruchsbindend, leicht zu entsorgen | viele Katzen mögen die harten Pellets nicht | je nach Gemeinde Bio- oder Restmüll |
| Papierstreu | Recyclingpapier | staubfrei, weich, gut nach Operationen | bindet Geruch schwach | Restmüll |
Ausführlich zu den beiden häufigsten Sorten: Klumpstreu und Silikat-Katzenstreu.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Körnung: Katzen stehen mit empfindlichen Pfotenballen auf der Streu. Feine, sandähnliche Körnung wird am häufigsten angenommen. Grobe Pellets und scharfkantige Kristalle werden eher gemieden.
- Ohne Duftstoffe: Parfümierte Streu riecht für uns frisch, für die Katze aber aufdringlich. Die feine Katzennase nimmt Duft viel stärker wahr als unsere. Geruch entsteht durch zu seltenes Reinigen, nicht durch die falsche Duftnote.
- Wenig Staub: Staub belastet die Atemwege von Katzen mit Asthma und von Menschen mit Allergie. „Staubarm“ auf der Packung ist ein Anfang, ein Test im eigenen Haushalt verlässlicher.
- Klumpfestigkeit: Die Klumpen sollen beim Herausheben nicht zerfallen, sonst bleibt Urin in der Streu.
- Gewicht und Menge: Eine 10-kg-Packung Bentonit ist schwer zu tragen. Pflanzenstreu ist leichter, reicht aber je nach Sorte kürzer.
- Preis pro Monat statt pro Sack: Eine teure, sparsame Klumpstreu kann günstiger sein als eine billige, die ständig komplett gewechselt werden muss. Für eine Katze liegt der Verbrauch meist bei einigen Euro bis etwa 15 Euro im Monat.
Ob Marke oder Eigenmarke des Handels: Klumpstreu aus Bentonit ist im Kern dasselbe Material. Unterschiede liegen in Körnung, Staub, Klumpfestigkeit und Duft. Probieren Sie im Zweifel kleine Packungen aus.
Wie viel Streu und wie oft wechseln?
Füllen Sie etwa 5 cm hoch ein. Das reicht zum Scharren und verhindert, dass Urin bis auf den Boden der Schale durchsickert und dort festklebt. Manche Katzen mögen es etwas tiefer, andere flacher – beobachten Sie, wie Ihre Katze scharrt.
- Täglich, besser zweimal täglich: Klumpen und Kot mit einer Schaufel entfernen und die entnommene Menge durch frische Streu ersetzen.
- Komplett wechseln: Bei Klumpstreu alle zwei bis vier Wochen, bei nicht klumpender Streu häufiger, oft wöchentlich. Silikat hält nach Herstellerangabe meist mehrere Wochen, sollte aber gerührt und bei Sättigung ganz ersetzt werden.
- Schale reinigen: Beim Komplettwechsel mit heißem Wasser und mildem Spülmittel. Scharfe Desinfektionsmittel, vor allem phenolhaltige Reiniger, sind für Katzen giftig und bleiben als Geruch hängen.
Ein Katzenklo mit Sieb erleichtert das Aussieben bei Klumpstreu, bei feiner Pflanzenstreu kann das Sieb aber verstopfen.

Gebrauchte Streu richtig entsorgen
Mineralische Klumpstreu, nicht klumpende Tonstreu und Silikat gehören in den Restmüll, nie in die Toilette. Bentonit quillt auf und kann Rohre verstopfen, und über den Kot gelangen Erreger wie Toxoplasma gondii ins Abwasser, das Kläranlagen nicht vollständig davon befreien. Auch pflanzliche Streu, die als „toilettengeeignet“ beworben wird, sollte nur in kleinen Mengen und nur dann über die Toilette entsorgt werden, wenn Hersteller und örtliche Abwasserregeln das ausdrücklich erlauben. In den Biomüll darf pflanzliche Streu nur, wo die Gemeinde das zulässt, denn viele Kompostwerke nehmen keinen Tierkot an. Tipps zur praktischen Entsorgung stehen unter Katzenstreu entsorgen.

Hygiene und Toxoplasmose
Katzenkot kann Eier (Oozysten) des Parasiten Toxoplasma gondii enthalten. Sie werden erst nach ein bis mehreren Tagen ansteckend. Wer das Klo täglich reinigt, entfernt den Kot also meist, bevor er zum Risiko wird. Schwangere, die noch keine Toxoplasmose hatten, sollten die Reinigung trotzdem anderen überlassen oder dabei Handschuhe tragen und danach gründlich die Hände waschen. Mehr dazu im Beitrag Toxoplasmose bei Katzen.
Die Streu wechseln, ohne dass die Katze streikt
Katzen sind Gewohnheitstiere. Eine neue Sorte von heute auf morgen kann dazu führen, dass die Katze das Klo meidet. So klappt der Wechsel:
- Mischen. In der ersten Woche etwa ein Viertel neue Streu unter die alte geben.
- Steigern. Jeden zweiten, dritten Tag den Anteil erhöhen, bis nach ein bis zwei Wochen nur noch neue Streu in der Schale ist.
- Oder parallel anbieten. Ein zweites Klo mit der neuen Sorte aufstellen und schauen, welches die Katze wählt.
- Nicht während Stress wechseln. Nicht gleichzeitig mit Umzug, neuer Katze oder Tierarztbehandlung.
Frisst eine Katze Streu, ist das kein Geschmacksproblem, sondern ein Anlass für den Tierarzt: Blutarmut und Mangelzustände sind mögliche Ursachen. Mehr unter Katze frisst Katzenstreu.
Wenn die Katze das Klo plötzlich meidet
Setzt eine bisher saubere Katze plötzlich neben das Klo, prüfen Sie zuerst Streu, Sauberkeit und Standort. Hält das Problem an oder presst die Katze häufig nur kleine Mengen Urin, muss sie zum Tierarzt – oft steckt eine Blasenentzündung dahinter. Setzt die Katze keinen Urin ab, vor allem ein Kater, ist das ein Notfall: Ein Harnröhrenverschluss kann innerhalb von ein bis zwei Tagen lebensbedrohlich werden.
Die Empfehlung für den Einstieg: eine feine, klumpende Streu ohne Duftstoffe, etwa 5 cm hoch, täglich gereinigt. Nur wenn Ihre Katze sie nicht annimmt oder Sie gute Gründe haben (Gewicht, Allergie, Entsorgung), probieren Sie schrittweise eine Alternative.
Häufige Fragen
Welche Katzenstreu ist für Kitten geeignet?
Für sehr junge Kitten, die noch vieles ins Maul nehmen, wird oft nicht klumpende oder pflanzliche Streu empfohlen, weil verschluckte Klumpstreu im Magen aufquellen könnte. Belastbare Daten zu echten Schäden gibt es kaum, Vorsicht schadet aber nicht. Sobald das Kitten die Streu nicht mehr frisst, spricht nichts gegen Klumpstreu. Wie Kitten das Klo lernen, steht unter Katzenklo-Training.
Ist Silikatstreu schädlich?
Silikat ist ungiftig, kann aber in größeren Mengen gefressen die Verdauung stören. Viele Katzen mögen das Knistern und die kantigen Kristalle nicht. Wer Silikat nutzt, sollte beobachten, ob die Katze es zuverlässig annimmt.
Kann ich normalen Sand verwenden?
Sand aus dem Baumarkt oder Sandkasten ist nicht zu empfehlen. Er bindet Urin und Geruch schlecht, wird schnell nass und schwer, und Spielsand kann verunreinigt sein. Katzenstreu ist dafür gemacht und nicht teuer.
Warum riecht das Katzenklo trotz Streu?
Meist wird zu selten gereinigt oder die Schale selbst hat Urin aufgenommen. Zerkratzte Kunststoffschalen halten Geruch fest und sollten nach ein bis zwei Jahren ersetzt werden. Duftstreu und Raumsprays überdecken nur und können die Katze abschrecken.



