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katzenwelt

Zeckenschutz für Katzen: Mittel, Zecken entfernen, Risiken

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Tierärztin behandelt Katze mit Zeckenmittel
Ein Zeckenmittel für Katzen wird verabreicht
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wie Zecken auf die Katze kommen
  2. Wie gefährlich Zecken für Katzen und Menschen sind
  3. Welche Mittel es gibt
  4. Lebensgefahr: Mittel für Hunde
  5. Hausmittel: was davon zu halten ist
  6. Zecken richtig entfernen
  7. Wann Ihre Katze zum Tierarzt sollte
  8. Wer welchen Schutz braucht
  9. Unsere Empfehlung
  10. Häufige Fragen

Den zuverlässigsten Zeckenschutz für Katzen bieten zugelassene Tierarzneimittel, die ausdrücklich für Katzen bestimmt sind: Spot-ons, Tabletten oder Halsbänder. Sie töten Zecken, die sich festsetzen, bevor diese lange saugen können. Hausmittel wirken nicht verlässlich, und Mittel für Hunde können für Katzen tödlich sein. Ob Ihre Katze überhaupt Zeckenschutz braucht, hängt davon ab, ob sie nach draußen geht.

Wie Zecken auf die Katze kommen

Zecken sitzen in Gras, Gebüsch und Laub, meist in niedriger Höhe, und warten auf einen Wirt. Streift eine Katze vorbei, klammert sich die Zecke fest, sucht eine Stelle mit dünner Haut und sticht zu. Bei Katzen sind das besonders Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leisten. Der Speichel der Zecke enthält betäubende Stoffe, deshalb bemerkt die Katze den Stich meist nicht. Vollgesogen fällt die Zecke nach einigen Tagen von selbst ab.

Aktiv sind Zecken vor allem vom Frühjahr bis in den Herbst, in milden Wintern aber auch in der kalten Jahreszeit, sobald es einige Tage lang mehr als etwa 7 °C hat. Betroffen sind fast nur Freigänger. Wohnungskatzen bekommen Zecken nur ausnahmsweise, etwa über einen Hund im Haushalt.

Eine Zecke auf weißem Hintergrund
Eine Zecke vor dem Blutsaugen

Wie gefährlich Zecken für Katzen und Menschen sind

Katzen erkranken seltener an durch Zecken übertragenen Infektionen als Hunde. Möglich sind aber Infektionen wie die Anaplasmose, und an der Stichstelle kann sich die Haut entzünden, besonders wenn die Zecke unsachgemäß entfernt wurde. Borreliose spielt bei Katzen nach heutigem Wissen kaum eine Rolle.

Für Menschen ist die Katze vor allem ein Transportmittel: Eine Zecke, die sich noch nicht festgesetzt hat, kann beim Kuscheln oder im Bett auf den Menschen wechseln. Das ist nicht häufig, aber möglich, und Zecken können beim Menschen Borreliose und in Risikogebieten die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Katze selbst steckt Menschen damit nicht an. Ein guter Zeckenschutz und das Absuchen der Katze schützen also auch Sie ein Stück weit. Dass Menschen für Zecken ein „bevorzugtes Opfer“ gegenüber der Katze wären, stimmt übrigens nicht.

Welche Mittel es gibt

FormWie es wirktStärkenSchwächen
Spot-onIn den Nacken getropft, wirkt über Haut oder BlutEinfach, je nach Mittel einige Wochen bis etwa drei MonateKatze darf die Stelle nicht ablecken, nicht nass werden
TabletteWirkstoff im Blut, Zecke stirbt beim SaugenNichts auf dem Fell, unabhängig von RegenNicht jede Katze nimmt Tabletten, meist verschreibungspflichtig
HalsbandGibt Wirkstoff langsam über das Fell abSchützt über mehrere MonateBraucht Sicherheitsverschluss, Hautreizungen am Hals möglich

Nicht jedes Floh-Spot-on wirkt auch gegen Zecken. Achten Sie auf der Packung ausdrücklich auf die Angabe Zecken und auf die Wirkdauer. Welche Wirkstoffe es gibt und wie Sie ein Spot-on richtig auftragen, lesen Sie unter Spot-on für Katzen. Die langlebigsten Mittel sind meist verschreibungspflichtig; die Tierarztpraxis wählt nach Gewicht, Alter, Gesundheit und Lebensweise Ihrer Katze aus, oft kombiniert mit Schutz gegen Flöhe oder Würmer.

Lebensgefahr: Mittel für Hunde

Viele Zeckenmittel für Hunde enthalten Permethrin oder verwandte Pyrethroide, die für Katzen hochgiftig sind. Schon ein Hunde-Spot-on an der Katze kann tödlich enden. Gefährlich ist auch enger Kontakt zu einem frisch behandelten Hund, etwa wenn beide zusammen schlafen oder sich putzen. Anzeichen einer Vergiftung sind Zittern, Muskelzucken, Speicheln, Krämpfe und Fieber. Dann muss die Katze sofort in eine Tierarztpraxis oder Tierklinik. Halten Sie Hunde- und Katzenmittel strikt getrennt und fragen Sie bei einem gemeinsamen Haushalt in der Praxis nach, welches Hundemittel verträglich ist.

Nicht jedes Pyrethroid ist für Katzen gleich riskant: Es gibt ein für Katzen zugelassenes Halsband mit dem Wirkstoff Flumethrin. Maßgeblich ist immer die Zulassung für Katzen, nie der Wirkstoffname allein.

Hausmittel: was davon zu halten ist

Kokosöl, Schwarzkümmelöl, Knoblauch im Futter, Bernsteinketten, Zeckenanhänger mit „Energie“ oder Duftbänder werden gern empfohlen. Belastbare Belege, dass sie eine Katze zuverlässig vor Zecken schützen, gibt es nicht. Manche schaden sogar: Knoblauch schädigt die roten Blutkörperchen von Katzen, Teebaumöl und andere ätherische Öle sind für Katzen giftig. Kokosöl im Fell schadet in kleinen Mengen nicht, wird aber abgeleckt und verklebt das Fell, ohne verlässlich zu schützen. Wer auf Hausmittel setzt, sollte die Katze umso gründlicher absuchen.

Zecken richtig entfernen

  1. Zecke finden. Tasten Sie Kopf, Ohren, Hals, Achseln und Leisten ab; festgesaugte Zecken fühlen sich wie ein kleiner Knubbel an.
  2. Werkzeug nehmen. Eine Zeckenzange, ein Zeckenhaken oder eine Zeckenkarte greift die Zecke dicht an der Haut, ohne ihren Körper zu quetschen.
  3. Gerade und langsam herausziehen. Mit gleichmäßigem Zug, manche Werkzeuge werden dabei leicht gedreht. Nicht ruckartig reißen.
  4. Kein Öl, kein Klebstoff, kein Alkohol vorher. Das stresst die Zecke und kann dazu führen, dass sie mehr Speichel abgibt.
  5. Stelle kontrollieren. Bleibt ein kleiner Rest des Mundwerkzeugs stecken, ist das meist harmlos und wird von der Haut abgestoßen. Beobachten Sie die Stelle einige Tage.
  6. Zecke sicher entsorgen, etwa in Klebeband eingewickelt, und Hände waschen.

Kaufen Sie zusätzlich einen feinen Flohkamm: Damit finden Sie Zecken, die noch nicht festsitzen, und bemerken gleichzeitig Flohkot. Mehr zu Flöhen unter Flohmittel für Katzen.

GPS Halsband an einer Katze
Katze mit Halsband – auch ein Zeckenhalsband braucht einen Sicherheitsverschluss

Wann Ihre Katze zum Tierarzt sollte

Gehen Sie in die Praxis, wenn sich die Stichstelle nach einigen Tagen rötet, anschwillt, eitert oder die Katze daran kratzt, wenn Sie eine Zecke nicht selbst entfernen können, etwa am Augenlid, oder wenn Ihre Katze nach einem Zeckenstich Fieber hat, schlapp ist, nicht frisst oder lahmt. Sofort muss sie in die Praxis, wenn sie nach einer Zeckenbehandlung zittert, krampft oder stark speichelt. Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nichts, ist das ebenfalls ein Grund, nicht abzuwarten, siehe Fieber bei Katzen.

Wer welchen Schutz braucht

Die Expertengruppe ESCCAP empfiehlt, den Parasitenschutz für jede Katze nach ihrem Risiko festzulegen. Als Faustregel:

  • Freigänger in Gegenden mit Wiesen, Wald oder Gärten: durchgehender Schutz über die Zeckensaison, in milden Wintern auch darüber hinaus, dazu regelmäßiges Absuchen.
  • Katzen mit gesichertem Balkon oder Gehege: je nach Bepflanzung, oft reicht Absuchen.
  • Reine Wohnungskatzen: meist kein Zeckenschutz nötig, außer ein Hund im Haushalt bringt Zecken mit.

Wie Sie Ihre Freigänger-Katze insgesamt gut schützen, von Impfung bis Kennzeichnung, lesen Sie im eigenen Beitrag.

Unsere Empfehlung

Für Freigänger ist ein zugelassenes Zeckenmittel für Katzen die sicherste Wahl, abgestimmt in der Tierarztpraxis auf Gewicht, Alter und Lebensweise. Suchen Sie Ihre Katze trotzdem regelmäßig ab und halten Sie eine Zeckenzange bereit. Hunde-Zeckenmittel gehören niemals an die Katze, und auf Hausmittel sollten Sie sich nicht verlassen.

Häufige Fragen

Ab wann braucht eine Katze Zeckenschutz im Jahr?

Sobald es draußen einige Tage lang mild ist, oft ab März, und bis in den Spätherbst. In milden Wintern sind Zecken auch zwischendurch aktiv. Freigänger in Risikogebieten brauchen deshalb oft einen längeren Schutz, als man denkt.

Muss ich eine Zecke drehen oder ziehen?

Entscheidend ist, dass Sie die Zecke dicht an der Haut greifen und langsam, gleichmäßig herausziehen. Manche Werkzeuge sind zum Drehen gedacht, das ist in Ordnung. Quetschen Sie den Körper nicht und verzichten Sie auf Öl oder Klebstoff.

Kann meine Katze mich mit Borreliose anstecken?

Nein, nicht direkt. Eine Zecke, die im Fell sitzt und noch nicht gestochen hat, kann aber auf Sie übergehen. Deshalb lohnt es sich, Freigänger abzusuchen, bevor sie ins Bett dürfen.

Hilft ein Zeckenhalsband zuverlässig?

Zugelassene Halsbänder mit Wirkstoff für Katzen schützen über mehrere Monate gut, wenn sie richtig sitzen und dauerhaft getragen werden. Sie brauchen einen Sicherheitsverschluss. Duft- und Bernsteinbänder ohne Arzneimittelzulassung haben keine belegte Wirkung.