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katzenwelt

Outdoor-Kratzbaum: wetterfest, standsicher und ausbruchsicher

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Katze liegt auf Outdoor Kratzbaum
Katze liegt auf Outdoor Kratzbaum
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wofür eine Katze draußen einen Kratzbaum braucht
  2. Materialien, die draußen durchhalten
  3. Polster und Liegeflächen
  4. Standsicherheit: der unterschätzte Punkt
  5. Sicherheit auf Balkon und im Gehege
  6. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  7. Reinigung und Pflege
  8. Selbst bauen im Gehege
  9. Unsere Empfehlung
  10. Häufige Fragen

Ein Outdoor-Kratzbaum ist ein Kratz- und Aussichtsmöbel für Balkon, Terrasse, Garten oder Katzengehege. Er muss Regen, Sonne und Frost aushalten und so fest stehen, dass ihn auch ein Sturm nicht umwirft. Ein normaler Kratzbaum aus Pressspan, Pappröhren und Plüsch taugt dafür nicht: Er quillt auf, schimmelt und fällt nach einem Sommer auseinander.

Wofür eine Katze draußen einen Kratzbaum braucht

Freigänger finden draußen Bäume, Zaunpfähle und Holzstapel genug. Für sie ist ein Outdoor-Kratzbaum ein nettes Extra, etwa als erhöhter Liegeplatz auf der Terrasse, von dem aus sie den Garten überblicken. Anders sieht es bei Katzen aus, die nur auf einem gesicherten Balkon, in einem Katzengehege oder in einem eingezäunten Garten nach draußen dürfen. Dort gibt es oft wenig zum Klettern und Kratzen, und ein wetterfester Kratzbaum schafft genau das: eine Kratzfläche, einen erhöhten Aussichtsplatz und einen Rückzugsort.

Kratzen hat dabei mehrere Zwecke. Die Katze streift alte Krallenhüllen ab, dehnt Rücken und Schultern und hinterlässt Duftmarken aus den Drüsen an den Pfoten. Im Außenbereich, wo auch fremde Katzen vorbeikommen, ist das Markieren besonders wichtig. Ein Kratzbaum an einer gut sichtbaren Stelle entlastet dann auch Gartenmöbel und junge Bäume.

Materialien, die draußen durchhalten

MaterialDraußen geeignet?Worauf achten
Harzreiches Holz (z. B. Lärche, Douglasie)Ja, vergraut mit der ZeitKein direkter Erdkontakt, Splitter regelmäßig abschleifen
Kesseldruckimprägniertes HolzJa, sehr haltbarNur für Gestell und Pfosten, nicht als Kratz- oder Kaufläche
Wetterfester Kunststoff, PolyrattanJa, UV-beständige Qualität wählenBilliges Geflecht wird in der Sonne spröde und bricht
Metall (verzinkt, pulverbeschichtet)Ja, als GestellWird in praller Sonne heiß, Rost an Schraubstellen
SisalNur geschütztSaugt Wasser, fault und schimmelt, dann austauschen
Plüsch, Pressspan, PappröhreNeinQuillt auf, schimmelt, zerfällt

Als Kratzfläche draußen eignet sich ein unbehandelter Stamm mit fester Rinde oder ein Kratzbrett aus Holz, das Sie austauschen, wenn es verbraucht ist. Holzschutzmittel, Lacke und Lasuren gehören nicht auf Flächen, an denen die Katze kratzt, leckt oder kaut. Wer Holz behandeln will, nimmt ein Produkt, das ausdrücklich für Kinderspielzeug geeignet ist, und nur auf Teilen, die die Katze nicht bearbeitet.

Outdoor Kratzbaum für die Katze
Katze auf einem Kratzbaum im Freien

Polster und Liegeflächen

Ohne weiche Liegefläche ist ein Kratzbaum nur halb so interessant. Draußen gibt es drei Lösungen:

  • Liegemulden aus Kunststoff oder Holz ohne Polster. Pflegeleicht, trocknen schnell, im Sommer oft beliebter als ein warmes Kissen.
  • Outdoor-Stoffe. Bezüge aus wasserabweisendem Polyester oder Acryl, wie sie für Gartenmöbel üblich sind. Sie trocknen schneller, sind aber nicht dauerhaft wasserdicht.
  • Kissen zum Hereinholen. Bei Regen und über Nacht reinholen. Das ist lästig, aber die sicherste Methode gegen Schimmel.

Eine Überdachung, etwa eine Plattform mit Dach oder ein Platz unter dem Vordach, verlängert die Lebensdauer aller Polster erheblich. Für einen richtig geschützten Rückzugsort eignet sich zusätzlich ein Katzenhaus für draußen.

Standsicherheit: der unterschätzte Punkt

Draußen kommt zur springenden Katze noch der Wind. Ein hoher Kratzbaum mit Liegeflächen bietet ihm viel Angriffsfläche. Sichern Sie ihn deshalb auf jeden Fall:

  1. Im Garten mit Einschlag- oder Einbetonierhülsen für die Pfosten. Direkter Erdkontakt lässt Holz schnell faulen, die Hülse hält den Pfosten trocken.
  2. Auf Balkon und Terrasse mit Winkeln an der Hauswand oder mit Spanngurten am Geländer. Bohren Sie in Mietwohnungen nur nach Absprache mit dem Vermieter in die Fassade.
  3. Auf Pflaster mit einer breiten, schweren Bodenplatte, zusätzlich beschwert.

Rütteln Sie nach jedem Sturm kurz daran und ziehen Sie Schrauben nach. Holz arbeitet draußen stärker als drinnen.

Sicherheit auf Balkon und im Gehege

Der wichtigste Punkt beim Aufstellen: Der Kratzbaum darf nie zur Leiter nach draußen werden. Steht er zu nah am Balkonnetz, an der Gehegewand oder am Gartenzaun, springt die Katze von der obersten Plattform darüber hinweg oder beschädigt das Netz. Halten Sie genug Abstand oder stellen Sie ihn so, dass die höchste Stelle deutlich unter der Oberkante der Sicherung bleibt. Wie ein Balkon insgesamt sicher wird, lesen Sie unter Balkon katzensicher gestalten, für den Garten unter Katzengehege.

Weitere Punkte:

  • Schatten. Metall und dunkler Kunststoff werden in der Sonne sehr heiß. Ein Platz mit Schatten zur Mittagszeit ist Pflicht, frisches Wasser in der Nähe ebenso.
  • Pflanzen. Achten Sie darauf, dass in der Nähe keine giftigen Pflanzen wie Lilien oder Oleander stehen, an denen die Katze vom Kratzbaum aus knabbern kann.
  • Parasiten. Draußen können Flöhe und Zecken ins Spiel kommen. Mehr dazu unter Zeckenschutz bei Katzen.
Kätzchen liegt in ihrem Outdoor Kratzbaum
Kätzchen ruht auf einem Kratzbaum im Freien

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Ausdrücklich für draußen. Viele Kratzbäume werden als „auch für draußen“ beworben, bestehen aber aus Pressspan. Maßgeblich ist die Materialangabe.
  2. Befestigungsmöglichkeit. Gibt es Bodenhülsen, Wandwinkel oder Ösen für Gurte? Ohne das ist ein hoher Baum draußen riskant.
  3. Austauschbare Teile. Kratzflächen und Polster verschleißen draußen schneller. Lassen sie sich ersetzen, hält das Gestell viele Jahre.
  4. Traglast. Gerade im Gehege mit mehreren Katzen sollte jede Plattform deutlich mehr tragen als die schwerste Katze.
  5. Drainage. Liegemulden brauchen Löcher, damit Regenwasser abläuft.

Outdoor-Kratzbäume kosten meist zwischen 80 und 400 Euro, je nach Größe und Material. Sehr günstige Modelle sind häufig normale Kratzbäume mit wetterfestem Etikett.

Reinigung und Pflege

Einmal im Frühjahr und einmal im Herbst lohnt eine gründliche Reinigung: Laub und Haare absaugen, Kunststoff mit Wasser und etwas Spülmittel abwaschen, gut abspülen und trocknen lassen. Einen Hochdruckreiniger sollten Sie bei Holz nicht verwenden, er raut die Oberfläche auf und treibt Wasser in die Fasern. Scharfe Reinigungsmittel und Desinfektionsmittel mit Phenolen sind für Katzen giftig, verzichten Sie darauf oder spülen Sie sehr gründlich nach. Verschlissenes Sisal und faule Holzstellen tauschen Sie aus, bevor sie brechen. Im Winter kann der Baum draußen bleiben, wenn er robust gebaut ist; Polster kommen dann ins Haus.

Selbst bauen im Gehege

Im Katzengehege ist ein selbst gebauter Kletterbaum oft die beste Lösung. Ein dicker Stamm mit Rinde, in einer Bodenhülse verankert, dazu zwei, drei Bretter aus Lärche als Liegeplätze und ein austauschbares Kratzbrett: Das kostet wenig und passt genau in den verfügbaren Platz. Verwenden Sie rostfreie Schrauben, schleifen Sie alle Kanten und prüfen Sie, dass kein Brett die Katze in die Nähe der Gehegedecke oder über den Zaun bringt.

Unsere Empfehlung

Für den gesicherten Balkon oder das Gehege lohnt sich ein wetterfester Kratzbaum aus Lärche, Kunststoff oder Polyrattan mit austauschbarer Kratzfläche und Polstern, die Sie bei Regen hereinholen. Sichern Sie ihn gegen Wind und stellen Sie ihn so auf, dass er nicht als Sprungbrett über die Sicherung dient. Für Freigänger mit Garten ist er ein Komfortplatz, kein Muss. Drinnen bleibt ein standfester Kratzbaum trotzdem wichtig, denn die meisten Katzen kratzen dort, wo sie schlafen und leben.

Häufige Fragen

Kann ich einen normalen Kratzbaum auf den Balkon stellen?

Unter einem Dach und nur für den Sommer geht das, wenn er bei Schlagregen geschützt ist. Pressspan und Pappröhren quellen bei Feuchtigkeit auf, Plüsch schimmelt. Spätestens im Herbst gehört er wieder ins Haus.

Wie hoch darf ein Outdoor-Kratzbaum sein?

So hoch, wie er sicher steht und auf dem Balkon oder im Gehege nicht als Sprungbrett über die Sicherung dient. Im offenen Garten spielt die Höhe weniger eine Rolle, dort zählt vor allem die Verankerung gegen Wind.

Muss ein Outdoor-Kratzbaum im Winter hinein?

Robuste Modelle aus Holz, Kunststoff oder Metall können draußen bleiben. Polster, Stoffhöhlen und Sisal sollten Sie im Winter hereinholen oder abdecken, sonst sind sie im Frühjahr hinüber.

Welches Holz eignet sich für einen Outdoor-Kratzbaum?

Harzreiche, von Natur aus witterungsbeständige Hölzer wie Lärche oder Douglasie. Giftige Hölzer wie Eibe, Thuja oder Goldregen sind tabu, weil Katzen an Rinde und Holz kauen können.