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katzenwelt

Kratzsäule und Kratzstamm: Worauf es bei Höhe und Standfestigkeit ankommt

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Weiße Katze kratzt an der Kratzsäule
Weiße Katze kratzt an der Kratzsäule
Inhalt10 Abschnitte
  1. Wozu Katzen einen Kratzstamm brauchen
  2. Die wichtigsten Kriterien
  3. Standfestigkeit: der häufigste Fehler
  4. Kratzstamm für große Katzen
  5. Wo die Säule stehen sollte
  6. Varianten: mit Liegemulde, Spielzeug oder zur Wandmontage
  7. Die Säule attraktiv machen
  8. Für draußen
  9. Unsere Empfehlung
  10. Häufige Fragen

Eine Kratzsäule, auch Kratzstamm genannt, ist ein senkrechter, meist mit Sisal umwickelter Stamm auf einer Bodenplatte. Sie braucht kaum Platz und ist für viele Katzen der liebste Ort zum Kratzen und Strecken, vorausgesetzt, sie ist hoch genug und steht bombenfest. Genau daran scheitern viele günstige Modelle: Sie sind zu niedrig, zu dünn und wackeln, sobald sich die Katze mit ihrem Gewicht dagegenstemmt.

Wozu Katzen einen Kratzstamm brauchen

Katzen kratzen aus mehreren Gründen, und eine Säule bedient sie alle. Beim Kratzen lösen sich die äußeren, abgenutzten Hornschichten der Krallen, die darunterliegende Kralle ist frisch und spitz. Die Duftdrüsen zwischen den Ballen hinterlassen dabei eine Geruchsmarke, die sichtbaren Kratzspuren sind ein zusätzliches Signal. Nach dem Aufwachen zieht sich die Katze an einem hohen, festen Gegenstand hoch und streckt den ganzen Körper. Und schließlich baut Kratzen Aufregung ab.

Fehlt ein geeigneter Platz, nimmt die Katze das, was da ist: den Türrahmen, die Sofalehne, die Tapete. Eine Kratzsäule an der richtigen Stelle lenkt dieses Bedürfnis um. Sie ergänzt einen Kratzbaum, ersetzt ihn aber nur bei Katzen, die ohnehin wenig klettern.

Katze an Kratzbaum oder Kratzsäule
Katze streckt sich an einer Kratzsäule

Die wichtigsten Kriterien

  1. Höhe. Die Katze sollte sich ausgestreckt daran hochziehen können, ohne oben über den Rand zu reichen. Für ausgewachsene Katzen sind etwa 80 bis 100 cm Kratzhöhe sinnvoll, für große Rassen mehr. Kurze Säulen um 40 bis 50 cm reichen allenfalls für Kitten.
  2. Durchmesser. Mindestens etwa 10 cm, für große Katzen 15 cm und mehr. Dünne Stämme sind für die Pfoten unbequem und schwingen.
  3. Bodenplatte. Breit und schwer, je höher die Säule, desto größer muss sie sein. Eine massive Holzplatte ist besser als leichter Pressspan mit Teppich. Der Test ist einfach: Stemmen Sie sich oben mit einer Hand gegen den Stamm, nichts darf kippeln.
  4. Belag. Sisalseil fest und dicht gewickelt, die Enden verklebt und verborgen. Sisalgewebe oder Kokos sind Alternativen. Teppichbezogene Säulen gewöhnen die Katze an Teppich.
  5. Austauschbarkeit. Bei hochwertigen Säulen lässt sich der Stamm tauschen, wenn das Sisal durch ist.

Kratzsäulen sind günstiger als Kratzbäume, meist zwischen 15 und 80 Euro, massive Holzstämme für große Katzen auch mehr.

Standfestigkeit: der häufigste Fehler

Eine Kratzsäule, die beim ersten kräftigen Kratzen kippt, wird von vielen Katzen danach nicht mehr angerührt. Das ist kein Eigensinn, sondern Vorsicht: Die Katze hat gelernt, dass dieser Gegenstand gefährlich ist. Testen Sie deshalb vor dem Aufstellen selbst, indem Sie sich mit einer Hand oben gegen den Stamm stemmen. Wackelt er, hilft Folgendes:

  • Die Säule mit einem Winkel an der Wand befestigen.
  • Die Bodenplatte gegen eine größere, schwerere Platte tauschen oder beschweren.
  • Die Säule in eine Ecke stellen, wo sie zwei Seiten Halt hat.
  • Auf glatten Böden eine rutschfeste Unterlage verwenden.

Kratzstamm für große Katzen

Maine Coon, Norwegische Waldkatze oder Ragdoll stemmen beim Strecken ein Vielfaches des Gewichts einer kleinen Hauskatze gegen den Stamm und erreichen eine deutlich größere Höhe. Für sie gibt es XXL-Säulen mit dickem Stamm und großer Bodenplatte, die oft über einen Meter hoch sind. Wer eine solche Katze hat, sollte lieber eine Nummer größer kaufen. Welche Rassen dazu gehören, lesen Sie unter Große Katzenrassen.

Wo die Säule stehen sollte

Katzen kratzen dort, wo sie sich viel aufhalten und wo andere es sehen. Gute Plätze sind:

  • Neben dem Schlafplatz, weil nach dem Aufwachen gestreckt wird.
  • Im Wohnzimmer, wo die Familie ist, gern an einem Durchgang.
  • An der Stelle, an der die Katze schon kratzt, direkt vor der Sofaecke oder dem Türrahmen.

Ein Platz in einer abgelegenen Ecke oder im Flur, wo nie jemand ist, wird oft ignoriert. Im Mehrkatzenhaushalt braucht jede Katze erreichbare Kratzmöglichkeiten, ohne am Revier einer anderen vorbei zu müssen.

Varianten: mit Liegemulde, Spielzeug oder zur Wandmontage

Viele Säulen haben oben eine kleine Liegefläche oder Mulde. Das ist praktisch, weil die Katze gleich einen erhöhten Platz hat, macht die Säule aber kopflastiger, deshalb braucht es dann eine besonders breite Bodenplatte. Säulen mit einem Spielball an einer Schnur sind für junge Katzen reizvoll. Achten Sie darauf, dass die Schnur fest sitzt und nicht abgebissen und verschluckt wird.

Ohne Bodenplatte lässt sich ein Kratzstamm auch an der Wand montieren. Das spart Platz und sitzt bombenfest, die Höhe muss aber stimmen: so tief, dass die Katze vom Boden aus kratzen kann, und lang genug, dass sie sich strecken kann. Mehr zu Wandlösungen unter Kratzbrett und Kratzecke und Wandkratzbaum.

Katze liegt im Bett in der Kratzsäule
Katze liegt in der Mulde oben auf einer Kratzsäule

Die Säule attraktiv machen

  1. Katzenminze oder Baldrian auf das Sisal reiben. Nicht jede Katze reagiert darauf, viele aber deutlich.
  2. Spielen an der Säule. Eine Spielangel am Stamm entlangziehen, sodass die Katze die Krallen hineinschlägt.
  3. Loben und belohnen, wenn die Katze die Säule benutzt.
  4. Nicht wegräumen, wenn sie abgenutzt aussieht. Zerkratztes Sisal riecht nach der Katze und ist für sie attraktiver als ein neuer Stamm.

Führen Sie die Pfoten der Katze nicht über das Sisal, das empfinden die meisten als Zwang.

Für draußen

Eine Säule aus unbehandeltem Holz oder mit Sisal kann auf einer überdachten Terrasse oder einem gesicherten Balkon stehen. Sisal saugt allerdings Wasser, wird bei Nässe muffig und fault. Stellen Sie sie deshalb geschützt auf, und holen Sie sie im Winter herein. Für draußen bietet sich ein Stamm aus Holz ohne Bezug an, oder ein Outdoor-Kratzbaum.

Unsere Empfehlung

Kaufen Sie lieber eine hohe, dicke Säule mit schwerer Bodenplatte als zwei kleine. Mindestens 80 cm Kratzhöhe, 10 cm Stammdurchmesser und eine Platte, die sich nicht bewegt, wenn Sie sich dagegenstemmen. Stellen Sie sie dort auf, wo die Katze schläft oder wo sie bisher gekratzt hat. Für große Katzen lohnt ein großer Kratzstamm mit mehr als einem Meter Höhe. Und wer eine Katze hat, die auch gern klettert und liegt, kombiniert die Säule mit einem deckenhohen Kratzbaum.

Häufige Fragen

Reicht eine Kratzsäule statt eines Kratzbaums?

Für Katzen, die vor allem kratzen und wenig klettern, oft ja, besonders in kleinen Wohnungen. Die meisten Katzen wollen aber auch erhöht liegen und klettern. Dann ist eine Säule eine gute Ergänzung zum Kratzbaum oder zu Wandbrettern, kein Ersatz.

Meine Katze nutzt die Säule nicht – was mache ich falsch?

Die häufigsten Gründe sind: zu niedrig, zu wackelig oder am falschen Platz. Prüfen Sie Standfestigkeit und Höhe, stellen Sie die Säule dorthin, wo die Katze bisher kratzt, und machen Sie sie mit Katzenminze oder Spiel attraktiv. Manche Katzen bevorzugen zudem waagerechte Flächen, dann hilft eher eine Kratzpappe.

Kann ich das Sisal selbst erneuern?

Ja. Das alte Seil abwickeln, den Stamm säubern und neues Sisalseil fest und dicht wickeln, dabei immer wieder etwas lösungsmittelfreien Holzleim auftragen. Das Seil gut andrücken und die Enden verkleben und nach unten bzw. unter die Liegefläche verstecken. Vor der ersten Nutzung den Leim vollständig trocknen lassen.