Können Katzen weinen? Was Tränen bei Katzen bedeuten

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Katzen weinen nicht aus Trauer, Schmerz oder Freude. Sie haben Tränendrüsen, die das Auge feucht halten und Fremdkörper ausspülen, aber emotionale Tränen sind nach heutigem Wissen eine Besonderheit des Menschen. Wenn einer Katze Tränen über das Gesicht laufen, ist das deshalb ein körperliches Zeichen – oft eine Reizung oder Entzündung, die ein Tierarzt ansehen sollte.
Wozu Katzen Tränen haben
Tränenflüssigkeit hält die Hornhaut feucht und glatt, versorgt sie mit Sauerstoff und Abwehrstoffen und spült Staub und Keime weg. Bei jeder Katze läuft ständig eine kleine Menge Tränen über das Auge und fließt durch den Tränennasenkanal in die Nase ab. Man sieht davon normalerweise nichts. Ein wenig bräunliches, eingetrocknetes Sekret im inneren Augenwinkel am Morgen ist unbedenklich.
Sichtbare Tränen entstehen, wenn das Auge mehr produziert – weil es gereizt ist – oder wenn der Abfluss behindert ist. Beides hat mit Gefühlen nichts zu tun.
Katzen haben Gefühle – nur zeigen sie sie anders
Dass Katzen nicht weinen, heißt nicht, dass sie nichts fühlen. Katzen empfinden Angst, Stress, Schmerz, Wohlbefinden und Bindung an vertraute Menschen und Tiere. Sie zeigen das aber über Körpersprache und Verhalten:
- Wohlbefinden: entspannte Körperhaltung, langsames Blinzeln, Schnurren, Treteln, Kontaktsuche.
- Angst und Stress: geduckte Haltung, angelegte Ohren, große Pupillen, Verstecken, Fauchen, Schwanz eng am Körper.
- Trauer und Belastung, etwa nach dem Tod eines Artgenossen: Rückzug, weniger Appetit, mehr Schlaf, Rufen, Suchen, verändertes Putzverhalten.
- Schmerzen: Rückzug, Fressunlust, struppiges Fell, veränderte Haltung, zusammengekniffene Augen, Unsauberkeit, Gereiztheit bei Berührung.
Schnurren ist übrigens kein sicheres Zeichen für Zufriedenheit: Auch kranke oder verletzte Katzen schnurren, vermutlich um sich zu beruhigen. Mehr über die Lautsprache steht unter Die Katze miaut ständig.

Warum Katzenaugen tränen
| Ursache | Typische Hinweise |
| Bindehautentzündung | Rote Bindehaut, Schwellung, wässriger bis eitriger Ausfluss, oft beidseitig |
| Katzenschnupfen | Tränende oder verklebte Augen plus Niesen, Nasenausfluss, Fieber |
| Fremdkörper, Verletzung | Plötzlich, meist ein Auge, die Katze kneift es zu und reibt daran |
| Hornhautgeschwür | Starkes Blinzeln, Lichtscheu, trübe Stelle auf dem Auge; sehr schmerzhaft |
| Kurznasigkeit | Dauerhafter Tränenfluss mit bräunlichen Tränenstraßen bei extrem kurznasigen Persern und Exotic |
| Eingerollte Lidränder | Wimpern und Fell reiben auf der Hornhaut, ständiges Tränen |
| Verengter Tränennasenkanal | Klare Tränen laufen über, das Auge selbst wirkt ruhig |
| Reizstoffe | Rauch, Duftsprays, staubende Streu, Zugluft; geht vorbei, wenn der Reiz verschwindet |
Allergien sind bei Katzen als Ursache für tränende Augen seltener als beim Menschen; sie zeigen sich eher über die Haut. Die häufigsten Auslöser sind Infektionen, allen voran das Feline Herpesvirus, das beim Katzenschnupfen beteiligt ist und bei manchen Katzen immer wieder aufflammt. Details stehen unter Katze Auge tränt und Katze erkältet.
Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Augen verzeihen wenig. Noch am selben Tag sollte eine Katze in die Praxis, wenn sie ein Auge zukneift, sehr lichtscheu ist, wenn das Auge trüb, bläulich, stark gerötet oder vorgewölbt aussieht, wenn die Pupillen unterschiedlich groß sind, nach einer Verletzung oder einem Kampf oder wenn Ihre Katze plötzlich schlecht zu sehen scheint.
In den nächsten Tagen, wenn der Tränenfluss länger als ein, zwei Tage anhält, der Ausfluss gelblich oder grünlich wird, die Augen verklebt sind oder Niesen, Fieber und Appetitlosigkeit hinzukommen. Bei Kitten mit verklebten Augen sollten Sie nicht warten.
Was Sie selbst tun können
- Sanft reinigen. Verklebtes Sekret mit einem weichen, fusselfreien Tuch oder einer Kompresse und lauwarmem Wasser von außen nach innen abtupfen, für jedes Auge ein frisches Tuch.
- Keine Hausmittel ins Auge. Kamillentee reizt eher, als dass er hilft, und kann Pflanzenteilchen ins Auge bringen.
- Keine Augentropfen aus der Hausapotheke. Manche Tropfen, etwa mit Kortison, verschlimmern ein Hornhautgeschwür oder eine Herpesinfektion erheblich.
- Reize reduzieren. Rauch, Duftstoffe und staubende Streu meiden.
- Andere Katzen schützen. Bei Verdacht auf Katzenschnupfen Hände waschen und Näpfe trennen.
Was der Tierarzt untersucht
Die Praxis sieht sich Lider, Bindehaut und Hornhaut an, färbt die Hornhaut mit einem Farbstoff an, um Verletzungen sichtbar zu machen, und misst bei Bedarf den Augeninnendruck und die Tränenmenge. Ein Abstrich kann Erreger nachweisen. Behandelt wird je nach Ursache mit Augentropfen oder -salben, bei Herpes mit antiviralen Mitteln, bei Fremdkörpern und Lidfehlstellungen operativ. Für schwierige Fälle gibt es Tierärztinnen und Tierärzte, die auf Augenheilkunde spezialisiert sind; Ihre Praxis kann dorthin überweisen.
Unsere Empfehlung: Nehmen Sie Tränen bei Ihrer Katze nicht als Zeichen von Traurigkeit, sondern als Hinweis auf ein gereiztes Auge – und lassen Sie es ansehen, wenn es nicht rasch von selbst besser wird. Wenn Ihre Katze wirklich traurig oder gestresst wirkt, achten Sie auf Rückzug und Appetit, und schaffen Sie Ruhe, feste Abläufe und gemeinsame Spielzeit.
Häufige Fragen
Weinen Katzen, wenn sie Schmerzen haben?
Nicht in Form von Tränen. Katzen verbergen Schmerzen oft gut. Hinweise sind Rückzug, Fressunlust, ein angespannter Gesichtsausdruck mit zusammengekniffenen Augen, veränderte Haltung und Gereiztheit bei Berührung. Tränt dabei ein Auge, kann der Schmerz im Auge selbst sitzen.
Trauern Katzen, wenn ein Artgenosse stirbt?
Viele Katzen verändern sich nach dem Verlust eines vertrauten Tieres: Sie suchen, rufen, fressen weniger oder werden anhänglicher. Ob das Trauer im menschlichen Sinn ist, lässt sich nicht sicher sagen. Hilfreich sind gewohnte Abläufe, Zuwendung und Geduld. Frisst die Katze länger als einen Tag nichts, gehört sie zum Tierarzt.
Warum hat meine Perserkatze braune Tränenspuren?
Bei extrem kurznasigen Katzen ist der Tränennasenkanal oft abgeknickt, und die Lider liegen ungünstig. Die Tränen laufen über und verfärben das Fell. Das ist eine Folge der Zucht und keine Kleinigkeit, weil die Augen dauerhaft gereizt sein können. Tägliche Reinigung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind wichtig; mehr unter Die Perser Katze.



