Katze entlaufen: So suchen Sie richtig und finden sie wieder

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Ist Ihre Katze entlaufen, suchen Sie zuerst ganz in der Nähe: Eine Umfrage der University of Queensland unter Haltern vermisster Katzen ergab, dass reine Wohnungskatzen meist nur wenige Dutzend Meter vom Zuhause entfernt gefunden wurden, und drei Viertel aller Katzen innerhalb von 500 Metern. Verängstigte Katzen verstecken sich still und reagieren oft nicht auf Rufen. Wer gründlich und früh sucht und die Katze parallel bei Register, Tierheim und Tierärzten meldet, hat die besten Chancen.
Erst prüfen: Ist die Katze wirklich weg?
Bevor Sie die Nachbarschaft alarmieren, durchsuchen Sie Wohnung und Haus gründlich. Katzen verkriechen sich in Schränke, hinter Waschmaschinen, in Sofas und Bettkästen, Umzugskartons, Wäschekörbe oder den Motorraum eines Autos in der Garage. Schalten Sie Geräte wie Waschmaschine oder Trockner erst nach einem Blick hinein ein. Kellerräume, Dachböden, Garagen und Gartenhäuser – auch die der Nachbarn – sind häufige Fallen, weil dort jemand die Tür geschlossen hat, ohne die Katze zu bemerken.
Freigänger bleiben manchmal einen Tag oder eine Nacht länger fort, ohne dass etwas passiert ist. Unkastrierte Kater und rollige Kätzinnen können mehrere Tage unterwegs sein. Ist Ihre Katze aber sonst zuverlässig zu den Mahlzeiten da und bleibt aus, sollten Sie nicht lange warten.
Warum Katzen so nah bleiben und trotzdem verschwinden
Eine Katze, die ungewollt nach draußen geraten ist, gerät in fremder Umgebung meist in Angst. Sie sucht das nächste sichere Versteck – unter einer Terrasse, in einer Hecke, unter einem Auto oder in einem Schuppen – und bleibt dort still, oft über Tage. Auch auf vertraute Stimmen reagiert sie dann häufig nicht, weil sie sich tagsüber nicht aus der Deckung traut. Freigänger, die verletzt oder eingesperrt sind, verhalten sich ähnlich.

Schritt für Schritt suchen
- Sofort beginnen. Je früher, desto näher ist die Katze noch am Zuhause.
- Die unmittelbare Umgebung absuchen. Nachbargärten, Hecken, Holzstapel, Schuppen, unter Autos und Terrassen, Kellerschächte und Lichtschächte. Bitten Sie die Nachbarn, in Garagen, Kellern und Gartenhäusern nachzusehen.
- In der Dämmerung und nachts suchen. Dann ist es ruhig, und verängstigte Katzen trauen sich eher heraus. Mit einer Taschenlampe leuchten die Augen im Licht auf.
- Leise locken. Rufen Sie ruhig mit normaler Stimme, rascheln Sie mit der Leckerli-Tüte oder klappern Sie mit dem Napf – was Ihre Katze kennt. Bleiben Sie zwischendurch still und horchen Sie.
- Vertraute Gerüche anbieten. Stellen Sie die Transportbox mit einer getragenen Decke und etwas Futter geschützt vor das Haus. Ob die eigene Katzentoilette draußen hilft, ist umstritten; sie kann auch fremde Katzen anlocken.
- Den Suchradius schrittweise erweitern. Bei Freigängern das bekannte Streifgebiet, bei Wohnungskatzen zuerst die direkten Nachbarhäuser.
- Eine Wildkamera oder ein Babyfon nahe dem Futterplatz zeigt, ob die Katze nachts vorbeikommt.
Wen Sie informieren sollten
- Das Haustierregister, bei dem Ihre Katze eingetragen ist, etwa TASSO oder FINDEFIX, das Register des Deutschen Tierschutzbundes. Beide nehmen Vermisstmeldungen entgegen und erfassen Fundtiere.
- Tierheime in der Umgebung, am besten persönlich mit Foto und immer wieder, nicht nur einmal.
- Die Fundbehörde Ihrer Gemeinde (meist das Ordnungsamt oder Fundbüro) und die Polizei.
- Tierarztpraxen und Tierkliniken im Umkreis, weil Finder verletzte Katzen oft direkt dorthin bringen.
- Nachbarn, Hausmeister und Paketboten, die viel in der Gegend unterwegs sind.
- Örtliche Gruppen in sozialen Netzwerken und Suchportale für Haustiere.
Leider gehört dazu auch, bei der Straßenmeisterei bzw. dem Bauhof nachzufragen, ob eine tote Katze gefunden wurde. Das ist hart, erspart aber monatelange Ungewissheit.
Das Suchplakat
Ein gutes Plakat ist schnell zu erfassen: ein großes, aktuelles Farbfoto, darüber groß „Katze vermisst“, darunter Fellfarbe, Besonderheiten, Ort und Datum sowie Ihre Telefonnummer. Den Namen der Katze brauchen Sie nicht, den Hinweis „bitte in Garagen und Kellern nachsehen“ dagegen schon. Hängen Sie Plakate in der Nachbarschaft, an Supermärkten, Bäckereien, Tierarztpraxen und Bushaltestellen auf und werfen Sie Handzettel in die Briefkästen der umliegenden Straßen. Setzen Sie keine Belohnung in genauer Höhe auf öffentliche Aushänge und geben Sie am Telefon nicht alle Merkmale preis – so erkennen Sie falsche Hinweise.

Nach einem Umzug
Katzen, die kurz nach einem Umzug entwischen, versuchen manchmal, in ihr altes Revier zurückzukehren, wenn es nicht allzu weit entfernt liegt. Suchen Sie deshalb auch rund um die alte Wohnung und informieren Sie die dortigen Nachbarn und Nachmieter. Vorbeugen ist hier besonders wichtig: Lassen Sie Freigänger nach einem Umzug mehrere Wochen nur drinnen, bis sie das neue Zuhause als ihres angenommen haben. Weitere Tipps finden Sie unter Umzug mit Katzen.
Vorbeugen: Chip, Registrierung, Sicherung
Chip und Register: Ein Mikrochip wird beim Tierarzt unter die Haut gesetzt, meist links am Hals. Er allein nützt aber nur, wenn die Nummer bei einem Haustierregister eingetragen ist – sonst weiß niemand, wem die Katze gehört. Die Registrierung bei TASSO und FINDEFIX ist kostenlos. Viele Städte und Gemeinden schreiben für Freigänger mit ihrer Katzenschutzverordnung ohnehin Kastration, Kennzeichnung und Registrierung vor. Tätowierungen im Ohr sind veraltet und verblassen.
Kastration: Kastrierte Katzen streifen weniger weit umher und werden seltener in Revierkämpfe und Unfälle verwickelt, siehe Kastration bei Katzen.
Wohnung sichern: Gekippte Fenster sind für Katzen gefährlich – sie können sich im Spalt einklemmen. Sichern Sie Fenster mit Kippfensterschutz oder Katzengittern und den Balkon mit einem Netz, siehe Balkon katzensicher gestalten.
Ortung: Ein GPS-Tracker am Halsband kann bei Freigängern helfen, ersetzt aber nicht den Chip, weil Halsbänder verloren gehen. Halsbänder nur mit Sicherheitsverschluss verwenden.
Die Empfehlung lautet also: Suchen Sie sofort und gründlich in der nächsten Umgebung, bevorzugt abends, melden Sie Ihre Katze überall, wo Fundtiere landen, und bleiben Sie dran. Und wenn sie wieder da ist: Chip prüfen lassen, Registrierung aktualisieren.
Häufige Fragen
Wie lange kann eine entlaufene Katze überleben?
Das hängt von Wetter, Gesundheit und Umgebung ab. Viele Katzen finden Wasser und kommen einige Zeit ohne Futter aus, sie verlieren aber schnell Gewicht. In der Umfrage der University of Queensland wurde ein Drittel der Katzen innerhalb einer Woche gefunden, andere erst nach Wochen. Geben Sie deshalb nicht nach wenigen Tagen auf.
Findet meine Katze allein nach Hause?
Freigänger kennen ihr Revier und kehren oft von selbst zurück. Wohnungskatzen kennen die Umgebung nicht und finden den Weg seltener allein, zumal sie sich aus Angst verstecken. Aktive Suche in der Nähe ist bei ihnen besonders wichtig.
Was tun, wenn die Katze zurück ist?
Lassen Sie sie in Ruhe ankommen, bieten Sie Wasser und kleine Portionen Futter an. Suchen Sie nach Verletzungen, Zecken und Flöhen. War sie mehrere Tage weg, hat abgenommen, humpelt oder frisst nicht, sollte ein Tierarzt sie untersuchen. Melden Sie sie bei Register, Tierheim und Fundbehörde wieder ab.
Ich habe eine fremde Katze gefunden – was tun?
Lassen Sie sie in einer Tierarztpraxis oder im Tierheim auf einen Chip auslesen; das ist in der Regel kostenlos. Ein gut genährter, gepflegter Freigänger ist oft nicht verloren, sondern nur unterwegs. Füttern Sie fremde Katzen nicht ohne Weiteres an und melden Sie Fundtiere der Fundbehörde.



