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katzenwelt

Umzug mit Katzen: Tipps und Checkliste für den Ablauf

Christoph · 6 Min. Lesezeit

gepackter Hausrat für einen Umzug mit der Katze
Ein Umzug ist für die Katze nicht leicht
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum ein Umzug Katzen so zusetzt
  2. Vorbereitung: in den Wochen vor dem Umzug
  3. Am Umzugstag: Ruhe schaffen
  4. Ankommen: erst ein Zimmer, dann die Wohnung
  5. Freigänger: wann die Katze wieder raus darf
  6. Warnzeichen: wann Stress zum Fall für den Tierarzt wird
  7. Checkliste für den Umzug mit Katze
  8. Häufige Fragen

Ein Umzug bedeutet für eine Katze vor allem eines: Sie verliert ihr Revier. Damit sie das gut verkraftet, schützen Sie sie am Umzugstag vor dem Trubel, transportieren sie sicher in einer Transportbox und lassen sie in der neuen Wohnung zuerst in einem einzigen, fertig eingerichteten Zimmer ankommen. Freigänger bleiben danach mehrere Wochen im Haus, bevor sie das neue Revier erkunden dürfen. Die meisten Katzen haben sich nach einigen Tagen bis wenigen Wochen eingelebt.

Warum ein Umzug Katzen so zusetzt

Katzen orientieren sich an Gerüchen, Wegen und festen Plätzen. Beim Umzug verschwindet all das auf einmal: Möbel stehen anders, alles riecht nach Karton und fremden Menschen, Türen stehen offen. Viele Katzen reagieren darauf mit Verstecken, Appetitlosigkeit, nächtlichem Rufen oder Unsauberkeit. Das ist kein Protest und keine Rache, sondern Stress. Strafen verschlimmert ihn nur.

Vorbereitung: in den Wochen vor dem Umzug

  1. Box trainieren. Stellen Sie die Transportbox Wochen vorher offen in die Wohnung, mit Decke und gelegentlich einem Leckerli, damit die Katze sie als Rückzugsort kennt.
  2. Kartons früh aufstellen. Packen Sie nach und nach, statt alles in den letzten Tagen umzukrempeln. Viele Katzen finden Kartons ohnehin spannend.
  3. Tierarzt und Papiere. Ist die Katze gesund, sind Impfungen aktuell? Bei langen Strecken oder sehr ängstlichen Katzen besprechen Sie mit dem Tierarzt, ob ein Mittel gegen Übelkeit oder Angst sinnvoll ist. Keine Beruhigungsmittel für Menschen geben.
  4. Chip-Registrierung ändern. Tragen Sie die neue Adresse und gegebenenfalls eine neue Telefonnummer im Haustierregister ein. Nach einem Umzug laufen Freigänger besonders leicht davon.
  5. Neuen Wohnort prüfen. Viele Städte und Gemeinden haben eine Katzenschutzverordnung mit Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigänger. Fragen Sie bei der Stadtverwaltung nach.
  6. Neue Wohnung sichern. Kippfenster, offene Balkone, Spalten hinter Einbauküchen und giftige Pflanzen der Vormieter sind typische Gefahren. Ein Katzennetz für den Balkon sollten Sie vor dem Einzug der Katze anbringen, nicht danach. Welche Pflanzen gefährlich sind, steht unter Giftige Pflanzen für Katzen.

Am Umzugstag: Ruhe schaffen

Am sichersten ist die Katze am Umzugstag bei vertrauten Menschen, die sie für einen Tag aufnehmen, oder in einer Pension, die sie kennt. Bleibt sie in der Wohnung, räumen Sie am Vortag ein Zimmer leer bis auf Toilette, Wasser, Futter, Decke und Transportbox, schließen die Katze dort ein und hängen ein deutliches Schild an die Tür: „Katze – Tür geschlossen halten“. Informieren Sie alle Helfer und das Umzugsunternehmen. Dieses Zimmer wird als letztes ausgeräumt.

Setzen Sie die Katze zum Schluss in die Transportbox, nicht in einen Pappkarton. Karton lässt sich durchkratzen, weicht bei Urin auf und geht auf, wenn man ihn trägt. Im Auto steht die Box am besten im Fußraum hinter einem Vordersitz; mehr dazu im Beitrag Autofahren mit der Katze. Die Katze fährt im Auto mit, nicht im Umzugswagen.

Ankommen: erst ein Zimmer, dann die Wohnung

Richten Sie in der neuen Wohnung vorab ein ruhiges Zimmer als Katzenzimmer ein, am besten eines, in dem während des Einzugs nicht dauernd geschleppt wird. Dorthin gehören die gewohnte Katzentoilette mit der gewohnten Streu, Wasser, Futter, Kratzbaum, Versteckmöglichkeiten und Liegeplätze mit vertrautem Geruch. Ungewaschene Decken und Kissen helfen mehr als neue.

Katze schläft im Katzenbett Katzensofa
Wenn die Katze in der neuen Wohnung direkt ihr geliebtes Katzenbett vorfindet, fällt ihr der Umzug leichter

Stellen Sie die Box in das geschlossene Zimmer, öffnen Sie sie und lassen Sie die Katze selbst entscheiden, wann sie herauskommt. Ziehen Sie sie nicht heraus. Sie bleibt in diesem Zimmer, bis der Umzug erledigt ist und Ruhe eingekehrt ist, mindestens einen Tag, bei scheuen Katzen länger. Danach öffnen Sie nach und nach weitere Räume. Junge, mutige Katzen erobern die Wohnung oft in Stunden, ältere und ängstliche brauchen Tage. Die Toilette bleibt zunächst im Katzenzimmer und wandert, wenn überhaupt, erst später an ihren endgültigen Platz.

Behalten Sie Fütterungszeiten, Spielzeiten und Rituale bei. Pheromon-Zerstäuber für die Steckdose können manchen Katzen den Wechsel erleichtern, die Wirkung ist aber nicht bei allen Katzen belegt.

Freigänger: wann die Katze wieder raus darf

Eine Freigängerin muss die neue Wohnung erst als Zuhause abspeichern, bevor sie hinausdarf. Sonst läuft sie los, verirrt sich oder versucht, zum alten Revier zurückzukehren – umso eher, je näher das alte Zuhause liegt. Die Empfehlungen für die Wartezeit schwanken; häufig werden vier bis sechs Wochen genannt, bei ängstlichen oder sehr revierbezogenen Katzen länger. Richten Sie sich nach Ihrer Katze: Erst wenn sie sich in der ganzen Wohnung entspannt bewegt, frisst und spielt, ist sie so weit.

Für die ersten Ausflüge gilt:

  1. Begleitet und kurz. Gehen Sie mit hinaus, bei gutem Wetter und ruhiger Umgebung.
  2. Vor dem Füttern. Eine leicht hungrige Katze kommt eher zurück, wenn Sie mit der Futterdose klappern.
  3. Tür offen lassen. Der Rückweg muss frei sein.
  4. Schrittweise verlängern. Erst Minuten, dann länger, zunächst tagsüber.

Bis dahin sind ein gesicherter Balkon und ein Fensterplatz mit Aussicht ein guter Ausgleich. Mehr zum Leben als Freigänger steht unter Die Freigänger Katze. Wer vom Freigang auf reine Wohnungshaltung umstellen muss, etwa nach einem Umzug an eine Hauptstraße, braucht besonders viel Beschäftigung und Geduld.

Warnzeichen: wann Stress zum Fall für den Tierarzt wird

Ein paar Tage Zurückhaltung sind normal. Zum Tierarzt muss die Katze, wenn sie länger als 24 Stunden nichts frisst, weil sonst eine Leberverfettung droht, wenn sie wiederholt erbricht oder Durchfall hat oder wenn sie auffällig oft kleine Mengen Urin absetzt oder Blut im Urin hat – Stress kann eine Blasenentzündung auslösen, siehe Blasenentzündung bei Katzen. Ein Notfall ist es, wenn die Katze, vor allem ein Kater, trotz Pressen gar keinen Urin absetzt: Dann ist die Harnröhre womöglich verschlossen, und es zählt jede Stunde.

Checkliste für den Umzug mit Katze

  • Transportbox Wochen vorher aufstellen
  • Tierarzt: Gesundheitscheck, Impfungen, bei Bedarf Mittel für die Fahrt
  • neue Adresse im Haustierregister eintragen
  • Katzenschutzverordnung am neuen Ort prüfen
  • neue Wohnung katzensicher machen: Fenster, Balkon, Pflanzen
  • Katzenzimmer in alter und neuer Wohnung vorbereiten
  • Schild „Tür geschlossen halten“ und Helfer informieren
  • Katze zuletzt in die Box, im Auto sicher transportieren
  • vertraute Decken ungewaschen mitnehmen
  • Freigang frühestens nach mehreren Wochen und nur begleitet

Die Empfehlung: Planen Sie den Umzug aus Sicht der Katze mit – ein ruhiges Zimmer am Umzugstag, ein fertiges Katzenzimmer bei der Ankunft und Geduld beim Freigang ersparen Ihnen die meisten Probleme.

Häufige Fragen

Wie lange braucht eine Katze, um sich nach einem Umzug einzugewöhnen?

Die meisten Katzen bewegen sich nach einigen Tagen entspannt in der neuen Wohnung. Bis sie das Revier ganz angenommen haben, vergehen oft einige Wochen. Scheue und ältere Katzen brauchen länger.

Findet eine Katze zurück in die alte Wohnung?

Das kann passieren, besonders wenn das alte Zuhause nur wenige Kilometer entfernt ist. Deshalb ist die Wartezeit vor dem ersten Freigang so wichtig. Informieren Sie die neuen Bewohner und Nachbarn der alten Wohnung, damit sie sich melden, falls die Katze auftaucht.

Soll ich die Katze vor dem Umzug in eine Pension geben?

Für ein, zwei Tage kann das bei sehr ängstlichen Katzen sinnvoll sein, besonders wenn die Pension die Katze schon kennt. Einen zusätzlichen Ortswechsel sollten Sie aber nur einplanen, wenn der Umzug sonst nicht ruhig zu organisieren ist.

Meine Katze pinkelt seit dem Umzug daneben – was tun?

Zuerst eine Blasenentzündung beim Tierarzt ausschließen lassen. Dann prüfen: Steht die Toilette ruhig genug, ist es die gewohnte Streu, gibt es genug Toiletten? Verschmutzte Stellen gründlich mit einem Enzymreiniger säubern und nie strafen.