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katzenwelt

Maine Coon: sanfter Riese mit Pflegebedarf und Herzrisiko

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Maine Coone Katze
Die Maine Coone hat Ihren Namen auch wegen der Ähnlichkeit mit einem Waschbären
Inhalt11 Abschnitte
  1. Steckbrief der Maine Coon
  2. Herkunft: Hofkatzen aus Neuengland
  3. Aussehen: groß, lang und buschig
  4. Wesen: der sanfte Riese
  5. Haltung: Platz und stabile Möbel
  6. Fellpflege und Fütterung
  7. Rassetypische Erkrankungen
  8. Qualzucht-Tendenzen: XXL und Wildlook
  9. Worauf Sie beim Züchter achten sollten
  10. Für wen die Maine Coon passt
  11. Häufige Fragen

Die Maine Coon ist eine große, kräftige Halblanghaarkatze mit buschigem Schwanz, Luchspinseln an den Ohren und einem freundlichen, geselligen Wesen. Kater wiegen meist 6 bis 9 kg, Katzen 4 bis 6 kg – Tiere mit 12 kg sind die Ausnahme, nicht der Standard. Wer eine Maine Coon möchte, sollte Platz, Zeit für die Fellpflege und einen Züchter einplanen, der die Elterntiere auf Herz, Hüften und Erbkrankheiten untersucht.

Steckbrief der Maine Coon

HerkunftUSA, Bundesstaat Maine
Größe und Gewichtgroß, lang und kräftig; Katzen etwa 4–6 kg, Kater etwa 6–9 kg, einzelne mehr
Fellhalblang, wasserabweisend, am Bauch und an den Hosen länger, Halskrause, buschiger Schwanz
Farbensehr viele; häufig Black-Tabby, Silber und Rot, auch einfarbig und mit Weiß
Wachstumlangsam, ausgewachsen oft erst mit 3–4 Jahren
Lebenserwartungmeist 12–15 Jahre
Wesenfreundlich, gesellig, verspielt, ausgeglichen, oft wasserverliebt
Pflegeaufwandmittel bis hoch beim Fell

Herkunft: Hofkatzen aus Neuengland

Die Maine Coon entwickelte sich aus Hauskatzen, die im Nordosten der USA auf Höfen und in Häfen lebten und Mäuse fingen. Wahrscheinlich kamen ihre Vorfahren mit europäischen Siedlern und Schiffen. Das harte Klima in Maine begünstigte große, kräftige Tiere mit dichtem, wasserabweisendem Fell und buschigem Schwanz. Der Name „Coon“ leitet sich vom Waschbären (raccoon) ab – wegen des geringelten Schwanzes. Die Geschichte, Maine Coons stammten von Kreuzungen mit Waschbären ab, ist biologisch unmöglich. Auch dass sie „einst Wildkatzen“ gewesen seien, stimmt nicht: Sie waren immer Hauskatzen.

Im 19. Jahrhundert waren Maine Coons auf amerikanischen Ausstellungen erfolgreich, 1895 gewann eine Maine Coon die große Schau im New Yorker Madison Square Garden. Danach verdrängten Perser sie aus der Gunst der Züchter. Ab den 1950er-Jahren wurde die Rasse wiederbelebt; die Cat Fanciers’ Association erkannte sie 1976 an, die europäische FIFe Anfang der 1980er-Jahre. Heute gehört sie in Deutschland zu den beliebtesten Rassekatzen, und Maine hat sie zur offiziellen Staatskatze erklärt.

Aussehen: groß, lang und buschig

Die Maine Coon ist lang, muskulös und breitbrüstig, mit kräftigen Beinen und großen, runden Pfoten mit Fellbüscheln zwischen den Zehen. Der Kopf ist etwas länger als breit, mit kantiger Schnauze und hohen, breit angesetzten Ohren, die oft Luchspinsel tragen. Die Augen sind groß, grün, gold oder kupfern, bei weißen Tieren auch blau oder verschiedenfarbig.

Das Fell ist halblang und uneinheitlich: kurz an Schultern und Kopf, länger an Bauch, Hosen und Halskrause, der Schwanz lang und buschig. Mit Schwanz erreicht eine große Maine Coon etwa einen Meter Länge; Rekordtiere messen mehr, sind aber Ausnahmen. Ähnlich sieht die Norwegische Waldkatze aus, die aber ein doppeltes, noch dichteres Fell und einen dreieckigen Kopf mit geradem Profil hat.

Rot-weiße Maine-Coon-Katze liegt auf einer Katzenliege
Junge Maine Coon in Rot-Weiß auf einer Katzenliege – der Kratzbaum muss später das volle Gewicht tragen

Wesen: der sanfte Riese

Die Maine Coon gilt als freundlich, ausgeglichen und gesellig. Sie ist menschenbezogen, ohne aufdringlich zu sein, folgt ihren Menschen gern und meldet sich mit erstaunlich hohen, zirpenden Lauten. Viele bleiben lange verspielt, apportieren, öffnen Türen und spielen mit Wasser. Mit Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt die Rasse meist gut aus.

Unterschiede zwischen Katern und Katzen gibt es wie bei allen Katzen, feste Regeln lassen sich daraus aber nicht ableiten. Wichtiger als das Geschlecht ist, ob das Tier gut sozialisiert ist und zum Haushalt passt (siehe Katze oder Kater). Allein hält man eine Maine Coon besser nicht; eine zweite Katze mit ähnlichem Temperament ist die bessere Wahl.

Haltung: Platz und stabile Möbel

Eine Maine Coon kann als Wohnungskatze glücklich leben, braucht aber mehr als eine kleine Katze: große, stabile Kratzbäume mit breiten Liegeflächen, die auch 8 kg bei einem Sprung aushalten, große Katzentoiletten, in denen sie sich drehen kann, und genug Laufwege. Ein gesicherter Balkon oder Garten ist ideal. Freigang ist möglich, bei einer so zutraulichen und begehrten Katze aber mit Risiken durch Verkehr und Diebstahl verbunden. Hinweise zur Auswahl gibt Katzenkratzbaum.

Fellpflege und Fütterung

Das Fell ist wasserabweisend und verfilzt weniger als Perserfell, braucht aber Hilfe. Zwei- bis dreimal pro Woche kämmen, besonders an Bauch, Achseln, Hosen und hinter den Ohren, im Fellwechsel häufiger. Tägliches Bürsten ist bei den meisten Tieren nicht nötig, schadet aber nicht, wenn die Katze es mag.

Maine Coons wachsen langsam und fressen entsprechend. Feste Grammangaben wie „500 g am Tag“ sind wenig hilfreich, weil der Bedarf von Gewicht, Alter, Aktivität, Kastration und Energiegehalt des Futters abhängt. Orientieren Sie sich an den Herstellerangaben für das angestrebte Gewicht und an der Figur: Die Rippen sollten unter einer dünnen Fettschicht tastbar sein. Übergewicht belastet Hüften und Gelenke besonders. Grundlagen dazu unter Artgerechte Katzennahrung.

Rassetypische Erkrankungen

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die Verdickung des Herzmuskels ist bei der Maine Coon häufig. Eine bekannte Mutation (MYBPC3 A31P) erhöht das Risiko, besonders wenn ein Tier sie doppelt trägt; dafür gibt es einen Gentest. Ein negativer Test schließt HCM aber nicht aus, deshalb lassen gute Züchter zusätzlich regelmäßig einen Herzultraschall machen. Schnelle Atmung in Ruhe, Atmen mit offenem Maul und eine plötzliche Lähmung der Hinterbeine sind Notfälle.
  • Spinale Muskelatrophie (SMA): Eine erbliche Erkrankung der Nervenzellen im Rückenmark, bei der ab etwa drei bis vier Monaten die Hinterbeinmuskulatur schwindet und der Gang unsicher wird. Schmerzhaft ist sie nicht, die Katzen können damit leben. Es gibt einen Gentest.
  • Hüftdysplasie: In der Datenbank der amerikanischen Orthopedic Foundation for Animals hatte rund jede vierte untersuchte Maine Coon eine Hüftdysplasie. Röntgenuntersuchungen der Zuchttiere senken das Risiko. Steifer Gang, Unlust zu springen oder Lahmheit sollten abgeklärt werden (siehe Gelenkprobleme bei Katzen).
  • Weitere: PK-Mangel (Gentest) und vereinzelt Zystennieren (PKD) kommen vor.

Qualzucht-Tendenzen: XXL und Wildlook

In den letzten Jahren werden Maine Coons zunehmend mit Superlativen beworben: „XXL“, „Riesen“, extremer „Wildlook“ mit übergroßen Ohren und kantigen Köpfen. Größe allein ist keine Qualität. Linien, die auf maximales Gewicht gezüchtet werden, sind anfälliger für Gelenkprobleme, und Übertreibungen im Körperbau haben mit dem ursprünglichen Hofkatzen-Typ wenig zu tun. Auch mehrzehige Maine Coons (Polydaktylie) werden teils gezielt vermehrt; zusätzliche Zehen sind meist harmlos, können aber Krallenprobleme verursachen. Wählen Sie einen Züchter, der mit Gesundheit wirbt, nicht mit Kilogramm.

Worauf Sie beim Züchter achten sollten

  1. Gentests der Eltern auf HCM (A31P), SMA und PK-Mangel.
  2. Aktueller Herzultraschall und Hüftröntgen der Zuchttiere, mit Befund.
  3. Stammbaum eines anerkannten Vereins und Aufzucht im Haushalt mit Mutter vor Ort.
  4. Abgabe frühestens mit 12 Wochen, besser mit 14 bis 16, geimpft, entwurmt, gechippt.
  5. Keine XXL-Versprechen.

Für wen die Maine Coon passt

Die Maine Coon passt zu Menschen, die eine große, freundliche und verspielte Katze suchen, genug Platz und stabile Möbel bieten und regelmäßig Zeit für die Fellpflege haben. Für Familien ist sie oft eine sehr gute Wahl. Planen Sie auch höhere Kosten ein: mehr Futter, größeres Zubehör und bei Bedarf teurere Behandlungen (siehe Unterhaltskosten für eine Katze).

Häufige Fragen

Wie groß und schwer wird eine Maine Coon?

Kater wiegen meist 6 bis 9 kg, Katzen 4 bis 6 kg. Mit Schwanz erreichen große Tiere etwa einen Meter. Die oft genannten 12 kg sind seltene Ausnahmen, meist bei sehr großen Katern oder übergewichtigen Tieren.

Wann ist eine Maine Coon ausgewachsen?

Später als die meisten Katzen: Viele legen bis zum dritten oder vierten Lebensjahr noch an Muskulatur und Gewicht zu, auch wenn die Körpergröße früher erreicht ist.

Muss eine Maine Coon täglich gebürstet werden?

Nicht zwingend. Zwei- bis dreimal pro Woche gründlich kämmen reicht bei den meisten, im Fellwechsel öfter. Kontrollieren Sie besonders Bauch, Achseln und Hosen, dort bilden sich zuerst Knoten.

Ist ein negativer HCM-Gentest eine Garantie?

Nein. Der Test erfasst nur eine bekannte Mutation. HCM kann auch ohne sie auftreten. Deshalb gehören regelmäßige Herzultraschalluntersuchungen der Zuchttiere dazu, und bei Ihrer eigenen Katze lohnt eine Untersuchung, wenn der Tierarzt ein Herzgeräusch hört.