Zum Inhalt springen
katzenwelt

Katzenstreu entsorgen: Restmüll, Biotonne oder Toilette?

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze im Katzenstreu
Regelmäßig die Katzenstreu entsorgen ist wichtig für den Wohlfühlfaktor
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum Katzenstreu nicht in die Biotonne gehört
  2. Warum Katzenstreu nicht in die Toilette gehört
  3. Die Streuarten und ihre Entsorgung
  4. Wie oft Sie reinigen und wechseln sollten
  5. So gelingt die Entsorgung sauber
  6. Schwangerschaft, Kinder und Immunschwäche
  7. Weniger Müll, gleiche Hygiene
  8. Häufige Fragen

Benutzte Katzenstreu gehört in den Restmüll. Das gilt für Klumpstreu aus Ton, für Silikatstreu und in aller Regel auch für Streu aus Holz, Mais oder Papier. In die Biotonne gehört sie nicht, in die Toilette auch nicht – beides aus hygienischen Gründen, die weit über den Geruch hinausgehen.

Warum Katzenstreu nicht in die Biotonne gehört

Katzenkot kann Krankheitserreger enthalten, allen voran die Eier (Oozysten) von Toxoplasma gondii, außerdem Wurmeier und Giardien. Toxoplasma-Oozysten sind sehr widerstandsfähig und überstehen nicht jede Kompostierung sicher. Weil aus Bioabfall Kompost für Gärten und Felder wird, schließen die Abfallsatzungen der meisten Städte und Kreise Katzenstreu mit Kot von der Biotonne aus. Das gilt auch dann, wenn die Streu selbst aus Pflanzenfasern besteht. Die Verpackungsangabe „kompostierbar“ bezieht sich auf das Material, nicht auf den Kot darin.

Maßgeblich ist die Abfallsatzung Ihrer Gemeinde. Im Zweifel fragen Sie beim örtlichen Entsorger nach; dort erfahren Sie auch, ob es Ausnahmen gibt. Den eigenen Gartenkompost sollten Sie ebenfalls nicht mit Katzenstreu füttern, schon gar nicht, wenn Sie dort Gemüse anbauen.

Warum Katzenstreu nicht in die Toilette gehört

Manche Pflanzenstreu wird als „toilettengeeignet“ oder „spülbar“ beworben. Davon ist abzuraten, aus zwei Gründen:

  • Verstopfung: Klumpende Streu quillt auf und setzt sich in Rohren, Hebeanlagen und Kleinkläranlagen fest. Mineralische Klumpstreu und Silikat verstopfen die Leitungen besonders schnell.
  • Gewässerschutz: Kläranlagen halten Toxoplasma-Oozysten nicht zuverlässig zurück. Über das gereinigte Abwasser gelangen sie in Flüsse und Meere. In Kalifornien haben Forscher Toxoplasmose-Todesfälle bei Seeottern mit Katzenkot aus Abwasser und Regenwasser in Verbindung gebracht.

Die Toilette bleibt deshalb für Menschen reserviert. Mehr über den Erreger lesen Sie im Beitrag Toxoplasmose bei der Katze.

Die Streuarten und ihre Entsorgung

StreuartMaterialIm AlltagEntsorgung
mineralische KlumpstreuBentonit (quellfähiger Ton)Klumpen täglich heraussieben, Streu auffüllen, gelegentlich komplett wechselnRestmüll
nicht klumpende MineralstreuTon, SepiolithKot täglich entfernen, Streu häufiger komplett wechselnRestmüll
SilikatstreuKieselgel-Granulatsaugt Urin auf, ohne zu klumpen; Kot täglich entfernen, Streu nach Herstellerangabe komplett tauschenRestmüll
PflanzenstreuHolz, Mais, Weizen, Papier u. a.je nach Sorte klumpend oder nicht; Klumpen täglich entfernenRestmüll, nur bei ausdrücklicher Erlaubnis der Gemeinde anders

Mineralische Klumpstreu ist schwer, weil Ton viel Wasser bindet. Wer eine Restmülltonne mit Gewichts- oder Leerungsgebühr hat, merkt das auf der Rechnung. Pflanzenstreu ist leichter und verbraucht weniger Rohstoffe beim Abbau, landet aber ebenfalls im Restmüll. Einen Überblick über die Sorten geben die Beiträge Katzenstreu und Silikat Katzenstreu.

klumpendes Katzenstreu zum Sieben
Klumpstreu lässt sich sieben, sodass nur die Klumpen entsorgt werden

Wie oft Sie reinigen und wechseln sollten

Kot und Urinklumpen entfernen Sie am besten ein- bis zweimal täglich. Das hat nicht nur mit Geruch zu tun: Toxoplasma-Oozysten werden erst ein bis fünf Tage nach dem Ausscheiden ansteckend. Wer täglich reinigt, entfernt sie, bevor sie infektiös werden. Außerdem meiden viele Katzen eine schmutzige Toilette und suchen sich dann andere Plätze – die Folge ist Unsauberkeit, siehe Warum pinkelt die Katze überall hin?.

Die komplette Streu wechseln Sie je nach Sorte und Zahl der Katzen alle ein bis vier Wochen, bei nicht klumpender Streu häufiger. Beim Komplettwechsel waschen Sie die Wanne mit heißem Wasser und einem milden, unparfümierten Spülmittel aus. Verzichten Sie auf stark riechende Reiniger, Chlor und Mittel mit Phenolen – Phenole sind für Katzen giftig, und starke Düfte vertreiben die Katze vom Klo. Eine Katzentoilette mit Kratzspuren im Kunststoff hält Gerüche; tauschen Sie sie dann aus.

So gelingt die Entsorgung sauber

  1. Schaufel mit passenden Schlitzen. Sie lässt saubere Streu durchrieseln und hält die Klumpen fest.
  2. Kleine Beutel. Klumpen direkt in einen kleinen Beutel geben und zuknoten. Hundekotbeutel oder Tüten aus dem Obst- und Gemüseregal eignen sich.
  3. Eimer mit Deckel. Ein geruchsdichter Eimer neben der Toilette sammelt die Beutel, bis Sie sie zur Restmülltonne bringen. Im Sommer lieber täglich leeren.
  4. Hände waschen. Nach jeder Reinigung, auch wenn Sie Handschuhe getragen haben.

Selbstreinigende Toiletten nehmen einem das tägliche Sieben ab, der Abfall landet aber ebenfalls im Restmüll. Mehr dazu im Beitrag Selbstreinigendes Katzenklo.

Mit Premiere Katzenstreu braucht man nur die Klumpen entsorgen
Täglich die Klumpen entfernen, dann fühlt sich die Katze auf ihrer Toilette wohl

Schwangerschaft, Kinder und Immunschwäche

Die meisten Menschen stecken sich mit Toxoplasmose nicht über die eigene Katze an, sondern über rohes oder nicht durchgegartes Fleisch. Trotzdem ist Vorsicht beim Katzenklo sinnvoll, wenn eine Erstinfektion gefährlich werden kann: in der Schwangerschaft und bei geschwächtem Immunsystem. Dann sollte eine andere Person das Katzenklo reinigen. Geht das nicht, tragen Sie Einweghandschuhe, reinigen täglich und waschen danach gründlich die Hände. Kinder dürfen beim Reinigen helfen, wenn sie danach die Hände waschen.

Weniger Müll, gleiche Hygiene

Wer weniger Abfall möchte, spart vor allem bei der Menge: Klumpstreu nur so hoch einfüllen, wie der Hersteller empfiehlt (meist 5 bis 7 cm), täglich sieben und nur nachfüllen, was fehlt. Eine gut klumpende Streu verbraucht sich langsamer, weil die Klumpen stabil bleiben und nicht zerbröseln. Ein Katzenklo mit Sieb erleichtert das Trennen von sauberer und benutzter Streu. Den Restmüll ersetzt all das nicht: Er ist und bleibt der richtige Weg für benutzte Katzenstreu.

Häufige Fragen

Darf unbenutzte Katzenstreu in die Biotonne?

Saubere Pflanzenstreu ohne Kot und Urin ist unproblematisch, bei vielen Gemeinden aber trotzdem nicht erwünscht, weil sie sich im Bioabfall nicht von benutzter unterscheiden lässt. Werfen Sie Reste im Zweifel in den Restmüll.

Kann ich Katzenstreu im Garten vergraben?

Nein. Erreger aus dem Kot bleiben im Boden lange ansteckend, besonders in Gemüsebeeten und dort, wo Kinder spielen.

Was mache ich mit Streu im Urlaub oder auf Reisen?

Dasselbe wie zu Hause: Beutel zuknoten und in den Restmüll geben. Auf Campingplätzen gehört Katzenstreu ebenfalls in den Restmüll, nicht in die Sanitäranlage.

Stimmt es, dass Katzenkot erst nach einem Tag ansteckend ist?

Für Toxoplasmose ja: Die Oozysten brauchen ein bis fünf Tage, bis sie infektiös sind. Andere Erreger wie Giardien oder manche Wurmeier können schneller ansteckend sein. Tägliches Reinigen und Händewaschen bleiben deshalb die Grundregel.