Camping mit Katze: Tipps für das Outdoor-Abenteuer

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Mit einer Katze zu campen geht, aber nur mit der richtigen Katze und der richtigen Ausrüstung. Gut klappt es mit gelassenen, neugierigen Tieren, die Geschirr und Leine kennen und sich im Wohnwagen oder Wohnmobil zu Hause fühlen. Für ängstliche Katzen und für Freigänger, die sich nicht anleinen lassen, ist ein Campingplatz voller Hunde, Kinder und fremder Gerüche dagegen purer Stress – sie bleiben besser zu Hause bei einem Katzensitter.
Passt Camping zu Ihrer Katze?
Katzen hängen stärker an ihrem Revier als an Ausflügen. Ob Ihre Katze einen Campingurlaub genießt oder nur übersteht, zeigt sich schon vorher:
- Bleibt sie ruhig, wenn Besuch kommt oder der Nachbarhund bellt?
- Lässt sie sich ein Geschirr anlegen und läuft sie an der Leine, statt sich flach auf den Boden zu werfen?
- Fährt sie ohne große Aufregung im Auto mit?
- Hat sie sich bei einem Probewochenende im Wohnwagen entspannt?
Lautet die Antwort mehrmals „nein“, ist der Katze mit einem Katzensitter zu Hause mehr gedient. Die Vor- und Nachteile der Betreuungsmöglichkeiten vergleicht der Beitrag Katzensitter oder Katzenpension. Junge Katzen lassen sich leichter an das Reisen gewöhnen als Senioren, und eine kranke Katze gehört nicht auf den Campingplatz.
Den richtigen Campingplatz finden
Ob Tiere erlaubt sind, entscheidet der Betreiber mit seiner Platzordnung. Viele Plätze nehmen Hunde auf und sagen zu Katzen nichts – fragen Sie deshalb vor der Buchung ausdrücklich nach und lassen Sie sich die Zusage schriftlich geben. Klären Sie dabei gleich, ob Katzen nur in der Nebensaison willkommen sind, ob Gebühren anfallen und welche Bereiche für Tiere gesperrt sind, etwa Sanitärgebäude, Spielplatz oder Strand.
Günstig für eine Katze ist ein Stellplatz am Rand des Geländes, im Halbschatten und abseits von Durchgangswegen, Spielplätzen und Hundewiesen. Ein Platz mitten im Trubel stresst sie, und die Sonne über den ganzen Tag macht das Fahrzeug zur Sauna.
Wohnwagen, Wohnmobil oder Zelt
Mit Wohnwagen oder Wohnmobil ist Camping mit Katze am einfachsten: Die Katze hat einen geschlossenen Raum, ihre eigene Toilette, einen festen Schlafplatz und kann bei Unruhe draußen einfach drinnen bleiben. Gewöhnen Sie sie schon zu Hause daran. Lassen Sie sie das Fahrzeug im Stand erkunden, füttern Sie sie dort, verbringen Sie eine Nacht darin, bevor die eigentliche Reise beginnt.
Während der Fahrt gehört die Katze auch im Wohnmobil in eine gesicherte Transportbox, nicht auf den Sitz oder die Liegefläche. Die Regeln dafür erklärt der Beitrag Autofahren mit der Katze. Achten Sie im Wohnwagen auf Fenster, Dachluken und Klappen: Katzen finden jeden Spalt. Ein Fliegengitter ist kein Katzenschutz.
Im Zelt ist es schwierig. Eine Zeltwand hält keine Katze auf, die Reißverschlüsse stehen dauernd offen, und im Sommer wird es darin heiß. Wer trotzdem zeltet, braucht zumindest einen ausbruchsicheren Laufstall oder ein Auslaufzelt für Katzen und muss die Katze dauerhaft im Blick behalten.
Sicherheit: damit die Katze nicht verloren geht
Eine Katze, die auf einem fremden Campingplatz davonläuft, findet in aller Regel nicht zurück. Die wichtigsten Vorkehrungen:
- Mikrochip und Registrierung. Die Katze sollte gechippt und bei einem Haustierregister mit Ihrer Handynummer eingetragen sein. Prüfen Sie vor der Reise, ob die Daten stimmen.
- Geschirr statt Halsband zum Anleinen. Ein Halsband ist zum Führen ungeeignet, eine Katze schlüpft heraus. Das Katzengeschirr sollte gut sitzen und schon wochenlang geübt sein.
- Adressanhänger nur am Sicherheitsverschluss. Ein Halsband mit Telefonnummer ist nützlich, aber nur mit einem Verschluss, der bei Zug aufgeht. Sonst kann die Katze beim Klettern hängen bleiben.
- Nie unbeaufsichtigt draußen. Auch angeleint darf eine Katze nicht allein vor dem Wohnwagen angebunden werden. Sie kann sich verheddern, erschrecken oder von einem Hund gestellt werden.
- Ein Auslaufgehege vor dem Wohnwagen gibt der Katze Frischluft, ohne dass Sie ständig die Leine halten.
Ein GPS-Tracker für Katzen kann bei der Suche helfen, ersetzt aber weder Chip noch Aufsicht. Was im Ernstfall zu tun ist, beschreibt der Beitrag Katze entlaufen.
Hitze, Wasser und Natur
Ein Wohnwagen in der prallen Sonne heizt sich ähnlich schnell auf wie ein geparktes Auto. Lassen Sie die Katze an heißen Tagen nicht darin allein, sorgen Sie für Schatten, Durchzug ohne Fluchtweg und frisches Wasser. Eine Katze, die mit offenem Maul hechelt, ist überhitzt und braucht sofort Kühlung, bei Benommenheit einen Tierarzt.

Katzen können schwimmen, wenn sie müssen, freiwillig tun es nur wenige. Ein Campingplatz am See ist deshalb vor allem für Sie schön; die Katze sucht sich meist ein schattiges Plätzchen. Tragen Sie sie nicht ins Wasser und lassen Sie sie am Ufer nicht unbeaufsichtigt. Mehr dazu steht unter Können Katzen schwimmen?.
Zecken, Flöhe und fremde Tiere
Auf Wiesen und am Waldrand warten Zecken, auf belebten Plätzen oft Flöhe. Besprechen Sie vor der Reise mit dem Tierarzt einen Schutz, der zu Ihrer Katze und zum Reiseziel passt, und suchen Sie die Katze abends nach Zecken ab. Wichtig: Verwenden Sie nur Mittel, die ausdrücklich für Katzen zugelassen sind. Spot-ons und Halsbänder für Hunde enthalten oft Permethrin, das für Katzen tödlich ist – schon der enge Kontakt zu einem frisch behandelten Hund kann gefährlich werden. Auch ätherische Öle wie Teebaumöl gehören nicht an Katzen. Einen Überblick gibt Zeckenschutz für Katzen.
Die Impfungen sollten vor der Reise auf dem aktuellen Stand sein, vor allem gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Auf Campingplätzen treffen Katzen auf fremde Hunde und Katzen, deren Gesundheit Sie nicht kennen.
Ausland: Papiere und Einreise
Für Campingplätze in Deutschland braucht die Katze keine Reisedokumente. Wer ins Ausland fährt, braucht innerhalb der EU einen EU-Heimtierausweis, einen Mikrochip und eine gültige Tollwutimpfung, die bei der Erstimpfung mindestens 21 Tage vor der Einreise gegeben wurde. Einzelheiten stehen im Beitrag Heimtierausweis ist Pflicht. Für Länder außerhalb der EU gelten eigene Regeln, die Sie bei der Botschaft des Reiselandes erfragen.
Packliste für den Campingurlaub
- Transportbox, Geschirr, Leine, eventuell Auslaufgehege
- gewohntes Futter für die ganze Reise, Näpfe, Wasser
- Katzentoilette mit gewohnter Streu, Schaufel, Beutel
- Kratzmöglichkeit und ein Lieblingsspielzeug, vertraute Decke
- Zeckenzange, Katzen-Parasitenschutz, Medikamente
- Heimtierausweis bzw. Impfpass, Tierklinik in der Nähe notiert
Die Empfehlung: Probieren Sie Camping mit Katze zuerst an einem Wochenende in der Nähe aus. Bleibt die Katze dabei gelassen, steht einem längeren Urlaub wenig im Weg. Versteckt sie sich die ganze Zeit, ist das eine klare Antwort.
Häufige Fragen
Darf die Katze auf dem Campingplatz frei laufen?
Nein. Auch Katzen, die zu Hause Freigänger sind, kennen das fremde Gelände nicht und finden oft nicht zurück. Hinzu kommen Straßen, Hunde und andere Camper. Draußen ist die Katze nur angeleint und unter Aufsicht oder in einem geschlossenen Gehege.
Wohin mit dem Katzenklo im Wohnwagen?
An einen festen Platz, der auch während der Fahrt nicht verrutscht, etwa in der Dusche oder im Vorraum. Nehmen Sie die gewohnte Streu mit, damit die Katze die Toilette sofort annimmt.
Was tun, wenn die Katze am Platz verschwindet?
Sofort suchen, die Platzverwaltung und Nachbarn informieren, das Haustierregister verständigen und Tierheime sowie Tierärzte der Umgebung anrufen. Stellen Sie die offene Transportbox und etwas mit Ihrem Geruch an den Stellplatz – viele Katzen verstecken sich in der Nähe.
Brauchen Katzen für Campingplätze eine Tollwutimpfung?
In Deutschland nicht, sofern der Platz sie nicht verlangt. Für Reisen ins Ausland ist sie Pflicht, und für Katzen mit Freigang kann sie auch unabhängig vom Urlaub sinnvoll sein – sprechen Sie mit dem Tierarzt.



