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katzenwelt

Katzenhaus für drinnen: Größe, Material und der richtige Platz

Christoph · 7 Min. Lesezeit

Katzenhaus im Freien
Katzenhaus im Freien
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wozu eine Katze ein Haus braucht
  2. Katzenhaus, Katzenhöhle, Katzenbett: die Unterschiede
  3. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  4. Der richtige Platz in der Wohnung
  5. So gewöhnen Sie Ihre Katze an das neue Haus
  6. Ein sicherer Ort muss sicher bleiben
  7. Katzenhaus selbst bauen
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Ein Katzenhaus ist ein kleines, überdachtes Versteck für drinnen, in das sich eine Katze zum Schlafen oder bei Unruhe zurückziehen kann. Besonders Wohnungskatzen profitieren davon, weil ihnen die Hecken, Schuppen und Nischen fehlen, die ein Freigänger draußen findet. Entscheidend sind drei Dinge: ausreichend Innenraum, ein Material, das sich reinigen lässt, und ein Standort, an dem die Katze ihre Ruhe hat.

Wozu eine Katze ein Haus braucht

Katzen sind Jäger, aber auch Beutetiere für größere Räuber. Schlafen und Dösen, also die Zeit, in der sie am verletzlichsten sind, verbringen sie deshalb gern an Orten, an denen Rücken und Flanken gedeckt sind. Draußen sind das Hohlräume unter Sträuchern, Holzstapel oder Nischen in Scheunen. In der Wohnung übernehmen Schränke, der Platz unter dem Bett oder eben ein Katzenhaus diese Aufgabe.

Ein fest zugewiesenes Versteck hilft der Katze in Situationen, die sie verunsichern: Besuch, Handwerker, ein Umzug, laute Geräusche, ein neues Tier im Haushalt. Sie kann sich zurückziehen, ohne fliehen zu müssen, und kommt meist von selbst wieder heraus, wenn sich die Lage beruhigt hat. Für Katzen, die neu einziehen, etwa aus dem Tierheim, ist ein solches Versteck in den ersten Tagen besonders wertvoll. Mehr zur Haltung ohne Freigang lesen Sie unter Die Wohnungskatze.

Katzenhaus, Katzenhöhle, Katzenbett: die Unterschiede

Die Begriffe gehen im Handel durcheinander. Als Katzenhaus werden meist feste Häuschen mit Dach und Wänden aus Holz, Pappe oder Kunststoff bezeichnet, manchmal mit Liegefläche oder Kratzbrett obendrauf. Eine Katzenhöhle ist dagegen meist weich, aus Filz, Plüsch oder Korbgeflecht, und eher zum Hineinkuscheln gedacht. Katzenbetten sind offen und bieten keinen Sichtschutz. Welche Form Ihre Katze bevorzugt, ist Typsache; viele nutzen gern mehrere. Einen Überblick über die weichen Varianten finden Sie im Beitrag zur Katzenhöhle. Für den Garten oder den Balkon gibt es wetterfeste Modelle, die im Beitrag zum Katzenhaus für draußen beschrieben sind.

ArtVorteileNachteile
HolzhausStabil, langlebig, oft mit Liegefläche auf dem DachSchwer, innen nur mit waschbarem Kissen hygienisch
Pappe/KartonGünstig, leicht, dient oft zugleich als KratzflächeHält nur begrenzt, nicht waschbar
KunststoffLeicht abwaschbarWirkt kühl, manche Katzen meiden den Geruch neuer Teile
Geflecht (Weide, Rattan, Seegras)Luftig, natürlich, beliebt zum KrallenschärfenSchwer zu reinigen, Fasern können sich lösen
Stoff/Filz als HausWeich, warm, oft faltbarWeniger formstabil, fällt bei großen Katzen zusammen

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Innenmaß. Die Katze muss sich im Inneren zusammengerollt hinlegen und umdrehen können, ohne an die Wände zu stoßen. Für eine durchschnittliche Hauskatze mit rund 4 kg sind Innenflächen ab etwa 40 × 35 cm eine brauchbare Untergrenze; große Katzen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze brauchen deutlich mehr. Im Zweifel lieber eine Nummer größer.
  2. Eingang. Die Öffnung sollte so groß sein, dass die Katze ohne Zwängen hinein- und herauskommt; bei großen oder älteren Katzen mit steifen Gelenken lieber breit und ohne hohe Schwelle.
  3. Stand. Das Haus darf nicht kippen oder rutschen, wenn die Katze auf das Dach springt oder sich am Rand abstößt. Eine Liegefläche obendrauf muss das volle Gewicht und einen Sprung aushalten.
  4. Reinigung. Ein herausnehmbares, bei 40 bis 60 °C waschbares Kissen oder ein abziehbarer Bezug ist Pflicht. Katzenhaare, Staub und gelegentlich Flöhe sammeln sich genau dort, wo die Katze viel liegt.
  5. Geruch und Verarbeitung. Neue Häuser aus Spanplatte, Kunststoff oder mit Kleber riechen manchmal deutlich. Lassen Sie ein solches Haus ein paar Tage auslüften. Überstehende Klammern, lose Schnüre oder abstehende Fasern, an denen die Katze hängen bleiben könnte, sollten nicht vorhanden sein.
  6. Kratzfläche. Ein Kratzbrett an der Seite oder ein Dach aus Pappe schadet nicht, ersetzt aber keinen richtigen Kratzbaum.

Die Preise reichen von wenigen Euro für Häuschen aus Karton bis zu deutlich über 100 Euro für Designermöbel aus Massivholz; solide Modelle liegen meist zwischen 25 und 70 Euro.

Der richtige Platz in der Wohnung

Ein gutes Katzenhaus steht an einem ruhigen Ort, an dem nicht ständig jemand vorbeiläuft, aber auch nicht im abgelegensten Winkel der Wohnung. Viele Katzen wollen ihre Menschen im Blick behalten und sich trotzdem zurückziehen können. Ein etwas erhöhter Platz, etwa auf einem stabilen Regal oder einer niedrigen Kommode, ist für viele Katzen attraktiver als der Boden, weil sie dort den Überblick behalten.

Nicht geeignet sind Plätze direkt neben dem Katzenklo oder dem Futternapf, im Durchzug oder unmittelbar an der Heizung, wo es im Winter zu warm werden kann. Im Mehrkatzenhaushalt sollten mehrere Rückzugsorte an verschiedenen Stellen verteilt sein, damit keine Katze der anderen den einzigen guten Platz streitig machen muss. Ein Haus mit zwei Öffnungen verhindert, dass eine unsichere Katze darin von einer anderen in die Enge getrieben wird.

Kätzchen im geflochtenen Katzenhaus
Kätzchen in einem geflochtenen Katzenhaus mit weichem Kissen

So gewöhnen Sie Ihre Katze an das neue Haus

Manche Katzen ziehen sofort ein, andere ignorieren das Haus wochenlang. Zwingen lässt sich das nicht, aber Sie können nachhelfen:

  1. Vertrauten Geruch einbringen. Legen Sie eine Decke oder ein getragenes T-Shirt hinein, auf dem die Katze schon geschlafen hat.
  2. Neugier wecken. Ein paar Leckerlis oder ein Spielzeug am Eingang laden zum Erkunden ein. Etwas getrocknete Katzenminze wirkt bei vielen, aber nicht bei allen Katzen.
  3. Platz ausprobieren. Wird das Haus nach einer Woche nicht beachtet, stellen Sie es an einen anderen Ort, bevorzugt dort, wo die Katze ohnehin gern liegt.
  4. Nicht hineinsetzen. Eine Katze, die man in ein Haus hineinsteckt, verbindet es mit Zwang. Warten Sie, bis sie es selbst entdeckt.

Ein sicherer Ort muss sicher bleiben

Die wichtigste Regel: Holen Sie Ihre Katze nicht aus ihrem Versteck, außer es ist wirklich nötig. Wer eine verängstigte Katze regelmäßig aus ihrem Haus zieht, macht aus dem Rückzugsort eine Falle – und die Katze sucht sich künftig ein Versteck, an das Sie schlechter herankommen. Kinder sollten wissen, dass die Katze im Haus nicht gestört wird. Hinweise zum Zusammenleben finden Sie unter Katzen und Kinder.

Wenn Sie die Katze zum Tierarzt bringen müssen, ist ein anderer Weg sinnvoller: Stellen Sie die Transportbox dauerhaft offen mit einer Decke in die Wohnung, sodass sie selbst zu einem vertrauten Häuschen wird. Dann muss die Katze vor dem Termin nicht aus ihrem eigentlichen Versteck gezerrt werden. Worauf es bei der Box ankommt, steht im Beitrag zur Katzentransportbox.

Zieht sich eine sonst gesellige Katze plötzlich tagelang in ihr Haus zurück, frisst schlechter oder reagiert empfindlich auf Berührung, kann das ein Zeichen für Schmerzen oder eine Erkrankung sein. Dann gehört sie zum Tierarzt, nicht in ein zweites Häuschen.

Katzenhaus selbst bauen

Ein einfaches Katzenhaus ist schnell gebaut. Ein stabiler Karton, in den Sie eine runde Öffnung schneiden, und ein altes Kissen genügen vielen Katzen völlig. Wer es dauerhafter mag, nimmt eine Obst- oder Weinkiste aus unbehandeltem Holz, schleift die Kanten ab und legt sie mit einer waschbaren Decke aus. Auch ein ausgedienter Nachttisch ohne Tür oder ein offenes Regalfach mit Vorhang eignet sich.

Achten Sie beim Selbstbau darauf, keine Lacke oder Lasuren mit Lösungsmitteln zu verwenden, keine spitzen Nägel oder Klammern offen zu lassen und keine Teile anzubringen, die die Katze abreißen und verschlucken kann. Ideen für weitere Beschäftigung finden Sie unter Katzen beschäftigen.

Unsere Empfehlung

Für die meisten Wohnungskatzen genügt ein schlichtes, ausreichend großes Haus mit waschbarem Kissen, das an einem ruhigen, leicht erhöhten Platz steht. Wichtiger als Material und Design ist, dass die Katze dort ungestört bleibt. Wer mehrere Katzen hat, stellt mehrere Rückzugsorte auf, statt ein besonders großes Haus zu kaufen.

Häufige Fragen

Braucht jede Katze ein Katzenhaus?

Nicht zwingend, aber jede Katze braucht einen Rückzugsort. Manche nutzen lieber einen Karton, ein Schrankfach oder eine Höhle im Kratzbaum. Das Haus ist eine bequeme Lösung, keine Pflicht.

Warum nutzt meine Katze ihr Haus nicht?

Häufig liegt es am Standort, am Geruch des neuen Materials oder an einem zu engen Innenraum. Stellen Sie das Haus an einen Platz, an dem die Katze ohnehin gern liegt, und legen Sie etwas mit vertrautem Geruch hinein.

Wie oft sollte ich das Katzenhaus reinigen?

Das Kissen oder den Bezug etwa alle ein bis zwei Wochen waschen, bei Flohbefall sofort. Das Haus selbst genügt es, regelmäßig auszusaugen und bei Bedarf feucht abzuwischen, ohne stark duftende Reinigungsmittel.

Darf die Katze im Haus schlafen, wenn sie krank ist?

Ja, eine kranke Katze zieht sich oft zurück, und ein ruhiger Ort tut ihr gut. Beobachten Sie aber, ob sie frisst, trinkt und das Katzenklo benutzt. Frisst sie länger als 24 Stunden nichts, rufen Sie den Tierarzt an.