Können Katzen weinen?

Die Frage „Können Katzen weinen?“ hat mit Sicherheit schon so manchen Katzenhalter beschäftigt. Feuchte, mit Flüssigkeit gefüllte Augen kommen bei den sensiblen Tieren ja durchaus häufiger vor. Darüber hinaus besitzen Katzen erwiesenermaßen auch Tränendrüsen, die sie grundsätzlich dazu befähigen, Tränen abzusondern. Dennoch geht die Frage „Können Katzen weinen?“ eigentlich am Thema vorbei. Von einem Weinen, wie wir Menschen es verstehen, kann jedenfalls keine Rede sein. Die Absonderung von Tränen bei einer Katze stellt nämlich in der Regel keine emotionale Äußerung dar. Vielmehr handelt es sich dabei um ein medizinisches Symptom, das darauf hindeuten kann, das etwas mit der Katze nicht stimmt.

Können Katzen weinen? Ja, aber nicht aus Freude oder Leid!

Wir Menschen verbinden Weinen immer mit ganz bestimmten Gefühlen oder Gefühlszuständen. Man könnte auch sagen: Weinen ist für uns eine Gefühlsäußerung. Wir tun es insbesondere, wenn wir leiden, traurig sind und Schmerzen verspüren. Viele Menschen weinen aber ebenso, wenn sie sich ganz besonders über etwas freuen oder von etwas gerührt sind. Und auch der oft benutzt Ausdruck „Tränen lachen“ kommt nicht von ungefähr.

Rein biologisch bzw. medizinisch gesehen ist das Weinen jedoch nichts anderes als die Absonderung von Tränenflüssigkeit aus den Tränendrüsen in den Augen. Es geht deshalb vor allem darum, was diese Absonderung, also den Tränenfluss, auslösen kann. Bei uns Menschen sind die auslösenden Faktoren meist emotionaler Natur. Darüber hinaus erfolgt die Tränenproduktion aber auch, wenn wir etwa einen Fremdkörper im Auge haben. Die Tränenflüssigkeit hat dann eine Schutzfunktion, die dafür sorgen soll, dass der Fremdkörper ausgespült werden kann.

Um die Frage „Können Katzen weinen?“ beantworten zu können, muss man sich mit beiden Auslösern, dem emotionalen wie dem schützenden, beschäftigen. Dabei kann eindeutig gesagt werden: Katzen weinen nicht aus emotionalen Gründen. Sie sondern keine Tränen ab, weil sie traurig sind oder sich freuen. Die Tränenflüssigkeit hat bei ihnen eine reine Schutzfunktion und kann vom Katzenhalter oder vom Tierarzt als Symptom insbesondere für eine Erkrankung der Augen gewertet werden.

Können Katzen weinen? Katzen haben natürlich auch Gefühle und zeigen diese

Katzen sind nicht frei von Emotionen. Ganz im Gegenteil. Katzen sind eigentlich sogar ausgesprochen emotionale Wesen. Sie empfinden Freude und Leid, Schmerzen, Angst und Panik. All diese Emotionen kommuniziert sie auch. Soll heißen: Bestimmte körperliche Reaktionen zeigen ganz genau, wie sie sich und was sie fühlt.

Wohlbefinden drücken die meisten Katzen durch mehr oder minder intensives Schnurren aus. Andererseits kann das Schnurren aber auch dazu dienen, sich zu beruhigen und mit schwierigen Situationen zurecht zu kommen. Eine wütende oder verängstigte Katze krümmt häufig den Rücken oder hat einen buschigen Schwanz, weil sich bei ihr die Fellhaare aufstellen. Hat eine Katze schmerzen, wird sie sich hingegen meistens zurückziehen und weniger bis gar nichts fressen.

Bei all diesen emotionalen Äußerungen sollte man sich allerdings dafür hüten, die Katze zu vermenschlichen. Freude und Angst bedeuten für Tiere nicht zwangsläufig das Gleiche wie für uns Menschen. Das zeigt sich nicht zuletzt an der Frage „Können Katzen weinen?“. Der Tränenfluss einer Katze findet auf einer ganz anderen Ebene statt, als bei einem Menschen.

Können Katzen weinen? Ja, wenn eine bestimmte Reizung oder Erkrankung vorliegt

Wie bereits mehrfach betont kann die Frage „Können Katzen weinen?“ bejaht werden. Gleichzeitig muss aber sofort die Einschränkung erfolgen, dass damit keine emotionale Äußerung welcher Art auch immer verbunden ist. Es handelt sich vielmehr um ein Symptom, das einen Hinweis auf mögliche Probleme im Organismus der Katze gibt.

Besonders betroffen sind dabei naturgemäß die Augen. Stimmt etwas im Bereich der Augen nicht, ist die Wahrscheinlichkeit ausgesprochen groß, dass die Katze darauf mit einem vermehrten Tränenfluss reagiert. Die Antwort auf die Frage „Können Katzen weinen?“ bedeutet deshalb in erster Linie, dass eine Fehlfunktion oder eine Erkrankung der Augen vorliegt. Folgendes kann der Auslöser für die vermehrte Tränenproduktion sein:

  • Entzündung der Bindehaut
  • Erkrankung der Netzhaut
  • partielle oder komplette Ablösung der Netzhaut
  • Erkrankung der Augenlinse
  • grüner Star
  • Horner Syndrom
  • Katzenschnupfen

Die genaue Ursache kann immer nur der Tierarzt feststellen. In vielen Fällen sind Tierärzte damit allerdings auch überfordert. So etwas wie einen Augentierarzt, also einen Spezialisten für Augen, gibt es leider bislang nicht. Sehr wohl lassen sich aber einzelne Tierärzte finden, die besonders viel Erfahrung im Umgang mit Augenerkrankungen bei Tieren haben. Insbesondere dann, wenn ein operativer Eingriff am Auge einer Katze notwendig wird, sollte man diesen von so einem erfahrenen Tierarzt ausführen lassen.

Am gefährlichsten unter den oben aufgeführten Ursachen ist sicherlich der Katzenschnupfen. Bleibt er unbehandelt oder wird erst in einem sehr später Stadium diagnostiziert kann er sogar tödlich verlaufen. ZU den typischen Symptomen eines Katzenschnupfens gehört eine starker Augenausfluss. Dabei sollte man wissen, dass zwangsläufig weitere Symptome dazu kommen. So wird der Augenausfluss in der Regel von Symptomen wie Abgeschlagenheit, Nasenausfluss, Fieber, Appetitlosigkeit oder vermehrtem Spechelfluss begleitet, um hier nur ein paar Beispiele zu nennen.

Können Katzen weinen? Ja, wenn Allergien vorliegen oder Fremdkörper im Auge sind

Auch Allergien können im Übrigen dazu führen, dass eine Katze weint. Ihr Körper verhält sich dann ganz ähnlich wie der von uns Menschen. Wir reagieren ja bei Vorliegen einer Pollenallergie auch mit tränenden Augen. Bei der Katze ist das mehr oder weniger genau so. Weint eine Katze viel und oft sollte sie auf jeden Fall auf mögliche Allergien hin getestet werden. Entsprechende Test führt der Tierarzt direkt in seiner Praxis statt. Je nach Ergebnis behandelt er dann die Allergie entsprechend.

Schließlich spielen noch Fremdkörper eine große Rolle, wenn Katzen vermehrt Tränenflüssigkeit produzieren bzw. weinen. Auf Fremdkörper, die ins Auge einer Katze gelangt sind, reagiert ihr Organismus zwangsläufig. Er versucht einerseits, den Fremdkörper wieder aus dem Auge zu bekommen, andererseits geht es auch darum, dass der fremde Gegenstand so wenig Schaden wie möglich im Auge anrichten kann.

Beides lässt sich am besten dadurch bewerkstelligen, dass vermehrt Tränenflüssigkeit produziert wird. Über sie können Fremdkörper wie Sandkörner, kleine Splitter oder auch Haare relativ schnell aus dem Auge gespült werden. Lässt sich der Fremdkörper nicht so leicht wieder entfernen, sorgt die Flüssigkeit dafür, dass es zu weniger Reibung am Auge kommt. Sie wirkt dann wie ein Schutzfilm.

Können Katzen weinen? Ja, zum Beispiel bei trockener Heizungsluft in der Wohnung

Die Antwort auf die Frage „Können Katzen weinen“ ist manchmal ganz schön banal. So kann beispielsweise auch trockene Heizungsluft in der Wohnung dazu führen, dass eine Katze weint. Mit der vermehrten Produktion von Tränenflüssigkeit will der Organismus der Katze schlicht verhindern, dass die Augen austrocknen.

Besonders häufig tritt das Phänomen übrigens bei Freigängern auf, die von draußen in die beheizte Wohnung zurückkehren. Meist hält der Tränenfluss dann aber nur sehr kurz an. Man kann ihn einfach als Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten begreifen. Können Katzen weinen? Ja, vor allem Freigänger können das. Ihre Augen sind deutlich mehr Belastungen ausgesetzt als die Augen von reinen Wohnungskatzen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Können Katzen weinen, wenn sie besonders starke Schmerzen haben?

Nach allem was wir wissen, ist die Produktion von Tränenflüssigkeit keine Schmerzensäußerung bei Katzen. Die Tiere sind sowieso sehr zurückhaltend, wenn es darum geht zu zeigen, dass sie Schmerzen haben. Typischerweise äußern Katzen Schmerzen durch eine auffälliges Schlucken, durch Miauen, aggressivem Verhalten bei Berührung und durch Apathie. Auch Appetitlosigkeit und ständige Müdigkeit können Anzeichen für Schmerzen sein.

Soll man eine Katze trösten, wenn sie weint?

Die Frage „Können Katzen weinen“ lässt sich sehr eindeutig beantworten. Ja, sie können es, aber sie tun es nicht aus emotionalen Gründen. Das Weinen ist damit auch kein Ausdruck dafür, dass die Katze traurig oder betrübt wäre. Sie muss deswegen also auch nicht getröstet werden. Einerseits. Andererseits sind Tränen aber eben auch ein Anzeichen dafür, dass physisch etwas mit dem Tier nicht in Ordnung ist. Zuwendung und besonders viel Aufmerksamkeit können in so einer Situation nie schaden – immer vorausgesetzt natürlich, dass die Katze das dann auch zulässt. Am wichtigsten ist jedoch, dass man als Katzenhalter der Sache auf den Grund geht. Und da hilft in der Regel nur die Konsultation eines Tierarztes.

Fließen bei einer weinenden Katze auch richtig die Tränen?

Das kann vorkommen, ist aber nicht die Regel. Normalerweise füllen sich bei einer Katze nur die Augen mit Tränenflüssigkeit, wenn sie weint. Es kann aber natürlich sein, dass derart viel Tränenflüssigkeit abgesondert wird, dass das Auge sie nicht mehr komplett aufnehmen kann. Das führt dann zwangsläufig dazu, dass das Auge gewissermaßen überläuft und Tränenflüssigkeit aufnimmt. Die Flüssigkeit fließt dann meist seitlich über den unteren Augenrand ab. In vielen Fällen verschwindet sie aber unmittelbar im Fell der Tiere.

Wenn Katzen aus physischen Gründen weinen – gibt es eigentlich Sofortmaßnahmen?

Sehr häufig hat das Weinen bei Katzen mit Problem mit den Augen zu tun. Das kann entweder relativ harmlos sein und sich schnell von selbst wieder legen oder aber es versteckt sich eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Weint eine Katze nur ab und zu hat das in der Regel nichts zu bedeuten. Erst wenn die Tränenproduktion über einen längeren Zeitraum hinweg anhält, steckt meist mehr dahinter. Von Sofortmaßnahmen im Sinne einer ersten Hilfe muss jedoch abgeraten werden. Die Augen sind nicht nur sehr empfindliche, sondern auch sehr komplexe Sinnesorgane. Sie sollten stets nur von einem Fachmann, also von einem Tierarzt untersucht, behandelt und versorgt werden. Auf gar keinen Fall sollte man dem Tier auf eigene Faust irgendwelche Augentropfen verabreichen. Die einzig sinnvolle Sofortmaßnahme ist der unmittelbare Gang zum Tierarzt.

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