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katzenwelt

Katzenrassen, die wenig haaren – und was Allergiker wissen sollten

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Junge Heilige Birma mit blauen Augen und weißen Pfoten
Die Heilige Birma hat halblanges Fell, aber wenig Unterwolle – sie verfilzt kaum, haart aber durchaus
Inhalt8 Abschnitte
  1. Warum manche Katzen mehr haaren als andere
  2. Rassen, die wenig haaren
  3. Die Rassen im Einzelnen
  4. Nacktkatzen: keine Lösung für das Haarproblem
  5. Katzenallergie: warum wenig Haare nicht reichen
  6. So bleiben weniger Haare in der Wohnung
  7. Wann Haarverlust nicht normal ist
  8. Häufige Fragen

Am wenigsten haaren Kurzhaarkatzen, denen die Unterwolle ganz oder weitgehend fehlt: Siamkatze und Orientalisch Kurzhaar, Burma, Bengal, Korat, Singapura und die Rexkatzen. Eine Katze, die gar keine Haare verliert, gibt es nicht. Und wer wegen einer Allergie nach einer solchen Rasse sucht, sollte wissen: Weniger Haare heißen nicht weniger Allergen. Das wichtigste Katzenallergen stammt aus Speichel und Hautdrüsen und wird von jeder Katze gebildet.

Warum manche Katzen mehr haaren als andere

Das Fell einer Katze besteht meist aus drei Haartypen: langen Leithaaren, etwas kürzeren Grannenhaaren und feiner, dichter Unterwolle. Die Unterwolle wärmt – und sie ist es, die beim Fellwechsel im Frühjahr und Herbst in Mengen ausfällt. Katzen mit dichter Unterwolle wie Perser, Maine Coon, Britisch Kurzhaar oder Norwegische Waldkatze verlieren deshalb viele Haare. Katzen mit einem kurzen, anliegenden Fell ohne viel Unterwolle verlieren sichtbar weniger.

Das Faustregel „kurzes Fell, wenig Haare“ stimmt nur halb. Eine Britisch Kurzhaar hat kurzes, aber sehr dichtes Fell mit viel Unterwolle und haart kräftig. Eine Heilige Birma dagegen trägt halblanges Fell mit wenig Unterwolle und verliert weniger, als man vermuten würde. Entscheidend ist also die Unterwolle, nicht die Länge.

Wohnungskatzen haaren übrigens oft das ganze Jahr über gleichmäßig, weil künstliches Licht und Heizungswärme den natürlichen Rhythmus des Fellwechsels verwischen.

Rassen, die wenig haaren

RasseFellWarum weniger HaareZu bedenken
Siamkatze / Orientalisch Kurzhaarkurz, fein, anliegendkaum Unterwollesehr gesprächig, braucht viel Gesellschaft
Burmakurz, seidig, glänzendsehr wenig Unterwolleanhänglich, gesellig
Bengalkurz, dicht, „Pelt“-artigfeines Fell, wenig Unterwollesehr aktiv, viel Beschäftigung nötig
Koratkurz, einlagigkeine Unterwollegeräuschempfindlich, selten
Singapurakurz, sehr feinkaum Unterwolleklein, lebhaft
German, Cornish, Devon Rexkurz, gewelltveränderte Haarstruktur, wenig HaareTasthaare prüfen, kälteempfindlich

Die Rassen im Einzelnen

Die Siamkatze und ihre einfarbige Schwester, die Orientalisch Kurzhaar, haben ein feines, eng anliegendes Fell fast ohne Unterwolle. Sie haaren wenig, sind aber sehr kommunikativ und brauchen viel Gesellschaft – eine Katze für Menschen, die gern „angesprochen“ werden.

Die Burma – nicht zu verwechseln mit der halblanghaarigen Heiligen Birma – trägt ein kurzes, satinartig glänzendes Fell mit sehr wenig Unterwolle. Sie ist mittelgroß, muskulös und ausgesprochen menschenbezogen. Die Bengal hat ein kurzes, dichtes Fell, das sich eher wie ein Pelz anfühlt und vergleichsweise wenig Haare verliert. Sie ist eine der aktivsten Rassen überhaupt und für ruhige Haushalte ungeeignet.

Die Korat aus Thailand hat ein einlagiges, silberblaues Fell ganz ohne Unterwolle, die kleine Singapura ein ebenso feines, kurzes Fell. Beide haaren wenig.

Die Rexkatzen – German Rex, Cornish Rex und Devon Rex – haben durch eine Mutation gewelltes, dünnes Fell mit veränderter Haarstruktur. Sie verlieren wenige Haare, frieren aber leicht. Wichtig: Bei Rexkatzen können die Tasthaare gekräuselt oder verkürzt sein. Das Qualzucht-Gutachten zu § 11b Tierschutzgesetz wertet das als Schaden; achten Sie auf Tiere mit funktionsfähigen Schnurrhaaren.

Auch die gewöhnliche Europäisch Kurzhaar und viele kurzhaarige Hauskatzen ohne Stammbaum haaren moderat – je nachdem, wie dicht ihre Unterwolle ist.

Europäisch Kurzhaar Katze mit getigertem Fell
Europäisch Kurzhaar: kurzes Fell, je nach Unterwolle mäßiger Haarverlust

Nacktkatzen: keine Lösung für das Haarproblem

Die Sphynx und andere Nacktkatzen verlieren tatsächlich kaum Haare. Das Problem ist ein anderes: Ihnen fehlen oft die Tasthaare ganz oder sie sind verkümmert, sie frieren leicht, bekommen schnell Sonnenbrand und brauchen regelmäßige Hautpflege, weil sich Talg auf der Haut ablagert. Dasselbe gilt für die Peterbald. Das Qualzucht-Gutachten nennt fehlende Tasthaare ausdrücklich. Für Allergiker bringen Nacktkatzen keinen Vorteil – das Allergen sitzt auf der Haut und im Speichel, und die fehlt ihnen nicht. Mehr dazu unter Welche Katzenrassen ohne Fell gibt es?.

Katzenallergie: warum wenig Haare nicht reichen

Das wichtigste Katzenallergen heißt Fel d 1. Die Katze bildet es in Talg- und Speicheldrüsen. Beim Putzen verteilt sie es auf dem Fell, von wo es mit Hautschuppen und Haaren in die Umgebung gelangt und sich in Möbeln, Teppichen und in der Luft hält. Weniger Haare im Raum können die Belastung etwas senken, verhindern sie aber nicht.

Wie viel Fel d 1 eine Katze bildet, schwankt von Tier zu Tier stärker als von Rasse zu Rasse. Unkastrierte Kater bilden in der Regel mehr als kastrierte Tiere und Kätzinnen. Manche Züchter bewerben Sibirische Katzen oder Balinesen als „hypoallergen“; verlässlich belegt ist das nicht. Sicher ist nur: Eine allergiefreie Katzenrasse gibt es nicht.

Wer allergisch ist und trotzdem eine Katze möchte, sollte das mit einer Allergologin oder einem Allergologen besprechen und vor der Anschaffung mehrfach längere Zeit mit genau dem Tier verbringen, das einziehen soll. Eine Katze, die nach wenigen Wochen wieder abgegeben werden muss, ist für alle Beteiligten schlimmer als ein Nein vorab.

So bleiben weniger Haare in der Wohnung

  1. Regelmäßig bürsten. Was in der Katzenbürste oder im Handschuh landet, liegt nicht auf dem Sofa. Im Fellwechsel täglich, sonst ein- bis zweimal pro Woche.
  2. Vollwertig füttern. Ein glänzendes, gesundes Fell braucht ein ausgewogenes Alleinfutter mit hochwertigem Eiweiß und Fettsäuren. Mehr unter Artgerechte Katzennahrung.
  3. Liegeplätze abdecken. Waschbare Decken auf den Lieblingsplätzen fangen die meisten Haare ab.
  4. Staubsauger mit Feinstaubfilter und regelmäßiges feuchtes Wischen senken Haare und Allergen in der Wohnung.
  5. Schlafzimmer als katzenfreie Zone, wenn jemand im Haushalt allergisch reagiert.

Wann Haarverlust nicht normal ist

Verliert eine Katze plötzlich viel mehr Haare als sonst, bekommt kahle Stellen, kratzt oder leckt sich ständig, hat schuppige oder gerötete Haut, sollte ein Tierarzt nachsehen. Mögliche Ursachen reichen von Flöhen, Milben und Hautpilz über Allergien und Stress bis zu hormonellen Erkrankungen wie einer Schilddrüsenüberfunktion. Mehr dazu unter Katze verliert Fell und Katze leckt sich kahl.

Häufige Fragen

Welche Katze haart am wenigsten?

Unter den Katzen mit Fell haaren Rexkatzen, Korat, Siam und Orientalisch Kurzhaar, Burma, Singapura und Bengal besonders wenig, weil ihnen die dichte Unterwolle fehlt. Ganz ohne Haarverlust ist keine Katze mit Fell.

Gibt es hypoallergene Katzenrassen?

Nein. Jede Katze bildet das Hauptallergen Fel d 1. Einzelne Tiere können weniger davon bilden, das lässt sich aber an der Rasse nicht verlässlich ablesen.

Haaren Kurzhaarkatzen immer weniger als Langhaarkatzen?

Nicht unbedingt. Entscheidend ist die Unterwolle. Eine Britisch Kurzhaar mit dichtem Plüschfell haart mehr als manche halblanghaarige Katze mit wenig Unterwolle.

Wann haaren Katzen am meisten?

Im Frühjahr, wenn das Winterfell ausfällt, und in geringerem Maß im Herbst. Wohnungskatzen haaren oft das ganze Jahr über gleichmäßig.