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katzenwelt

Clickertraining für Katzen: So gelingt der Einstieg

Christoph · 6 Min. Lesezeit

Aufmerksame Katze beim Klickertraining
Weiß die Katze, dass es in der Erziehung beim Clickertraining ein Leckerchen gibt, ist sie besonders aufmerksam
Inhalt9 Abschnitte
  1. Wie Clickertraining funktioniert
  2. Was Sie für den Anfang brauchen
  3. Schritt 1: den Clicker aufladen
  4. Schritt 2: die erste Übung mit dem Target
  5. Timing, Dauer und Ort
  6. Übungen, die sich im Alltag lohnen
  7. Typische Anfängerfehler
  8. Wo Clickertraining an Grenzen stößt
  9. Häufige Fragen

Beim Clickertraining markiert ein kurzes Klickgeräusch genau den Augenblick, in dem Ihre Katze etwas richtig macht, und unmittelbar danach gibt es eine Belohnung. Weil der Klick schneller und eindeutiger ist als jedes gesprochene Lob, versteht die Katze sehr genau, wofür sie belohnt wird. Für den Einstieg brauchen Sie einen Clicker, sehr kleine Leckerbissen und ein paar Minuten am Tag. Die ersten einfachen Übungen sitzen bei vielen Katzen nach wenigen Tagen.

Wie Clickertraining funktioniert

Die Methode stammt aus der Lernforschung und wurde durch das Training von Delfinen bekannt, lange bevor sie in Hundeschulen ankam. Das Prinzip: Ein zunächst bedeutungsloses Geräusch wird so oft mit etwas Angenehmem verknüpft, bis es selbst zum Versprechen wird. Hört die Katze den Klick, weiß sie: Das eben war richtig, gleich kommt etwas Gutes.

Der Vorteil gegenüber Lob mit der Stimme liegt im Timing. Bis Sie „fein gemacht“ gesagt haben, hat die Katze sich längst hingesetzt, umgedreht und geputzt – und Sie haben womöglich das Putzen belohnt. Der Klick dauert einen Sekundenbruchteil und klingt immer gleich. Er ist ein Marker, kein Kommando: Sie rufen die Katze damit nicht, Sie bestätigen etwas, das sie gerade getan hat.

Anders als ein Hund arbeitet eine Katze nicht, um Ihnen zu gefallen. Sie arbeitet, weil es sich für sie lohnt. Genau darauf baut das Clickertraining auf, und deshalb passt es so gut zu Katzen. Mehr zum Grundprinzip lesen Sie unter Katzen erziehen.

Was Sie für den Anfang brauchen

  • Clicker: Die klassische Form ist ein kleines Kunststoffgehäuse mit einem Metallplättchen, das beim Drücken knackt. Es gibt auch Knopfclicker, die leiser sind. Für geräuschempfindliche Katzen wählen Sie ein leises Modell oder dämpfen den Clicker in der Jackentasche. Zur Not tut es ein Kugelschreiber mit Druckmechanik oder ein Zungenschnalzen – Hauptsache, das Geräusch ist kurz und kommt im Alltag sonst nicht vor.
  • Belohnung: sehr kleine, weiche Happen, die die Katze sofort schluckt, etwa Stückchen vom gewohnten Nassfutter auf einem Löffel, gekochtes Hähnchen ohne Gewürze oder erbsengroße Leckerli. Ziehen Sie die Menge von der Tagesration ab, sonst wird aus dem Training ein Gewichtsproblem.
  • Targetstick (optional): ein Stab mit einer Kugel am Ende, dem die Katze mit der Nase folgt. Ein Kochlöffel oder ein Essstäbchen erfüllt denselben Zweck.
Hand hält einen Clicker für die Katze
Ein handlicher Clicker: Das Geräusch muss kurz sein und immer gleich klingen

Schritt 1: den Clicker aufladen

Bevor die Katze irgendetwas lernen soll, muss sie wissen, was der Klick bedeutet. Das nennt man Konditionieren oder „Aufladen“.

  1. Ruhigen Moment wählen. Am besten etwas vor der Mahlzeit, wenn die Katze wach und leicht hungrig ist.
  2. Klicken, dann belohnen. Einmal klicken, sofort einen Happen geben. Warten, bis er gefressen ist, dann wiederholen.
  3. Nichts verlangen. In dieser Phase muss die Katze nichts tun. Es geht nur um die Verknüpfung.
  4. Kurz halten. Zehn bis fünfzehn Wiederholungen genügen, dann ist Schluss. Zwei bis drei solcher Runden am Tag reichen.
  5. Probe machen. Klicken Sie nach einigen Tagen, wenn die Katze gerade woanders hinschaut. Dreht sie sich erwartungsvoll um, ist der Clicker aufgeladen.

Schritt 2: die erste Übung mit dem Target

Die einfachste Einstiegsübung ist das Berühren eines Ziels mit der Nase. Halten Sie den Targetstick etwa zehn Zentimeter vor die Nase der Katze. Die meisten Katzen schnuppern neugierig daran – in diesem Augenblick klicken und belohnen. Nach einigen Wiederholungen halten Sie den Stab etwas zur Seite, dann höher, dann ein Stück entfernt. Folgt die Katze dem Stab durch den Raum, haben Sie ein vielseitiges Werkzeug: Damit lassen sich Katzen auf einen Stuhl, durch einen Tunnel oder in die Transportbox lotsen.

Erst wenn ein Verhalten zuverlässig kommt, geben Sie ihm einen Namen, etwa „Touch“. Vorher würde das Wort nur Rauschen sein.

Schwarze Katze bekommt ein Leckerli
Nach dem Klick folgt immer die Belohnung

Timing, Dauer und Ort

Geklickt wird während des gewünschten Verhaltens, nicht danach. Setzt sich die Katze, klicken Sie in dem Moment, in dem der Po den Boden berührt. Ein zu später Klick belohnt, was die Katze gerade stattdessen tut.

Katzen konzentrieren sich nicht lange. Zwei bis fünf Minuten pro Einheit sind genug, lieber mehrmals am Tag. Hören Sie auf, solange die Katze noch Lust hat. Wandert sie ab, putzt sich demonstrativ oder schlägt mit dem Schwanz, war die Einheit zu lang oder die Aufgabe zu schwer. Gehen Sie beim nächsten Mal einen Schritt zurück.

Üben Sie anfangs immer am selben ruhigen Ort, ohne laufenden Fernseher und ohne andere Tiere, die mitfressen wollen. Mit Katzen, die zusammenleben, trainieren Sie getrennt.

Übungen, die sich im Alltag lohnen

Tricks wie „High Five“ oder Männchen machen Spaß und beschäftigen den Kopf. Mindestens so wertvoll sind Übungen, die der Katze Stress ersparen:

  • Transportbox: Die Katze geht freiwillig hinein, weil darin geklickt und belohnt wird. Das erleichtert jeden Tierarztbesuch. Wie Sie die Box auswählen, steht unter Katzentransportbox.
  • Pfote geben: Die Katze lässt sich die Pfote anfassen und später die Krallen ansehen. Hilfreich vor dem Krallenschneiden.
  • Kommen auf Ruf: Klick und Belohnung, sobald die Katze auf ein bestimmtes Wort zu Ihnen läuft – nützlich, wenn sie sich versteckt hat.
  • Auf einen Platz gehen: Die Katze legt sich auf eine Decke statt auf die Arbeitsplatte.
  • Pflegegriffe: Ins Maul schauen, Ohren anfassen, Bürste dulden – in winzigen Schritten aufgebaut.

Welche Übung zur Katze passt, zeigt sie selbst: Manche arbeiten gern mit den Pfoten, andere springen lieber. Ideen für Denkaufgaben finden Sie unter Intelligenzspielzeug für Katzen.

Typische Anfängerfehler

  • Klick ohne Belohnung. Jeder Klick verspricht etwas. Wird das Versprechen gebrochen, verliert der Clicker seine Wirkung.
  • Clicker als Rufsignal. Mit dem Klick locken Sie die Katze nicht an, Sie markieren nur.
  • Zu große Schritte. Aus „schaut die Box an“ wird nicht in einem Zug „sitzt in der geschlossenen Box“. Belohnen Sie jede kleine Annäherung.
  • Clicker direkt am Ohr. Klicken Sie mit etwas Abstand zum Kopf, besonders bei schreckhaften Katzen.
  • Strafe nebenbei. Wer im Training schimpft oder die Katze festhält, zerstört die Freiwilligkeit, auf der alles beruht.
  • Zu viele Leckerli. Die Belohnungen zählen zur Tagesration. Übergewicht ist bei Wohnungskatzen ohnehin häufig.

Wo Clickertraining an Grenzen stößt

Clickertraining baut erwünschtes Verhalten auf. Es ersetzt keine Ursachensuche. Wird eine Katze plötzlich unsauber, aggressiv oder schreckhaft, steckt oft etwas anderes dahinter: Schmerzen, eine Blasenentzündung, Stress durch Veränderungen im Haushalt. Lassen Sie in solchen Fällen zuerst tierärztlich abklären, ob die Katze gesund ist. Bei ausgeprägter Angst helfen Tierärztinnen und Tierärzte mit Zusatzqualifikation in Verhaltenstherapie.

Auch für Kätzchen eignet sich die Methode gut, sobald sie ein paar Tage im neuen Zuhause angekommen sind, siehe Katzenbabys erziehen. Wer mit einer einzigen Übung beginnt – etwa dem Nasentarget – und sie über eine Woche in kurzen Einheiten festigt, hat die beste Grundlage für alles Weitere.

Häufige Fragen

Kann jede Katze Clickertraining lernen?

Grundsätzlich ja, auch ältere und ängstliche Katzen. Wichtig ist eine Belohnung, die die Katze wirklich will. Katzen, die kaum auf Futter reagieren, lassen sich manchmal mit einem kurzen Spiel an der Angel oder einer Streicheleinheit belohnen, das Training dauert dann etwas länger.

Muss ich den Clicker für immer benutzen?

Nein. Der Clicker ist für das Lernen neuer Dinge gedacht. Sitzt ein Verhalten sicher, können Sie auf ein Lobwort und gelegentliche Belohnungen umsteigen. Für jede neue Übung holen Sie den Clicker wieder hervor.

Wie viele Leckerli sind in Ordnung?

So wenig wie möglich, so klein wie möglich. Die Happen sollten nicht größer als eine Linse sein. Eine verbreitete tierärztliche Faustregel lautet, dass Leckerli insgesamt höchstens etwa zehn Prozent der täglichen Energie liefern sollten. Wer viel trainiert, nimmt einfach einen Teil des normalen Futters.

Hilft Clickertraining gegen Kratzen an Möbeln?

Indirekt. Sie können gezielt belohnen, wenn die Katze am Kratzbaum kratzt, und so die Alternative attraktiver machen. Das Kratzen selbst abzugewöhnen gelingt nicht, denn Kratzen ist ein Grundbedürfnis. Die Katze braucht einen Ort, an dem sie es darf.