Autofahren mit der Katze: Tipps für eine gute Reise

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Eine Katze reist im Auto am sichersten in einer stabilen, geschlossenen Transportbox, die im Fußraum hinter einem Vordersitz steht oder fest angeschnallt ist. Frei im Innenraum hat sie nichts zu suchen: Bei einer Vollbremsung wird aus einer 4 kg schweren Katze ein Geschoss, und eine Katze unter dem Bremspedal ist ein Unfall mit Ansage. Mit etwas Vorbereitung verkraften die meisten Katzen auch längere Fahrten ordentlich – begeistert sind die wenigsten.
Erst die Box, dann das Auto: Gewöhnung in kleinen Schritten
Viele Katzen kennen ihre Box nur als Vorboten des Tierarztbesuchs. Entsprechend groß ist der Widerstand, wenn sie am Reisetag plötzlich im Flur steht. Brechen Sie diese Verknüpfung auf, bevor Sie verreisen:
- Box offen stehen lassen. Stellen Sie die Box Wochen vor der Reise dauerhaft in die Wohnung, mit offener oder abgenommener Tür und einer Decke, die nach Zuhause riecht.
- Gute Dinge darin passieren lassen. Legen Sie gelegentlich Leckerlis oder ein Spielzeug hinein, füttern Sie eine kleine Mahlzeit in der Box.
- Tür kurz schließen. Sobald die Katze entspannt darin liegt, schließen Sie die Tür für einige Sekunden, später für Minuten.
- Ins stehende Auto. Tragen Sie die Katze in der Box zum Auto, setzen Sie sich mit ihr hinein, ohne loszufahren.
- Kurze Fahrten. Erst eine Runde um den Block, dann zehn Minuten, dann länger. Belohnen Sie danach zu Hause.
Wie Sie eine passende Box auswählen, lesen Sie im Beitrag Katzentransportbox. Für die Autofahrt gilt: Eine Box aus festem Kunststoff mit Gittertür und zusätzlicher Öffnung oben ist praktischer als eine weiche Tasche, weil sie sich gut fixieren lässt und die Katze beim Herausnehmen nicht von vorn gezerrt werden muss. Sie sollte so groß sein, dass die Katze darin stehen, sich umdrehen und ausgestreckt liegen kann, aber nicht so groß, dass sie bei jeder Kurve hin und her rutscht. Eine saugfähige Unterlage und eine vertraute Decke gehören hinein.
Wo die Box im Auto hingehört
Der ADAC hat in Crashtests gezeigt, dass eine auf der Rückbank angeschnallte Box bei einer starken Bremsung oder einem Aufprall nicht immer hält: Die Katze kann durch die Gittertür geschleudert werden. Am besten geschützt ist eine kleine Box im Fußraum hinter dem Fahrer- oder Beifahrersitz, quer zur Fahrtrichtung gestellt. Dort kann sie nicht nach vorn fliegen und ist zwischen Sitz und Rückbank eingekeilt.
Passt die Box nicht in den Fußraum, schnallen Sie sie auf der Rückbank so an, dass der Gurt durch den Griff oder um die Box läuft und sie nicht kippen kann. Große Boxen gehören in den Kofferraum eines Kombis, direkt an die Rücksitzlehne und gegen Verrutschen gesichert. Der Beifahrersitz ist wegen des Airbags keine gute Wahl, und eine Box, die lose auf dem Sitz steht, bleibt eine Gefahr – für die Katze und für Sie.

Was die Straßenverkehrsordnung verlangt
Eine eigene Vorschrift für Katzen im Auto gibt es nicht. Die Straßenverkehrsordnung behandelt Tiere im Grundsatz wie Ladung: Sie müssen so gesichert sein, dass sie bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver nicht verrutschen oder herumfliegen können, und der Fahrer ist dafür verantwortlich, dass Tiere seine Sicht und sein Gehör nicht beeinträchtigen. Eine ungesicherte Katze kann deshalb ein Bußgeld nach sich ziehen. Kommt es zu einem Unfall, kann eine fehlende Sicherung auch bei der Versicherung Fragen aufwerfen. Wichtiger als jede Vorschrift ist aber der einfache Gedanke: Eine Katze, die während der Fahrt in den Fußraum des Fahrers springt, bringt alle Insassen in Gefahr.
Füttern, Trinken und Toilette unterwegs
Füttern Sie am Reisetag nur eine kleine Mahlzeit, und zwar einige Stunden vor der Abfahrt. Mit vollem Magen wird vielen Katzen im Auto übel, ganz ohne Futter sollte eine gesunde Katze aber auch nicht über viele Stunden bleiben. Wasser darf sie bis zur Abfahrt trinken.
Auf kurzen Strecken von ein, zwei Stunden braucht die Katze keine Pause. Auf längeren Fahrten bieten Sie ihr alle paar Stunden Wasser an – bei geschlossenen Türen und Fenstern im stehenden Auto, niemals auf dem Rastplatz im Freien. Eine erschreckte Katze, die sich dort aus der Box windet, ist oft für immer weg. Für sehr lange Fahrten kann eine kleine Einwegtoilette im Fußraum oder im Kofferraum helfen, die Sie nur bei geschlossenem Auto anbieten. Viele Katzen halten allerdings erstaunlich lange aus und nutzen sie gar nicht. Eine Saugunterlage in der Box fängt Missgeschicke auf.
Fahrten über einen ganzen Tag teilen Sie besser auf zwei Tage auf und übernachten in einer Unterkunft, in der Katzen erlaubt sind. Die Katze bleibt dort im Zimmer, Fenster und Türen zu.
Hitze: die größte Gefahr im Sommer
Ein geparktes Auto heizt sich in der Sonne innerhalb kurzer Zeit auf Temperaturen auf, die für eine Katze tödlich sind – auch bei geöffnetem Fensterspalt und auch an Tagen, die sich gar nicht heiß anfühlen. Lassen Sie Ihre Katze deshalb nie allein im Auto, auch nicht „nur kurz“ an der Tankstelle.
Während der Fahrt starten Sie im Sommer am besten früh am Morgen oder am Abend. Die Box sollte nicht in der prallen Sonne stehen; ein Sonnenschutz an der Seitenscheibe hilft. Die Klimaanlage darf laufen, der Luftstrom sollte aber nicht direkt in die Box blasen. Hechelt Ihre Katze mit offenem Maul, ist das bei Katzen ein Alarmzeichen: Halten Sie an einem schattigen Ort, kühlen Sie das Auto herunter und bieten Sie Wasser an. Bessert sich das nicht rasch oder wirkt die Katze benommen, fahren Sie zum nächsten Tierarzt.
Übelkeit, Stress und was wirklich hilft
Manche Katzen miauen die ersten Kilometer lautstark und schlafen dann ein, andere hecheln, speicheln oder erbrechen sich. Speichelfluss und Erbrechen deuten oft auf Reiseübelkeit hin. Hier hilft vor allem die schrittweise Gewöhnung, eine ruhige Fahrweise und ein leerer Magen. Leise Musik oder gar keine ist angenehmer als laute – ein Wundermittel ist sie nicht.
Pheromonsprays, die einen Duftstoff aus den Wangendrüsen von Katzen nachahmen, sollen Stress mindern. Die Studienlage dazu ist gemischt: Manche Katzen wirken ruhiger, bei anderen ändert sich nichts. Wer es versuchen möchte, sprüht die Box etwa eine Viertelstunde vor dem Einsetzen ein, nicht die Katze selbst. Homöopathische Mittel und Bachblüten haben in Studien keine Wirkung über Placebo hinaus gezeigt. Leidet Ihre Katze stark unter Autofahrten, sprechen Sie mit dem Tierarzt: Er kann ein Mittel gegen Übelkeit oder, in Einzelfällen, ein angstlösendes Medikament verschreiben, das vorher zu Hause ausprobiert wird. Geben Sie keinesfalls Beruhigungs- oder Schmerzmittel für Menschen. Mehr dazu lesen Sie unter Beruhigungsmittel für Katzen. Erbricht Ihre Katze auch ohne Autofahrt öfter, hilft Die Katze kotzt – Ursachen und Hilfe weiter.
Checkliste für lange Fahrten
- Transportbox mit Saugunterlage, vertrauter Decke und Ersatzunterlage
- Wasser und ein flacher Napf, gewohntes Futter für die ganze Reise
- Einwegtoilette und Streu für lange Strecken, Müllbeutel, Küchenrolle
- Geschirr mit Leine für Notfälle, falls die Katze es kennt
- Heimtierausweis bei Fahrten ins Ausland, Impfpass, Medikamente
- Telefonnummer des eigenen Tierarztes und eine Tierklinik am Zielort
- Sonnenschutz für die Seitenscheiben
Wer über Grenzen fährt, braucht für die Katze Mikrochip, EU-Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung; Einzelheiten stehen unter Heimtierausweis ist Pflicht. Gilt die Reise einem Urlaub, lohnt vorher der Blick in Urlaub mit der Katze: Nicht jede Katze ist dort besser aufgehoben als zu Hause.
Die Empfehlung in einem Satz: Gewöhnen Sie Ihre Katze früh an Box und Auto, stellen Sie die Box in den Fußraum hinter einem Vordersitz, und planen Sie die Fahrt um die Hitze herum statt durch sie hindurch.
Häufige Fragen
Darf die Katze im Auto frei herumlaufen?
Nein. Eine frei laufende Katze kann unter die Pedale geraten, den Fahrer ablenken und wird bei einer Vollbremsung durch das Auto geschleudert. Auch auf dem Schoß eines Mitfahrers ist sie nicht sicher. Sie fährt in einer geschlossenen, gesicherten Box.
Wie lange hält eine Katze eine Autofahrt aus?
Eine gesunde, an die Box gewöhnte Katze übersteht auch mehrere Stunden. Bieten Sie auf langen Fahrten alle paar Stunden Wasser an und teilen Sie Fahrten über einen ganzen Tag auf zwei Tage auf. Ältere oder kranke Katzen sollten nur nach Rücksprache mit dem Tierarzt lange Strecken fahren.
Soll ich die Box abdecken?
Ein leichtes Tuch über einem Teil der Box beruhigt viele Katzen, weil sie weniger vorbeiziehende Bewegungen sieht. Decken Sie aber nie die ganze Box ab, damit Luft zirkulieren kann – im Sommer gar nicht.
Was tun, wenn die Katze die ganze Fahrt schreit?
Ruhig mit ihr sprechen, gleichmäßig fahren und nicht während der Fahrt die Box öffnen. Viele Katzen beruhigen sich nach einer Weile. Hört das Schreien nie auf oder hechelt die Katze, planen Sie für die nächste Fahrt eine längere Gewöhnung ein und sprechen Sie mit dem Tierarzt.



