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katzenwelt

Warum zittert meine Katze? Harmlose Gründe und Warnzeichen

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Katze liegt eingekuschelt in Wäsche
Zittern kann Frieren bedeuten, aber auch auf Schmerzen oder Krankheit hinweisen
Inhalt8 Abschnitte
  1. Harmloses Zittern
  2. Zittern aus Angst
  3. Wenn Zittern auf eine Erkrankung hinweist
  4. Die gefährlichsten Ursachen im Detail
  5. Zittern oder Krampfanfall?
  6. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  7. Was der Tierarzt untersucht
  8. Häufige Fragen

Katzen zittern aus harmlosen Gründen – im Traum, vor Aufregung oder wenn sie nass geworden sind und frieren. Zittern kann aber auch ein Zeichen für Schmerzen, Fieber, eine Vergiftung oder eine Stoffwechselstörung sein. Entscheidend ist, was sonst noch auffällt: Wirkt die Katze munter und hört das Zittern bald auf, ist es meist harmlos. Ist sie matt, taumelt, sabbert oder zittert sie anhaltend, muss sie zum Tierarzt.

Harmloses Zittern

Im Schlaf. Zuckende Pfoten, Schnurrhaare und Ohren, ein kurzes Beben des Körpers: Katzen haben wie wir Traumphasen, in denen die Muskeln zucken können. Das ist normal. Wecken müssen Sie die Katze nicht.

Vor Aufregung. Eine Katze, die am Fenster einen Vogel beobachtet oder vor dem Sprung auf ein Spielzeug lauert, bebt manchmal vor Anspannung, oft mit schnatternden Lauten. Ist der Moment vorbei, hört das Zittern auf.

Nach Kälte und Nässe. Katzen zittern seltener vor Kälte als Menschen oder kleine Hunde, aber eine durchnässte Katze, ein Kitten oder eine sehr dünne, alte Katze kann durchaus frieren. Abtrocknen und ein warmer Platz helfen schnell.

Kleine graue Katze liegt auf der Heizung
Ein warmer Platz hilft, wenn eine Katze nass geworden ist und friert

Nach einer Narkose. Nach Operationen zittern viele Katzen einige Stunden lang, weil die Körpertemperatur während der Narkose gesunken ist. Warm halten und beobachten; hält das Zittern länger an, rufen Sie in der Praxis an.

Katze schläft zugedeckt auf einem Kissen
Zucken und leichtes Zittern im Schlaf sind bei Katzen normal

Zittern aus Angst

Transportbox, Tierarztpraxis, Silvesterböller, Gewitter, fremder Besuch: In solchen Situationen zittern manche Katzen vor Angst. Meist kommen andere Zeichen hinzu – geduckte Haltung, große Pupillen, angelegte Ohren, schnelles Atmen, Verstecken. Wichtig ist ein sicherer Rückzugsort, etwa eine Höhle oder ein erhöhter Platz, an dem niemand die Katze stört. Holen Sie sie nicht aus dem Versteck, sondern bleiben Sie ruhig in der Nähe. Tipps für den Praxisbesuch stehen unter Wenn die Katze Angst vor dem Tierarzt hat.

Wenn Zittern auf eine Erkrankung hinweist

UrsacheTypische Begleitzeichen
SchmerzenRückzug, gekrümmte Haltung, Fressunlust, empfindlich bei Berührung
FieberMattigkeit, Appetitlosigkeit, Rückzug; Temperatur über 39,2 °C
VergiftungPlötzlich, oft mit Speichelfluss, Muskelzucken, Taumeln, Krämpfen; nach Flohmittel, Pflanzen, Medikamenten
UnterzuckerBei Katzen mit Diabetes unter Insulin: Zittern, Schwäche, Taumeln, Desorientierung, Krämpfe
Nieren- oder LebererkrankungGewichtsverlust, viel Trinken, Mundgeruch, Mattigkeit
HitzschlagHecheln mit offenem Maul, Unruhe, Taumeln, später Apathie
Kalziummangel nach der GeburtSäugende Katze mit Unruhe, Hecheln, Zittern, Krämpfen
Neurologische UrsachenZittern des Kopfes oder der Beine, Gleichgewichtsstörungen, Krampfanfälle
Muskelschwäche im AlterZittrige Hinterbeine beim Stehen, oft mit Arthrose oder Muskelabbau

Ein Mangel an Vitaminen ist bei Katzen, die ein vollwertiges Futter bekommen, sehr selten. Eine Ausnahme ist der Vitamin-B1-Mangel (Thiamin) bei Katzen, die viel rohen Fisch oder ein unausgewogenes selbst gemachtes Futter bekommen: Er führt zu neurologischen Ausfällen bis hin zu Krämpfen.

Die gefährlichsten Ursachen im Detail

Permethrin. Spot-ons und Sprays für Hunde enthalten oft Permethrin. Für Katzen ist es hochgiftig: Wenige Stunden nach dem Auftragen – oder nach engem Kontakt mit einem frisch behandelten Hund – beginnen Muskelzittern, Zuckungen und Krämpfe. Das ist ein Notfall. Behandeln Sie Katzen nur mit ausdrücklich für Katzen zugelassenen Mitteln; mehr unter Flohmittel Katze.

Unterzucker. Bekommt eine Katze mit Diabetes zu viel Insulin oder frisst sie nach der Spritze nicht, kann der Blutzucker gefährlich sinken. Streichen Sie etwas Honig oder Traubenzuckersirup auf das Zahnfleisch, wenn die Katze bei Bewusstsein ist, und fahren Sie sofort in die Praxis. Mehr zur Erkrankung unter Diabetes bei Katzen.

Hitzschlag. Katzen hecheln kaum; tun sie es doch, ist das ein Alarmzeichen. Bringen Sie die Katze in einen kühlen Raum, befeuchten Sie das Fell mit lauwarmem bis kühlem, nicht eiskaltem Wasser und fächeln Sie Luft zu. Wickeln Sie sie nicht in nasse Tücher – die halten die Wärme fest. Dann sofort in die Praxis.

Zittern oder Krampfanfall?

Beim Zittern ist die Katze bei Bewusstsein, reagiert auf Ansprache und kann das Zittern oft durch Bewegung oder Hinlegen unterbrechen. Bei einem Krampfanfall ist sie meist nicht ansprechbar, liegt auf der Seite, rudert mit den Beinen, speichelt, verliert manchmal Urin oder Kot. Während eines Anfalls: nicht festhalten, nichts ins Maul stecken, Gegenstände wegräumen, Raum abdunkeln, die Dauer auf der Uhr ablesen und ein Video machen. Jeder erste Anfall und jeder Anfall, der länger als etwa fünf Minuten dauert, ist ein Notfall. Mehr unter Epilepsie bei Katzen.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Sofort bei Zittern mit Krämpfen, Taumeln, Speichelfluss, Atemnot oder Hecheln, bei Vergiftungsverdacht (besonders nach einem Flohmittel), bei Katzen mit Diabetes, bei säugenden Katzen, bei Hitzschlag oder wenn die Katze kaum ansprechbar ist.

Innerhalb eines Tages, wenn das Zittern mit Mattigkeit, Fieber oder Appetitlosigkeit einhergeht, wenn die Katze länger als etwa 24 Stunden nichts frisst oder deutlich Schmerzen zeigt.

In den nächsten Tagen, wenn Zittern immer wieder ohne erkennbaren Anlass auftritt oder die Hinterbeine einer älteren Katze beim Stehen zittern.

Ob eine Katze Fieber hat, erkennen Sie nicht an warmen Ohren oder einer trockenen Nase. Zuverlässig ist nur das Messen im After mit einem Digitalthermometer; normal sind nach dem MSD Veterinary Manual etwa 38,1 bis 39,2 °C. Mehr unter Fieber bei Katzen.

Was der Tierarzt untersucht

Die Praxis misst die Temperatur, prüft Kreislauf, Schmerzempfindlichkeit, Gang und Reflexe und fragt nach Medikamenten, Flohmitteln, Pflanzen und Futter. Blutuntersuchungen zeigen Blutzucker, Nieren- und Leberwerte sowie Kalzium. Je nach Verdacht folgen Ultraschall, Röntgen oder eine neurologische Untersuchung. Behandelt wird die Ursache – von Schmerzmitteln für Katzen über Infusionen bei einer Vergiftung bis zur Einstellung des Insulins.

Schmerzmittel für Menschen sind tabu: Paracetamol ist für Katzen hochgiftig, auch Ibuprofen und ASS sind gefährlich. Homöopathische Mittel und Bachblüten haben keine über Placebo hinausgehende Wirkung, und Johanniskraut kann bei Tieren die Haut lichtempfindlich machen. Unsere Empfehlung: Harmloses Zittern im Schlaf oder vor Aufregung einfach laufen lassen, bei Zittern mit weiteren Krankheitszeichen aber nicht abwarten.

Häufige Fragen

Warum zittert meine Katze beim Schnurren?

Beim Schnurren vibriert der ganze Körper, das fühlt sich manchmal wie Zittern an. Das ist normal. Auch kranke Katzen schnurren allerdings, deshalb zählt der Gesamteindruck.

Meine alte Katze zittert an den Hinterbeinen – ist das normal?

Häufig steckt Muskelabbau oder Arthrose dahinter. Normal ist das nicht, aber oft gut behandelbar, etwa mit Schmerzmitteln für Katzen und angepasster Bewegung. Lassen Sie Ihre Katze untersuchen.

Warum zuckt die Haut am Rücken meiner Katze?

Kurzes Zucken der Rückenhaut bei Berührung ist bei vielen Katzen normal. Tritt es anfallsartig auf, zusammen mit plötzlichem Losrennen, Schwanzjagen oder Beißen in die eigene Flanke, kann ein sogenanntes Hyperästhesie-Syndrom, Juckreiz durch Flöhe oder ein Schmerz an der Wirbelsäule dahinterstecken. Das sollte der Tierarzt abklären.