Fieber bei Katzen

Fieber bei Katzen kommt häufiger vor, als so mancher Katzenhalter denkt. In den meisten Fällen handelt es sich jedoch nicht um Fieber im eigentlichen Sinne, sondern um eine Erhöhung der Körpertemperatur, die etwa auf Stress oder heiße Temperaturen in der Wohnung zurückgehen können. Hat eine Katze jedoch tatsächlich Fieber, bedeutet dies, dass ihr Immunsystem auf eine Krankheit oder Krankheitserreger reagiert. Fieber bei Katzen übt bis zu einem gewissen Grad also so etwas wie eine Schutzfunktion für das Tier aus. Auch bei uns Menschen hat Fieber diese Bedeutung. So gesehen muss es beim Fieber bei Katzen immer das Ziel sein, den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Fieber bei Katzen: Ab wann man überhaupt erst von Fieber sprechen kann

Bei uns Menschen liegt die normale Körpertemperatur bekanntlich in einem Bereich von 36 bis 37 Grad Celsius. Bei Katzen ist das etwas anderes. Ihre normale Körpertemperatur bewegt sich innerhalb einer Spanne von 38 bis 39 Grad Celsius. Sie liegt also um etwa zwei Grad höher als beim Menschen.

Weist die Katze jedoch eine höhere Temperatur auf als beispielsweise 39 Grad bedeutet das nicht automatisch, dass sie wirklich Fieber hat. Bei einer Körpertemperatur von bis zu 39,5 Grad liegt meist eine andere Ursache vor. So kann es beispielsweise sein, dass das Tier längere Zeit in der Sonne gelegen hat und dadurch etwas erhitzt ist. Ganz ähnlich verhält es sich, wenn die Katze zuvor eine große körperliche Anstrengung hinter sich gebracht hat oder Stress ausgesetzt war. Mit Fieber hat die erhöhte Körpertemperatur dann nichts zu tun.

Von Fieber bei Katzen lässt sich eigentlich erst sprechen, wenn die Temperatur eine Marke von 39,5 Grad Celsius für längere Zeit überschreitet. Darüber hinaus treten in den meisten Fällen zusätzliche Symptome auf, die eindeutig auf Fieber hinweisen.

Woran man Fieber bei Katzen am besten erkennen kann

Fieber bei Katzen tatsächlich zu erkennen, ist gar nicht so leicht. Man kann ihnen schließlich nicht die Stirn fühlen, wie das bei Menschen möglich ist. Zwar ist es möglich an Körperstellen, die nicht von Fell bedeckt sind, also beispielsweise die Innenseiten der Ohren, die Nase oder die Pfotenballen, die Temperatur zu fühlen, jedoch sind diese Ergebnisse dann nicht besonders aussagekräftig.

Um auf der sicheren Seite sein zu können, hilft eigentlich nur Fiebermessen. Es muss also die Körpertemperatur möglichst genau bestimmt werden. Das geschieht entweder über ein Ohrthermometer oder über ein klassisches, nach Möglichkeit digitales Fieberthermometer, das in den Anus eingeführt wird. Ohrthermometer sind meist relativ ungenau. Da beim Fieber bei Katzen schon kleine Unterschiede eine große Rolle spielen können, sollte man deshalb vom Ohrthermometer die Finger lassen.

Bevor man der Katze ein Fieberthermometer in den Anus einführt, sollte das Thermometer erst einmal gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Ist dies geschehen, trägt man auf der Spitze des Thermometers etwas Gleitmittel wie beispielsweise Vaseline auf, um das Einführen für das Tier zumindest etwas angenehmer zu machen. Die Katze wird davon jedoch nicht begeistert sein und versuchen zu fliehen. Deshalb ist es sinnvoll, bei einer Katze immer zu zweit Fieber zu messen – einer hält das Tier fest, der andere führt das Thermometer ein.

Stellt man beim Fiebermessen eine Körpertemperatur fest, die in einem Bereich von 39,2 bis 39,5 Grad Celsius pendelt, hat das noch nicht viel zu bedeuten, wie wir bereits gesehen haben. Die Messung sollte dann in etwa im Stundentakt wiederholt werden, um möglichst frühzeitig zu erkennen, ob die Temperatur weiter ansteigt.

Fieber bei Katzen: Typische Symptome, die neben einer erhöhten Temperatur auftreten

Fieber bei Katzen wird in den meisten Fällen von bestimmten Symptomen begleitet. Liegt nur eine erhöhte Körpertemperatur vor, treten diese Symptome in der Regel nicht auf. Stellt man folgende Symptome zusätzlich zur erhöhten Temperatur fest, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Tier tatsächlich Fieber hat:

  • Zittern des Körpers
  • Schlappheit
  • großes Schlafbedürfnis
  • Appetitlosigkeit
  • stumpfes, struppiges Fell
  • steife Muskeln und Gelenke
  • sehr fester und trockener Kot

Meist tritt mindestens eins dieser Symptome bei Fieber auf. Möglich ist aber auch, dass gleich mehrere zusammen treffen. Grund zur Sorge muss das noch nicht sein. Erst wenn das Fieber und die Symptome mehr als 24 Stunden andauern, sollte man unbedingt einen Tierarzt aufsuchen und ihm die Katze vorstellen.

Ursachen für Fieber bei Katzen

Fieber bei Katzen hat immer einen ganz bestimmten Auslöser. Meist ist eine Infektion, eine Erkrankung oder auch eine Verletzung der Grund für die deutlich erhöhte Körpertemperatur. Folgendes kann das Fieber bei Katzen auslösen:

  • Infektionen mit Bakterien, Viren und Pilzen
  • Befall mit Parasiten wie beispielsweise Würmern
  • Chlamydien
  • Toxoplasmose
  • Katzenseuche
  • Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Entzündung der Leber
  • Herzmuskel- und Hirnhaut-Entzündung
  • Lungenentzündung
  • Abszesse
  • Überfunktion der Schilddrüse
  • Nebenwirkungen von Medikamenten
  • Nebenwirkungen von Impfungen

Die Liste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Unter den oben aufgeführten Ursachen für das Fieber bei Katzen befinden sich einiges sehr ernsthafte Erkrankungen, die sogar tödlich enden können, wenn sie nicht oder zu spät behandelt werden. Rührt das Fieber hingegen von den Nebenwirkungen einer Impfung oder von Medikamenten her, klingt es meist von selbst wieder ab.

So wird Fieber bei Katzen vom Tierarzt behandelt

Bei der Behandlung von Fieber bei Katzen geht es in erster Linie darum, die zugrunde liegende Erkrankung oder Infektion zu behandeln. Dazu ist es selbstverständlich notwendig, erst einmal heraus zu finden, was die Ursache für die hohe Körpertemperatur ist. Der Tierarzt wird deshalb zunächst einmal mehr oder minder umfangreiche Untersuchungen bei der Katze durchführen. Ist die Ursache geklärt, geht es dann meist sofort an die Behandlung. Häufig werden der Katze dazu Medikamente verschrieben.

Es kann aber auch sein, dass der Tierarzt nicht in der Lage ist, die Ursache für das Fieber bei Katzen herauszufinden. In so einem Fall kann die Ursache logischerweise auch nicht behandelt werden. Da die Katze aber nun mal Fieber hat und dies auf Dauer für sie gefährlich sein kann, wird der Tierarzt damit beginnen, das Symptom Fieber zu behandeln.

Fieber bei Katze als Symptom zu behandeln bedeutet nichts anderes, als dafür zu sorgen, dass die Körpertemperatur wieder absinkt. Dazu wird der Tierarzt ein fiebersenkendes Mittel oder eine Kombination von fiebersenkenden Mitteln verordnen. In den allermeisten Fällen beginnt die Behandlung mit diesen Antipyretika, so der Fachausdruck, noch in der Praxis unmittelbar nach der Untersuchung.

Im Anschluss daran heißt es dann erst einmal abwarten. Normalerweise dauert es etwas, bis das Fieber tatsächlich sinkt. Einen Zeitraum von 24 Stunden sollte man als Katzenhalter auf jeden Fall einplanen. Eventuell verordnet der Tierarzt für diese Zeit noch Medikamente bzw. Mittel, die aufbauend bzw. stärkend wirken. Häufig ist eine Katze, die Fieber hat, nämlich stark geschwächt. Das gilt vor allem dann, wenn sich das Fieber bereits über einen längeren Zeitraum hinzieht. In der Regel ist Fieber bei Katzen sehr gut behandelbar.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wenn die Körpertemperatur der Katze leicht erhöht ist, kann man ihr mit Eiswürfeln Linderung verschaffen?

Eiswürfel sollten bei einer erhöhten Körpertemperatur oder gar bei Fieber nicht zum Einsatz kommen. Der Temperaturunterschied zwischen dem gefrorenen Eis und dem Körper ist derart groß, dass es zu einem Schock bei der Katze kommen könnte. Aber natürlich sollte man versuchen, sie auf andere Weise zumindest ein klein wenig abzukühlen. Sollte sie das noch nicht selbst getan haben, kann man sie beispielsweise auf den kälteren Fliesenboden legen. Überhaupt macht in so einem Fall ein schattiges Plätzchen Sinn. Darüber hinaus kann man ihre Pfoten mit einem von kaltem Wasser getränkten Tuch abtupfen – immer vorausgesetzt natürlich, die Katze lässt das auch zu.

Wie kann man seiner Katze sonst helfen, wenn sie Fieber hat?

Ganz wichtig ist, ihr stets frisches Wasser zur Verfügung zu stellen. Eine erhöhte Körpertemperatur bzw. Fieber führen automatisch dazu, dass das Tier einen erhöhten Wasserbedarf hat. Mitunter besteht sogar die Gefahr, dass es dehydriert. Deshalb sollte die Katze stets die Möglichkeit haben, so viel zu trinken wie sie möchte. Man kann sie auch zum Trinken animieren, sollte aber auf gar keinen Fall versuchen, ihr Wasser einzuflößen. Darüber hinaus sollten Freigänger bei Fieber so lange nicht nach draußen gelassen werden, bis das Fieber wieder abgeklungen ist. Die Gefahr ist einfach zu groß, dass das Tier im Garten oder anderswo kollabiert – erst reicht in einem heißen Sommer.

Ist Fieber bei Katzen ansteckend bzw. auf andere Haustiere übertragbar?

Nein, das Fieber selbst kann nicht übertragen werden. Da es aber nur ein Symptom für eine zugrundeliegende Krankheit oder Infektion ist, besteht die Gefahr, dass diese Krankheit übertragen wird. Es ist deshalb ratsam, eine Katze die Fieber hat von anderen Haustieren zu isolieren, solange nicht klar gesagt werden kann, was wirklich mit dem Tier los ist. Viele Katzen ziehen sich bei Fieber sowieso zurück und suchen nicht unbedingt den Kontakt zu anderen Tieren.

Darf man als Katzenhalter der Katze bei Fieber fiebersenkende Mittel verabreichen?

Nein, das sollte man auf gar keinen Fall tun. Selbst wenn man noch Medikamente zur Fiebersenkung von einer früheren Erkrankung übrig hat, dürfen diese der Katze nicht verabreicht werden. Fieber ist nicht unbedingt gleich Fieber. Maßgeblich ist immer die Ursache, die das Fieber ausgelöst hat. Diese kann in der Regel nur von einem Tierarzt ermittelt werden. Folglich ist es auch der Tierarzt, der die Behandlung und damit auch die Medikamentengabe bestimmt. Seiner Katze einfach so eine fiebersenkende Arznei zu verabreich kann kontraproduktiv sein.

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