Kühlmatte für Katzen: Was sie bringt und was bei Hitze wirklich hilft

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Eine Kühlmatte gibt Ihrer Katze an heißen Tagen einen Liegeplatz, der sich kühler anfühlt als Sofa oder Teppich. Sie funktioniert ohne Strom und Kühlschrank, ihre Wirkung ist aber begrenzt: Nach einer Weile hat die Matte die Körperwärme aufgenommen und muss sich erst wieder abkühlen. Viel wichtiger als jede Matte sind kühle Rückzugsorte, frisches Wasser und das Wissen, wann Hitze für eine Katze gefährlich wird.
Wie Katzen mit Hitze umgehen
Katzen stammen von Wüstenbewohnern ab und vertragen Wärme besser als viele Hunde. Sie liegen gern in der Sonne und auf der Heizung. Kühlen können sie sich aber nur eingeschränkt: Schweißdrüsen haben sie praktisch nur an den Pfotenballen. Stattdessen putzen sie sich häufiger, der verdunstende Speichel kühlt das Fell. Außerdem suchen sie von selbst kühle Plätze: Fliesen, das Waschbecken, den Keller, den Schatten unter einem Busch.
Gefährdet sind vor allem Katzen, die sich nicht selbst helfen können oder schlechter mit Wärme zurechtkommen: kurznasige Rassen wie extrem gezüchtete Perser, übergewichtige, alte, herzkranke und sehr junge Katzen, dazu Katzen in Dachgeschosswohnungen, auf Wintergärten oder in geparkten Autos.
Wie eine Kühlmatte funktioniert
Die meisten Kühlmatten für Haustiere sind mit einem Gel gefüllt, das Wärme aufnimmt. Wenn sich die Katze darauflegt, fließt Körperwärme ins Gel, und die Matte fühlt sich kühl an. Oft ist in der Werbung von „selbstkühlend“ und einem „durch Druck aktivierten“ Effekt die Rede. Gemeint ist schlicht: Die Matte ist zunächst so warm wie der Raum und nimmt dann Wärme auf, bis sie ungefähr Körpertemperatur hat. Wie lange das dauert, hängt von Größe, Füllmenge und Raumtemperatur ab. In einem 30 Grad warmen Dachzimmer ist der Effekt kleiner als in einer 24 Grad kühlen Wohnung. Verlässt die Katze die Matte, gibt diese die Wärme wieder an den Raum ab.
Daneben gibt es Varianten ohne Gel: Matten aus kühlendem Stoff, Platten aus Aluminium, Keramik oder Naturstein und Matten, die mit Wasser befüllt werden. Eine glatte Fliese oder eine Steinplatte im Schatten erfüllt denselben Zweck, und viele Katzen nutzen sie von selbst.
Eine Kühlmatte kann eine Katze nicht unterkühlen, denn sie wird nie kälter als der Raum. Trotzdem gilt: Die Katze muss die Matte jederzeit verlassen können.
Vorsicht beim Gel: Kauen ist gefährlich
Hersteller bezeichnen die Füllung gern als „ungiftig“. Ganz so einfach ist es nicht. Die US-amerikanische Giftnotrufzentrale für Tiere ASPCA Poison Control hat vor Kühlauflagen und Kühlkompressen mit Hydrogel gewarnt: Nachdem Tiere den Inhalt gefressen hatten, traten Muskelzittern, Gangunsicherheit, Überempfindlichkeit gegen Geräusche und Berührung, Herzrasen und Krampfanfälle auf, es gab auch Todesfälle. Vermutet wird eine Verunreinigung mit Acrylamid, einem Nervengift, das bei der Herstellung entstehen kann.
Für den Alltag heißt das:
- Lassen Sie eine neue Matte anfangs nur unter Aufsicht liegen und beobachten Sie, ob Ihre Katze daran kaut oder kratzt.
- Entfernen Sie beschädigte Matten sofort, auch wenn nur ein kleiner Riss zu sehen ist.
- Für Katzen, die gern an Plastik und Stoff knabbern, und für Kitten sind Matten ohne Gel die sicherere Wahl.
- Hat Ihre Katze Gel gefressen oder zeigt sie danach Zittern, Taumeln oder Krämpfe, fahren Sie sofort zum Tierarzt und nehmen die Matte oder die Verpackung mit.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Größe. Die Katze sollte ausgestreckt darauf liegen können, für die meisten Katzen genügen etwa 40 × 30 cm, größere Matten sind komfortabler.
- Robuste, glatte Hülle. Krallen sollen sich nicht verhaken. Eine dicke Außenhaut und verschweißte Nähte sind wichtig.
- Füllung. Wer auf Gel verzichten möchte, greift zu Stoff-, Wasser- oder Metall- und Steinplatten.
- Reinigung. Die Oberfläche sollte sich feucht abwischen lassen. Reinigen Sie sie mit Wasser und etwas mildem Spülmittel, keine Desinfektionsmittel mit Phenolen oder ätherischen Ölen, die für Katzen giftig sind.
- Geruch. Riecht die Matte stark nach Chemie, lassen Sie sie lüften. Katzen legen sich ungern auf stark riechende Unterlagen.
Kühlmatten kosten je nach Größe grob zwischen 10 und 40 Euro.
Was an heißen Tagen wirklich hilft
Die Kühlmatte ist ein Baustein, mehr nicht. Wirksamer sind diese Maßnahmen:
- Räume kühl halten. Tagsüber Rollläden und Vorhänge auf der Sonnenseite schließen, nachts und früh morgens lüften. Achten Sie dabei auf gesicherte Fenster, denn gekippte Fenster sind für Katzen eine Todesfalle.
- Kühle Rückzugsorte zugänglich machen. Bad, Flur mit Fliesen, Keller. Stellen Sie eine Kühlmatte oder eine Fliese in den Schatten, nicht in die Sonne.
- Viel Wasser anbieten. Mehrere Näpfe an verschiedenen Orten, täglich frisch. Ein Katzenbrunnen regt viele Katzen zum Trinken an. Nassfutter liefert zusätzlich Flüssigkeit.
- Fell pflegen. Langhaarkatzen regelmäßig bürsten, damit sich keine Unterwolle staut. Ein kompletter Kahlschnitt ist meist nicht nötig und nimmt dem Fell seine isolierende Wirkung, siehe Schermaschine Katze.
- Feuchtes Tuch. Manche Katzen lassen sich gern mit einem leicht feuchten Tuch über Kopf und Rücken streichen. Nie mit Eiswasser, nie gegen den Willen der Katze.
- Spiel verlegen. Wildes Toben auf die kühlen Morgen- und Abendstunden verschieben.
Speiseeis ist keine Abkühlung für Katzen. Es enthält Milchzucker, den viele erwachsene Katzen schlecht vertragen, und Zucker, den sie nicht brauchen. Schokoladeneis ist wegen des Kakaos sogar gefährlich.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Anders als Hunde hecheln Katzen normalerweise nicht, Hecheln mit offenem Maul ist bei einer Katze deshalb immer ein Warnzeichen. Achten Sie auf:
- Atmen mit offenem Maul, schnelle, angestrengte Atmung
- Unruhe, Taumeln, Schwäche
- stark gerötete Schleimhäute oder Zunge, später auch bläulich oder blass
- Sabbern, Erbrechen, Durchfall
- Teilnahmslosigkeit bis zur Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle
Die normale Körpertemperatur einer Katze liegt etwa zwischen 38 und 39 °C. Bei Verdacht auf Hitzschlag bringen Sie die Katze sofort an einen kühlen Ort, befeuchten Fell und Pfoten mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser oder legen feuchte Tücher auf, und fahren Sie dann ohne Umweg in die Tierarztpraxis. Rufen Sie unterwegs an, damit sich die Praxis vorbereiten kann. Eis und eiskaltes Wasser sind falsch, weil sich die Blutgefäße in der Haut zusammenziehen und die Wärme dann schlechter abgegeben wird. Mehr zu erhöhter Temperatur unter Fieber bei Katzen.
Kühlmatte bei Gelenkschmerzen?
Kühlung kann bei frischen Verletzungen und Schwellungen lindern, das ist in der Tiermedizin bekannt. Ob und wie lange gekühlt wird, sollte aber der Tierarzt festlegen. Bei chronischen Gelenkbeschwerden alter Katzen ist Wärme oft angenehmer als Kälte, viele arthrosekranke Katzen suchen sich warme Plätze. Eine Kühlmatte als Schmerzmittel einzusetzen, ohne dass die Ursache geklärt ist, ist keine gute Idee. Mehr dazu unter Gelenkprobleme bei Katzen.
Unsere Empfehlung
Eine Kühlmatte lohnt sich vor allem in Dachwohnungen und Wohnungen ohne kühle Fliesenböden. Wählen Sie eine robuste Matte, lassen Sie eine Gelmatte anfangs nur unter Aufsicht und bei Katzen, die gern kauen, gar nicht liegen, dort ist eine Platte aus Stein oder Keramik die sicherere Wahl. Wichtiger als jede Matte sind abgedunkelte Räume, kühle Rückzugsorte, reichlich Wasser und ein wacher Blick auf die Warnzeichen eines Hitzschlags.
Häufige Fragen
Meine Katze legt sich nicht auf die Kühlmatte – was tun?
Das ist häufig und kein Problem. Katzen suchen sich ihre Plätze selbst. Legen Sie die Matte an einen Ort, den die Katze an warmen Tagen ohnehin aufsucht, und legen Sie ein dünnes Tuch darüber, falls ihr die glatte Oberfläche unangenehm ist. Wenn sie sie trotzdem nicht nutzt, hat sie offenbar einen anderen kühlen Platz gefunden.
Kann ich die Kühlmatte in den Kühlschrank legen?
Viele Hersteller raten davon ab oder erlauben nur kurzes Vorkühlen. Eine zu kalte Matte ist der Katze unangenehm, und im Gefrierfach kann die Hülle spröde werden und reißen. Halten Sie sich an die Herstellerangabe.
Darf eine Katze bei Hitze nach draußen?
Freigänger regeln das meist selbst gut, sie verschwinden mittags in schattigen Verstecken. Sorgen Sie dafür, dass die Katze jederzeit zurück ins kühle Haus kann und draußen Wasser findet. Katzen in der Wohnung dürfen nie in einem aufgeheizten Raum, Wintergarten oder gar Auto eingeschlossen werden.
Hilft eine Kühlmatte auf Autofahrten?
Sie kann die Fahrt etwas angenehmer machen, ersetzt aber keine Klimaanlage und kein Lüften. Lassen Sie eine Katze nie im geparkten Auto zurück, auch nicht kurz und nicht bei geöffnetem Fenster. Tipps für die Fahrt stehen unter Autofahren mit der Katze.



