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katzenwelt

Katzenklo mit Deckel: Vor- und Nachteile der Haubentoilette

Christoph · 5 Min. Lesezeit

Ein Katzenklo mit Deckel
Ein Katzenklo mit Deckel macht weniger Arbeit
Inhalt9 Abschnitte
  1. Was für ein Klo mit Haube spricht
  2. Was dagegen spricht
  3. Die richtige Größe
  4. Worauf Sie beim Kauf achten sollten
  5. So finden Sie heraus, ob Ihre Katze die Haube mag
  6. Aufstellung, Anzahl und Reinigung
  7. Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss
  8. Unsere Empfehlung
  9. Häufige Fragen

Ein Katzenklo mit Deckel, auch Haubentoilette genannt, ist eine Katzentoilette mit aufgesetzter Haube und seitlichem Eingang, oft mit Schwingtür und Geruchsfilter. Für Menschen hat es klare Vorteile: weniger verstreute Streu, weniger Staub, weniger Anblick. Ob es auch der Katze gefällt, ist eine andere Frage. Die Leitlinien der Katzentierärzte-Verbände AAFP und ISFM sagen es nüchtern: Manche Katzen bevorzugen ein offenes, manche ein geschlossenes Klo – man muss es ausprobieren.

Was für ein Klo mit Haube spricht

  • Weniger Streu auf dem Boden. Die Haube fängt das auf, was die Katze beim Scharren herausschleudert. Bei Katzen, die kräftig buddeln, ist das ein echter Unterschied.
  • Weniger Staub in der Raumluft, besonders bei staubiger Streu.
  • Sichtschutz. Manche Katzen fühlen sich geschützter, wenn sie nicht von allen Seiten gesehen werden. Für den Menschen ist der Anblick angenehmer.
  • Hunde und Kleinkinder kommen schwerer an den Inhalt.
  • Hohe Wände. Katzen, die im Stehen urinieren und über den Rand spritzen, treffen in einem Haubenklo die Wand statt den Boden.

Was dagegen spricht

  • Geruch staut sich. Was für den Menschen vor der Haube kaum wahrnehmbar ist, riecht darin kräftig. Katzen riechen sehr viel feiner als wir. Ein Haubenklo verleitet zudem dazu, seltener zu reinigen, weil man den Inhalt nicht sieht.
  • Weniger Platz. Die Haube begrenzt Höhe und Bewegungsfreiheit; große Katzen können sich zum Scharren und Drehen oft nicht richtig bewegen.
  • Kein Rundumblick. In Mehrkatzenhaushalten kann eine Katze am Eingang auf eine andere lauern. Die Katze im Klo hat dann nur einen Ausgang.
  • Schwingtür. Manche Katzen mögen die Klappe nicht, die ihnen beim Hinausgehen an den Rücken schlägt.
Dafür
  • Weniger Streu und Staub in der Wohnung
  • Sichtschutz für Katze und Mensch
  • Kein Zugriff für Hund und Kleinkind
  • Spritzschutz bei Katzen, die hoch urinieren
Dagegen
  • Geruch konzentriert sich im Inneren
  • Meist zu klein für große Katzen
  • Nur ein Ausgang, Risiko im Mehrkatzenhaushalt
  • Schwingtür wird nicht von allen Katzen akzeptiert

Die richtige Größe

Die Leitlinien der amerikanischen Katzentierärzte (AAFP) und der International Society of Feline Medicine empfehlen eine Katzentoilette, die etwa anderthalbmal so lang ist wie die Katze von der Nase bis zum Schwanzansatz. Für eine durchschnittliche Katze mit rund 45 cm Körperlänge heißt das: gut 65 cm Innenlänge. Viele handelsübliche Haubenklos sind kleiner. Die Haube sollte so hoch sein, dass die Katze darin aufrecht stehen und sich umdrehen kann, ohne mit dem Rücken anzustoßen.

Für große Rassen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze sind XXL-Modelle nötig; alternativ ein offener, großer Behälter mit hohen Wänden, etwa eine Aufbewahrungsbox aus Kunststoff mit ausgeschnittenem Einstieg. Was bei großen Katzenrassen sonst noch mehr Platz braucht, lesen Sie dort.

Ein selbstreinigendes Katzenklo
Ein Katzenklo mit Deckel

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

  1. Innenmaße statt Außenmaße vergleichen; die Wandschräge der Haube nimmt Platz weg.
  2. Einstiegshöhe. Für Kätzchen, ältere Katzen und Katzen mit Arthrose muss der Einstieg niedrig sein. Klos mit Einstieg von oben (Top-Entry) sind für sie ungeeignet.
  3. Abnehmbare Haube mit stabilen Klickverschlüssen, damit Sie täglich schnell an die Schale kommen.
  4. Schwingtür herausnehmbar. So können Sie die Katze erst ohne Tür an das Klo gewöhnen.
  5. Glatte Oberfläche. Kratzer im Kunststoff halten Geruch und Keime; ein zerkratztes Klo sollten Sie nach einigen Jahren ersetzen.
  6. Geruchsfilter aus Aktivkohle helfen nur, wenn sie regelmäßig gewechselt werden, und ersetzen das tägliche Ausschaufeln nicht.

Haubenklos kosten meist zwischen 20 und 60 Euro, XXL-Modelle und Designerklos deutlich mehr.

Wer das Klo ganz aus dem Blick haben möchte, kann einen Katzenklo-Schrank nutzen – für den gelten dieselben Größenregeln.

So finden Sie heraus, ob Ihre Katze die Haube mag

Die einfachste Methode: Stellen Sie zeitweise ein offenes und ein geschlossenes Klo nebeneinander und schauen Sie, welches die Katze häufiger benutzt. Eine zweite Möglichkeit: die Haube erst weglassen und später aufsetzen, dann die Schwingtür. Achten Sie auf Warnzeichen wie Zögern vor dem Eingang, sehr kurzes, hastiges Geschäft, Scharren außerhalb der Schale oder gar Urin neben dem Klo. Dann passt etwas nicht. Mehr zur Gewöhnung finden Sie unter Katzenklo-Training.

Aufstellung, Anzahl und Reinigung

Als Faustregel gilt ein Klo pro Katze plus eines. Die Toiletten sollten an verschiedenen, ruhigen Stellen stehen, nicht neben Futter und Wasser und nicht neben lauten Geräten wie der Waschmaschine. Schaufeln Sie mindestens einmal, besser zweimal täglich aus, und wechseln Sie die Streu komplett in den Abständen, die der Hersteller empfiehlt. Beim Reinigen der Schale genügt heißes Wasser mit etwas mildem Spülmittel; stark riechende Reiniger können die Katze vom Klo fernhalten.

Klumpstreu und Silikatstreu gehören nicht in die Toilette, sondern in den Restmüll, siehe Katzenstreu entsorgen. Schwangere sollten das Klo wegen der Toxoplasmose-Gefahr nicht selbst reinigen oder dabei Handschuhe tragen und das Klo täglich leeren.

Wann Ihre Katze zum Tierarzt muss

Meidet eine Katze plötzlich das Klo, geht sie sehr häufig und setzt nur kleine Mengen ab, ist Blut im Urin oder miaut sie beim Wasserlassen, steckt oft eine Blasenentzündung oder ein anderes medizinisches Problem dahinter. Dann hilft kein neues Klo, sondern die Tierarztpraxis. Ein Kater, der presst und keinen Urin absetzen kann, ist ein Notfall – ein Harnröhrenverschluss ist lebensgefährlich und muss sofort behandelt werden. Mehr dazu unter Blasenentzündung bei Katzen.

Unsere Empfehlung

Kaufen Sie ein Haubenklo nur groß genug, mit abnehmbarer Haube und herausnehmbarer Tür – und lassen Sie die Katze entscheiden. Wenn sie es gut annimmt, ist es eine saubere Lösung. Zögert sie oder geht daneben, ist ein großes offenes Klo mit hohem Rand die bessere Wahl.

Häufige Fragen

Mögen Katzen lieber offene oder geschlossene Klos?

Weder noch pauschal. In Untersuchungen zeigte die Mehrheit der Katzen keine klare Vorliebe, einzelne Tiere aber eine deutliche. Deshalb lohnt der Vergleich mit zwei Klos.

Brauche ich einen Aktivkohlefilter?

Er kann den Geruch außerhalb der Haube etwas mildern, aber nicht das Ausschaufeln ersetzen. Wechseln Sie ihn nach Herstellerangabe, ein alter Filter bringt nichts mehr.

Meine Katze geht nicht durch die Schwingtür. Was tun?

Nehmen Sie die Tür ab oder klemmen Sie sie für einige Wochen offen. Viele Katzen akzeptieren sie später, manche nie – dann bleibt sie einfach weg.

Ist ein Haubenklo für Kätzchen geeignet?

Nur mit niedrigem Einstieg und ohne Schwingtür. Kleine Kätzchen brauchen anfangs ein flaches, leicht zugängliches Klo.